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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 25

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Wildemann

Vor langer Zeit lebte in einer Höhle im Oberharz ein Räuber mit seiner Frau. Sie waren aus Thüringen hierher verschlagen worden und hausten in der Einöde wie Wilde.

An Kleidung fehlte es ihnen gänzlich, nur Borke, Tannenzweige und Moos umhüllten notdürftig ihre Glieder.

So saß der wilde Mann einst auf einer Klippe im Wald, als ein Ritter, Klaus genannt, des Weges kam. Er staunte über die kräftige Gestalt des Räubers, der in der Hand eine große Tanne hielt und auf dessen Rücken ein mächtiger, wohl eben erst erlegter Bär hing.

Ritter Klaus, der den Bergbau auf dem Oberharz begründet hatte, ebenso wie Klausthal, die Stadt, welche seinen Namen erhalten hat, war von jeher bemüht gewesen, kräftige Arbeiter für sein Bergwerk zu gewinnen.

Er wollte daher sofort versuchen, auch diesen ungeheuer starken Mann für seine Zwecke zu werben. Er folgte dem Wilden heimlich bis an seine Höhle. Dort aber trat ihm dessen Frau entgegen.

Sie erblickte den fremden Ritter und war so erschreckt darüber, da sie sich ihrer notdürftigen Kleidung schämte, dass sie eilig fortrannte, im Dickicht verschwand und auch nie wieder zum Vorschein gekommen war.

Ritter Klaus wusste den wilden Mann zu bereden, an dem Bergbau und an den Waldarbeiten sich zu beteiligen und hatte an ihm einen tüchtigen und fleißigen Arbeiter.

Die entlaufene Frau des Wilden hatte ihr Kind in der Höhle zurückgelassen, welches gerade so wie die Eltern ganz in Moos und Tannenzweige gehüllt war.

Später nahm der Wilde eine andere Frau, die ihm noch fünf Kinder schenkte. Als diese erwachsen waren, bauten sie sich alle rings um die Höhle an. So entstand die Stadt Wildemann.

Da, wo die Höhle war, steht nun das Rathaus und noch mancher Bewohner des Städtchens soll vom wilden Mann abstammen, den man dort vielfach mit seiner Frau abgebildet sieht, nur in Hexenkraut und Tannenzweige gekleidet.

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