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Storys & Lyrik

Der Totenwirt und seine Galgengäste 10

Der-Totenwirt-und-seine-GalgengästeDer Totenwirt und seine Galgengäste
Eine abenteuerliche und höchst wundersame Ritter-, Räuber-, Mörder- und Geistergeschichte aus der grauen Vorzeit, um 1860

Der Erdspiegel

»Das ist ein Erdspiegel«, sagte er, »worin nur jener Mensch etwas sehen kann, dem er von einer frommen Hand geschenkt wird. Versucht es, etwas darin zu sehen, Junker.«

»Ich sehe nichts«, erwiderte dieser nach aufmerksamer Betrachtung der schwarzen spiegelglatten Fläche.

Der Einsiedler schaute hinein, lange, sehr lange …

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Der bayerische Hiesel – Teil 2

Der-bayerische-HieselFriedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht

Hiesel dient

Die Gläubiger des verstorbenen Andreas Klostermayer meldeten sich bald mit ihren Forderungen bei Gericht, welches das ganze kleine Anwesen abschätzen und dann versteigern ließ.

Der Erlös reichte hin, die Schulden zu bezahlen. Für Hiesel blieb noch so viel übrig, dass er sich ein Feiertagskleid machen lassen konnte und einige Taler in der Tasche behielt.

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Der Freibeuter – Die beiden politischen Principe

Der Freibeuter
Erster Teil
Kapitel 18

Langsam bog das Boot um die Inseln und Halbinseln des Meerbusens und hielt sich links hinauf dem Norrmalm. Flaxmann und Friedericke saßen einander schweigend gegenüber. Die beiden Matrosen strichen die Riemenblätter aus Leibeskräften, um das winzige Schifflein zu beflügeln, und brummten ein Schifferlied dazu. Dem Fräulein kam die Weise des Gesangs bekannt vor. Sie fühlte sich wunderbar davon angeregt und bat den kleinen Juel endlich, ihr das ganze Lied vorzusingen. Der muntere Knabe ließ sich das nicht zweimal sagen. Er winkte dem alten Matrosen zu. Dieser ließ sogleich seine kräftige Bassstimme ertönen, an welche sich Juels Sopran anschmiegte. Unter dem Accompagnement des Wellengeplätschers und dem taktmäßigen Ruderschlag fingen sie zu singen an.

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Im fernen Westen – Der junge Auswanderer 5

Der junge Auswanderer
Kapitel 5

Einige Tage später saß Alfred am Fenster in der Wohnstube an seines Oheims Pult und trug Verschiedenes in dessen Hausbücher ein, als er einen Indianer vor dem Haus anreiten sah und in demselben den Utehäuptling Cuervo erkannte. Er ging sogleich zu demselben hinaus, der ihn freundlich begrüßte und ihm einen prächtigen geschossenen Truthahn übergab, welcher, wie er sich mühsam durch fein Kauderwelsch von gebrochenem Englisch und Spanisch und durch Zeichen ausdrückte, ein Gegengeschenk des Indianers für die Zündhütchen sein sollte. Es war der erste wilde Truthahn, welchen Alfred sah, und der wunderschöne, mächtige Vogel gefiel ihm ausnehmend.

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Der Totenwirt und seine Galgengäste 9

Der-Totenwirt-und-seine-GalgengästeDer Totenwirt und seine Galgengäste
Eine abenteuerliche und höchst wundersame Ritter-, Räuber-, Mörder- und Geistergeschichte aus der grauen Vorzeit, um 1860

Der Ritt zum Einsiedler

Zur selben Stunde kehrte der Einsiedler Norbert, ein ehrwürdiger Greis mit schneeweißen Kopf- und Barthaaren, aus dem Wald in seine Hütte zurück.

Bisweilen blieb er stehen und betrachtete aufmerksam ein kleines Büschel Kräuter, die er, ihren unteren Teil mit Buchenlaub umwickelt, in seiner rechten Hand hielt.

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