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Horror/Grusel

Der Fackelzug

So sehr der Schmerz auf die Lider drückt,

so sehr mich der Gedanke an das Leben.

Wie lange hatte ich für diese zwei Zeilen schon gebraucht? Ich wusste es nicht, ein Blick zur Uhr, deren Sekundenzeiger mit einem höhnischen Klickeklack von Sekunde zu Sekunde schnellte, wollte oder konnte mir keine Antwort geben.

Mann, reiß dich zusammen! Du bist Schriftsteller! Romane unter 300 Seiten schreibst du gar nicht erst und versagst bei diesen simplen Versen? Herzschmerz und Trauer zum Ausdruck bringen, das sollte doch wohl ein Klacks sein, versuchte ich mich anzufeuern. Doch so sehr Weiterlesen →

Zwei Leben, ein Schmerz

Ich weiß, was ich getan habe, und ich weiß, dass es für mich keinen anderen Ausweg gibt.

Ich befinde mich augenblicklich im Angesicht des Momentes der letzten und wichtigsten Entscheidung meines Seins.

Am besten beginne ich mit meiner Erzählung am Anfang. Ich entschied mich für diesen Weg, weil es für mich der einzig Richtige war. Ich wurde von einer Motivation angetrieben, die ich mittlerweile nicht mehr verstehe. Ich wuchs in einer großen Familie als Zweites von drei Kindern auf. Ich war also zu alt, um behütet zu werden, und zu jung, um selbstständig Entscheidungen zu treffen. Ich war auch nie so besonders wie meine Geschwister. Ich hatte Weiterlesen →

Starke Gefühle

Die Axt steckte in Toms Brustkorb fest. Sie zog am Stiel, drehte den Axtkopf hin und her, jedoch ohne Erfolg. Hatte Tom gestöhnt? Sie legte sich mit ihrem Gewicht auf die Axt, es knackte und tatsächlich stöhnte Tom. Und dann nicht mehr. Etwas schepperte im Dunkeln. Es musste aus der Küche gewesen sein. Sie konnte kaum etwas bei der milchigen Notbeleuchtung erkennen.

»Merle? Merle, was ist los? Wo bist du?« Matthes. Matthes der Dreckskerl. Mit ihm hatte der ganze Scheiß angefangen. Mit seinen Vermutungen, weswegen sie hier waren, mit seinen Fragen. »Merle?« Er kam aus den Schlafräumen aus Trakt Zwei. Da hatten sie gar nichts zu suchen gehabt. Er näherte sich ihr. Wieder ein Geräusch aus der Küche, ein Poltern. Sie Weiterlesen →

Romantisches Dinner

So, wie sie hier vor mir sitzt, wie sie sich bewegt, mit mir redet. Alles an ihr liebe ich. Sie ist wunderschön, verführerisch, einzigartig. In ihr kann ich versinken, mit ihren Worten möchte ich schweben.

Es ist unser zehntes gemeinsames Essen. Wir treffen uns seit langer Zeit, um zusammen etwas zu unternehmen, aber heute ist der Anlass ein anderer. Ein romantisches Dinner bei Kerzenschein, denn heute werde ich ihr sagen, dass ich sie liebe. Keine Freundschaft mehr. Nein, Liebe. Ich weiß, dass sie ähnlich empfindet, weiß es aus tiefstem Herzen. Andeutungen hatte es gegeben, immer wieder. Eine leichte Berührung hier, ein gehauchtes Wort dort. Sie liebt mich, das spüre ich.
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Der schwarze Mann

Der dunkle Schleier der Nacht lag schon über unserem Haus, als meine Mutter in angsterfüllter Sorge meinen Bruder losschickte, um den Doktor zu holen. Mein Zustand war besorgniserregend; ich war todkrank. Draußen tobte ein Schneesturm, der meinen Bruder allerdings nicht hindern konnte, seiner brüderlichen Fürsorge nachzugehen. Er war immer gut zu mir gewesen und sorgte sich ebenso um seine Schwester, wie meine Mutter. Sie verabreichte mir in den Tagen zuvor, an denen es mir nicht wesentlich besser ging, einige Hausmittelchen, um mein Befinden zu verbessern. Diese Mittelchen und die Zeit halfen jedoch nicht besonders, mich gesünder zu machen. Mir schien hingegen, dass mein Zustand sich noch verschlechterte. Ich war froh, dass der Doktor jetzt kam, um mich zu untersuchen. Sicherlich würde er mir zu schneller Genesung verhelfen.
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