Mörder und Gespenster – Band 1 – 17. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 7
Die Dame, die unseren Raufbold, Kapitän Krummbuckel, aus bizarrer Laune – denn einen anderen Grund lässt sich kaum denken – bei nächtlicher Weile empfing, bewohnte ein großes Hotel am Ende der Marktstraße. Hinter dem Hotel erstreckte sich ein weitläufiger Garten, der von einer nicht sehr hohen Mauer umgeben war.
Wie durch Eingebung wandte Franz seine Schritte in Richtung dieses Gartens und tatsächlich fanden die Treffen der beiden in einem der zahlreichen Pavillons statt, die in den Boskets verstreut lagen.
Franz lief eine Weile entlang der Mauer, um zu sehen, wo sich ihm eine geeignete Stelle bieten würde, um sie zu überklettern. Die Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 16. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 6
Er hatte die Gasse, in der der Pfefferküchler wohnte, bald erreicht. Der Goldschmied saß hier bei seiner lieben Gevatterin im Erdgeschoss neben dem Laden, das wusste er. Das kleine Stäbchen war mit Absicht gewählt worden, um jeden Verdacht der Sträflichkeit dieses Beisammenseins von dem Mann zu entfernen.
Der Schäfer horchte an der Tür, blickte durch den Laden und klopfte ziemlich heftig an, nachdem er Licht gesehen und Stimmen vernommen hatte. Die Störung erschreckte das Pärchen nicht wenig. Schließlich fasste sich die Frau, öffnete ein kleines Gitterfenster und fragte, was sein Begehren sei.
Mörder und Gespenster – Band 1 – 15. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 5
Nachdem der Schäfer seinen alten Onkel zu Bett gebracht und zugedeckt hatte, ging er wieder in das Nebenzimmer, um alles in Ordnung zu bringen, damit der Kanonikus am nächsten Morgen keinen Grund zum Schelten haben würde. Er konnte nicht schlafen, obwohl er nach dem Weggang seiner beiden Begleiter lange geschlafen hatte. War es die seltsame Aufregung, in die ihn der Vorfall mit dem Kanonikus versetzt hatte? Er kleidete sich nicht aus, öffnete ein Fenster und blickte hinunter auf den Platz vor der Domkirche, an dem das Haus des Kanonikus lag.
Auf dem Platz war alles still und ruhig. Die Türen und Fenster der Häuser waren geschlossen und nur das Knarren der Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 14. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 4
So lebte der arme Schafhirte nun schon mehrere Wochen im Haus seines Oheims, des Kanonikus. Franz, so hieß er, war mit allem zufrieden und fühlte sich glücklich in seinem neuen Stand. Er war klug genug einzusehen, dass es für ihn von Vorteil war, einen Geistlichen zu hüten statt eine Herde Schafe. Daher fand er es gar nicht unangemessen, selbst die Rolle des Hundes zu übernehmen. Er war nicht nur Wärter und Hüter, sondern auch Knecht und Stab des Greises.
Mit rührender Aufmerksamkeit sagte er jedes Mal »Zur Gesundheit!«, wenn der Alte nieste. Hustete der Alte, so blieb sein »Gott behüte Euch noch lange, Herr Oheim!« nie aus. Kurz, der Kanonikus mochte sich räuspern oder irgendein Geräusch machen, so Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 13. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 3
Es muss uns nun vor allem daran gelegen sein, die Neffen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Der Älteste war sicherlich der böseste Junge, der je in den Straßen von Białystok herumgelaufen ist. Von Pflastertretern kann in diesem Fall allerdings nicht die Rede sein, denn selbst die Hauptstraßen waren zu jener Zeit noch nicht gepflastert.
Man erzählte sich, dass er mit Haaren und Zähnen auf die Welt gekommen sein soll. Wenn man es als Vorbestimmung ansehen will, so darf man sagen, dass er wirklich seine Gegenwart und Zukunft verfraß. Er war über alle Grenzen hinaus verschwenderisch und sündigte an der Erbschaft seines Oheims, die ihm angesichts dessen enormer Lebenskraft vielleicht nie zuteilwerden konnte. Weiterlesen
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