Mit einem Lächeln auf den Lippen
Einen derart heißen Sommer hatte es schon lange nicht mehr gegeben. Die Sonne brannte vom Himmel als müsste sie ihre Zurückhaltung in den vergangenen Jahren gerade in dieser Woche nachholen. Zum Glück verfügte der Firmenwagen über eine anständige Klimaanlage, sonst wäre Lisa wohl längst im eigenen Saft gar gekocht.
In ihrem eleganten Kostüm fühlte sie sich eingeengt und unwohl. Bei diesem Wetter sollte man andere Klamotten tragen, leichtere Sachen, aber auf Dienstreisen war das Tragen legerer Kleidung untersagt. Immerhin repräsentierten die Mitarbeiter im Außendienst eine der erfolgreichsten Banken Deutschlands.
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Auch Vampire dürfen Fast Food
Heutzutage der dunklen Bruderschaft anzugehören ist wirklich kein Zuckerschlecken mehr. Sie können sich das ja gar nicht vorstellen. Da wir gerade dabei sind: Hier ist auch schon das erste Problem, kaum dass ich einen Satz zu Papier gebracht habe. Um einem allgemeinen Aufschrei der Damen vorzubeugen, erwähne ich an dieser Stelle natürlich auch wohlwollend die Schwesternschaft unseres nächtlichen Gesindels.
Doch zurück zum Wesentlichen. Ich war dabei, mich über die schlimmen Zustände für heutige Blutsauger auszulassen. Damit liege ich doch voll im Trend und folge der Mode, uns als wehleidige Waschlappen darzustellen. Jammernd, vor Liebe schmachtend und mit sich und dem eigenen Los unsagbar unzufrieden. Wir leiden ja so schrecklich unter unserem Fluch, wir möchten doch nur geliebt werden. Ach, es bräche mir glatt das Herz, wäre da nicht die Übelkeit, die dieser Schwachsinn in mir auslöst.
Seit ich mich entsinnen kann …
Ich weiß schon nicht mehr genau, wie all das, was ich hier zu berichten beabsichtige, eigentlich begonnen hat und kann auch nicht im geringsten abschätzen, wann dies enden wird. Jedoch befürchte ich, dass ich den Schrecken und meine Verstrickung, in Form etlicher widersinniger Handlungen meinerseits, darin nur äußerst unzureichend für meine Hinterbliebenen beschreiben und erklären kann. Weshalb ich auch auf keinerlei Verständnis oder gar mildtätiger Gnade durch meine durch mich derart geplagten Verwandten oder meine Mitmenschen hoffen kann und werde. Ich vermag es nur alleine hier an dieser Stelle so gut und verständlich wie möglich darzulegen, was mir aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gelingen mag, doch die Entscheidung darüber liegt nun nicht mehr in meinen Händen. Denn Weiterlesen
Dämonentanz
Der Schänder, der Schlächter und der Fleischer
Unsere Zusammenkünfte waren sporadischer Natur. Wir trafen uns nicht etwa auf düsteren Friedhöfen oder in dunklen, nebelschwangeren Wäldern, wie man es uns in uralten Legenden zuschreibt.
Nein, wir trafen uns in unregelmäßigen Abständen auf einem großen Parkplatz, außerhalb einer kleinen Stadt, deren Namen ich nicht einmal kannte.
Der Ort selbst gefiel mir recht gut, und doch war sie mir so gleichgültig wie alles andere, was Weiterlesen
Die Frau
Kirsten war mittlerweile am Ende der knapp 60 Meter langen, nebelverhangenen Allee angekommen. Seit sie hier lebten, hatte sie es sich angewöhnt, regelmäßig zu joggen. Ralph fuhr lieber Fahrrad, weshalb sie das immer alleine machte. Doch obwohl sie gerade in einen leichten Laufschritt gefallen war, stoppte sie unwillkürlich und zog sich die Stöpsel ihres Kopfhörers aus den Ohren.
Er war wieder da und sie musste unbehaglich schlucken. Der Mann saß wieder vor der Einfahrt, genau wie in den vergangenen Tagen. Saß da, wie ein stummer Vorwurf, wobei sie Weiterlesen

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