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Die Gespenster – Dritter Teil – 30. Erzählung – Nr. 4

Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Dritter Teil

Dreißigste Erzählung

Fünf Tatsachen, welche erweisen, dass und warum viele Verstorbene spuken

Nr. 4

In Waltershausen, einem herzoglich-gothaer Städtchen, starb eine siebzigjährige Frau. Man ließ die Leiche noch über die vorschriftsmäßige Zeit im Bett liegen. Endlich kam die Totenfrau, um sie zu waschen und anzukleiden. Als sie damit fertig war und die Verstorbene mithilfe ihres Schwiegersohnes aus dem Bett auf das Brett bringen wollte, bat sie diesen, er möchte sie bei der großen Fußzehe anfassen. Man hatte nämlich den vielleicht zum Teil gegründeten Glauben, dieses verhindere das Wiederkommen der Toten und die Furcht der hinterbliebenen Angehörigen vor dem Verstorbenen. Der Mann tat es, und siehe da! Wie er anfing zu heben, richtete sich die vermeinte Tote auf und streckte beide Arme nach ihm aus.

Seinen Schreck kann man sich leicht vorstellen. Die Scheintote lebte nun noch drei Tage, bevor sie wirklich verschied.

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