Anglerpech
Achtunddreißig stand da auf dem Schild. Rote Farbe auf weißem Holz. Der Auslöser oder auch einer der Widerhaken einer Touristenfalle.
Thom war sicher, dass es eben das war; eine Falle. Dem Zustand der Straßen und Häuser nach zu urteilen eine, die nicht funktionierte. Der verzweifelte und erfolglose Versuch eines gottverlassenen Küstenkaffs, ein paar Euro in die Dorfkasse zu spülen. Ins Kässchen.
»Keine Ahnung, wovon du redest, Jung«, sagte der greise Mann und pfiff dabei schwindsüchtig durch seine braunen Zähne, als er Thom die Messer und die gewaltigen Haken über die Ladentheke reichte, die aussah, als habe Klaus Störtebeker schon seinen Weiterlesen
Kybele
Erde fiel dumpf auf das Holz. Panik stieg in Sabelina auf. Sie wollte schreien, doch kein Laut drang aus ihrer Kehle. Wieder erklang das bedrohliche Geräusch, als weitere Erdbrocken niederprasselten.
Sabelina wollte nicht sterben!
Sie wollte sich bemerkbar machen und mit bloßen Händen gegen den Sargdeckel hämmern. Doch sie war nicht in der Lage, sich zu bewegen. Ihr Körper versagte ihr den Dienst. Wie so oft in diesem schrecklichen Albtraum, der sie Nacht für Nacht heimsuchte. In dem sie lebendig begraben wurde und der nun wahr wurde.
Weiterlesen
Das Kreuz des Todes
Bei dem vorliegenden Roman handelt es sich um einen nie als Printversion erschienenen Einzelroman der Bastei-Serie Vampire, welche von Herbst 2001 bis Sommer 2002 erschien und es insgesamt nur auf 20 Bände brachte. Hauptfigur der Romane war der Vampir Bruce Darkness, der sich im Auftrag seines Herrn, Baron Boris von Kradoc, seines Zeichens oberster Vampir von New York, um abtrünnige Vampire sowie sonstige menschliche und dämonische Gefahren, die seine »Familie« bedrohten, kümmerte. Seine Rivalen waren dabei nicht nur Vampirjäger und Polizisten, sondern auch der Erzengel Babriel und der Vamp Katrina, welche ihm seine Vormachtstellung an der Seite von Kradocs missgönnte und ihn bei jeder Gelegenheit mit Wort und Tat stichelte.
Der Werwolf von Groß Schneen
Die Geschichte lehnt sich an eine reale Überlieferung aus dem Ort Groß Schneen bei Göttingen an. Ursprünglich geschrieben für das Göttinger Stadtmagazin trends & fun, wo sie in der Reihe Wilde Heimat erschienen ist.
»Dieb!« Es ist nur ein zischendes Flüstern, doch trotzdem ist es nicht zu überhören. Das Tuscheln verfolgt mich, während ich mir meinen Weg über den Dorfplatz bahne. Dann mischt sich ein neuer Schmähruf in das Geraune.
»Werwolf!«, sagt eine raue Stimme, und auch dieses Wort wird von der Menge bereitwillig weitergetragen. Woher wissen sie es? Verrät mich mein Blick, mein Gang? Immerhin tritt nun Angst in die Augen der Menschen und sie geben den Weg für mich frei. Dieb nennt man mich zu Unrecht, doch ich weiß, wem ich diesen Ruf verdanke. Wenzel, der Wirt – er hat mich beschuldigt, um mein kleines Stückchen Land seinem Grundbesitz hinzuzufügen. Und dies war der Beginn all meiner Leiden. Nun stehe ich vor dem Wirtshaus, um ein letztes Mal mein Recht zu fordern. Ich sehe, Weiterlesen
Das große Verschwinden
Das große Verschwinden
Leben ist Illusion, und Realität nur ein Teilchen der Vorstellungskraft.
Träume sind angeblich nur Schäume. Das jedenfalls sucht uns die Schulweisheit zu lehren. Aber wie oft ist mir schon aufgefallen, dass ich im Wachzustand Dinge erlebte, die mir als Déjà-vu-Erlebnisse von Träumen her bekannt vorkamen?
Unzählige Male sicher! Ihnen haftete ein Atem des Vertrauten an, der mir durch den Schleier des bewussten Denkens vorenthalten wurde, und erst, wenn es geschehen war, mich die Erkenntnis durchfuhr, dass ich das schon einmal erlebt habe. Ja, dass ich das eigentlich vorher Weiterlesen




Neueste Kommentare