Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 27
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Vom Zwergkönig Hübich – Teil II
Es lebte einst ein Müller in Grund, in dessen Mühle kehrten allnächtlich die Zwerge ein, speisten und waren lustig und guter Dinge. Der Müller aber fürchtete sich vor dem kleinen Völkchen, das unter der Herrschaft des mächtigen Hübich stand, räumte lieber bei Anbruch der Nacht die Mühle und schlief mit seiner Familie in einem nahegelegenen Häuschen, nur aus Furcht vor der kleinen Schar.
Da, eines Abends, der Müller wollte gerade fortgehen, pochte es an seine Tür. Ein alter Soldat bat ihn um Nachtquartier, weil er so ermüdet sei, dass er keinen Schritt mehr gehen könne.
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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 26
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Vom Zwergkönig Hübich – Teil I
In altersgrauer Zeit, als noch die Riesen auf Erden wandelten, ging einst ein solch gewaltiger Geselle bei Grund vorbei. Da spürte er einen empfindlichen Druck am Fuß. Er zog seinen Schuh aus. Und als er sah, dass nur ein Stein ihn gedrückt hatte, schüttete er denselben aus. Der Stein blieb dicht bei Grund liegen.
Was aber für den Riesen nur ein Steinchen war, das waren für die gewöhnlichen Menschenkinder ein paar mächtige, aneinanderstehende Kalksäulen, in denen Zwergkönig Hübich mit seinen Untertanen hauste und die daher den Namen Hübichenstein erhalten haben.
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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 25
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Wildemann
Vor langer Zeit lebte in einer Höhle im Oberharz ein Räuber mit seiner Frau. Sie waren aus Thüringen hierher verschlagen worden und hausten in der Einöde wie Wilde.
An Kleidung fehlte es ihnen gänzlich, nur Borke, Tannenzweige und Moos umhüllten notdürftig ihre Glieder.
So saß der wilde Mann einst auf einer Klippe im Wald, als ein Ritter, Klaus genannt, des Weges kam. Er staunte über die kräftige Gestalt des Räubers, der in der Hand eine große Tanne hielt und auf dessen Rücken ein Weiterlesen
Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 24
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Die Bergwerke auf dem Rammelsberg
Am Fuße des Rammelsberges stand vorzeiten eine Mühle. Eines Morgens, vor Tagesanbruch, wollte die bei dem Müller dienende Magd Feuer im Herd anzünden, konnte aber das Feuerzeug nicht finden. Als sie nun überall umhertastete, kam sie auch an das Fenster und gewahrte beim zufälligen Hinausblicken in der Nähe ihrer Wohnung auf dem Rammelsberg ein Feuer. Schnell lief sie dorthin, um sich einige Kohlen zu holen. Als sie aber näher kam, sah sie mehrere Männer mit langen, weißen Bärten am Feuer sitzen. Da wurde ihr angst und bange und schon war sie auf dem Sprung, umzukehren; aber nach kurzem Besinnen fasste sie sich ein Herz, trat zu den Männern und Weiterlesen
Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 23
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Der große Christoph und die Clus bei Goslar
Als der Dom, den Kaiser Heinrich III. im Jahre 1039 zu Goslar erbauen ließ, noch in alter Pracht sich erhob, konnte man ein riesiges hölzernes Bild dort sehen. Es war der große Christoph, der im Harz, besonders zwischen Goslar und Harzburg, umhergegangen war. Ihn hatte man dort mit dem Christkindchen auf dem Rücken abgebildet.
Riesengroß und von ungeheurer Kraft wurde er zwar von vielen gefürchtet, allein von anderen wieder hoch verehrt. Besonders aber waren es die Schneider, die einen wütenden Hass auf den großen Christoph geworfen hatten. Warum eigentlich, darüber schweigt die Sage. Das aber erzählt sie, dass dereinst, als der Gefürchtete über Weiterlesen
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