Der goldene Fels – Kapitel 15
Robert Kohlrausch
Der goldene Fels
Kriminalroman, Alster-Verlag, Hamburg, 1915
Fünfzehntes Kapitel
Der Kommerzienrat hatte sich geweigert, Brockhof und de la Motte in den Saal hinauf zu folgen, aber sie fanden Martha, die noch neben der Leiche Wache hielt.
Mit schweren, schlurfenden Schritten ging der Professor bis an die Seite des toten Sohnes. Hier blieb er einen Augenblick stehen und sagte, zusammenschauernd, leise: »Mein Sohn ist ein Mörder!« Und, indem er zu Martha hinüber nickte, noch einmal: »Martha, mein Sohn ist ein Mörder!«
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Die Tauscher 14
Dr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 14
»Was könnte das sein?«, fragte Fräulein Levinsohn.
Florian schaute aus dem Taxi auf die Stadt, die in der Abendhitze kochte. Am Himmel zogen schwere Gewitterwolken auf. Fräulein Levinsohn hatte ihren Bruder überredet, um eine Verschiebung der heutigen Sitzung zu bitten. Und wieder hatte Florian gemerkt, dass sie auch anders sein konnte. Liebevoll und besorgt und ganz ohne ihre übliche Kratzbürstigkeit und ihren Sarkasmus.
»Ich weiß es nicht«, antwortete er auf ihre Frage, »aber ich weiß, dass wir es nicht herausfinden, ohne uns das Institut anzuschauen.«
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Der bayerische Hiesel – Teil 50
Mathias Etenhueber, Kurfürstlicher Hofpoet
Moralische Gedanken über den sogenannten bayerischen Hiesel,
welcher den 6. September 1771 zu Dillingen durch die Hand des Scharfrichters
von oben herab gerädert, dessen Körper in vier Teile zerhaut,
diese auf die Landstraßen gehängt,der Kopf aber auf den Galgen gesteckt worden.
Zu finden bei Joseph Waagus, Kupfer-Verleger in Jakober-Vorstadt im Farbhöfel in Augsburg. Nebst dem Portrait.
Die Tauscher 13
Dr. Uwe Krause
Die Tauscher Teil 13
Fräulein Levinsohn erwachte aus ihrer verbiesterten Erstarrung. Sie rammte den Fuß auf die Kupplung und schaltete herunter. Der Wagen wurde langsamer, was aber bedeutete, dass sie noch immer mit Fallgeschwindigkeit auf die Kurve zujagten.
Fräulein Levinsohn trat auf die Bremse. Sie bremste, hob den Fuß, bremste wieder und dann rammte sie mehrmals die Sohle ihres Sommerschuhs auf das Pedal. Ihr Mund öffnete sich. Sie schaute zu Florian, Panik in den Augen. Der warf sich nach vorne, zog sie aus dem Sitz und riss sie zu sich herüber. In Hammerstains Augenwinkeln wuchs die Eiche mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit. Seine Arme umfassten die Frau, seine Beine Weiterlesen
Der goldene Fels – Kapitel 14
Robert Kohlrausch
Der goldene Fels
Kriminalroman, Alster-Verlag, Hamburg, 1915
Vierzehntes Kapitel
Auf den ersten Lärm im Haus, das Pfeifen und Rufen Brockhofs, die lauten Tritte der fort stürmenden Schutzleute war Martha von oben heruntergekommen. Während sie noch auf der Treppe war, schrie Helbig ihr entgegen: »Dein Mann ist ein Schuft! Er hat mir nach dem Leben getrachtet, mir, deinem guten, alten Vater, der so gern ein paar Jahre noch leben möchte. Dein Mann ist es, der Ebisberg umgebracht hat. Mich hat er ermorden wollen und ihn hat er getroffen!«
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