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Jim Buffalo – 9. Abenteuer – Kapitel 4

Jim Buffalo,
der Mann mit der Teufelsmaschine
Veröffentlichungen aus den Geheimakten des größten Abenteurers aller Zeiten
Moderner Volksbücher-Verlag, Leipzig, 1922

Die Fabrik unter Wasser
Das 9. Abenteuer Jim Buffalos

4. Kapitel

Eine furchtbare Drohung

Gerade hatte Jim Buffalo das Zwecklose seines Beginnens, zu schlafen nämlich, eingesehen und sich erhoben und angekleidet, als im Nebenzimmer ein lautes Klirren erscholl.

Auf dem Nachttisch lag ein Revolver.

Im gleichen Augenblick hielt ihn Buffalo in der Hand und riss die Tür auf.

Sofort fiel sein Blick auf eine zertrümmerte Fensterscheibe.

Die Scherben lagen im Zimmer. Das bewies, dass sie Scheibe von der Straße aus zersplittert war.

Im Nu riss Buffalo den Flügel des anderen Fensters auf und beugte sich hinaus.

Die Straße war menschenleer. Bis auf eine männliche Gestalt, die in Riesensprüngen eben um eine Ecke verschwand.

Jim Buffalo stieß einen grimmigen Fluch aus.

Was beabsichtigte man mit der Zertrümmerung einer Fensterscheibe? Er sah sich im Zimmer um. Da fiel sein Blick auf einen Stein, der auf dem Fußboden lag. Nicht weit davon befand sich ein weißes Blatt.

Buffalo nickte. So also war es!

Der Stein war mit der Botschaft für ihn durchs Fenster geworfen worden. Der Zettel hatte sich jedoch, wohl infolge des Aufpralls, gelöst und war allein zu Boden geflattert.

Buffalo hob ihn auf.

Ungelenke Schriftzüge waren es, die ihm entgegenstarrten. Sie lauteten:

An Jim Buffalo!

Du bist erkannt. Wenn wir dir keine Dynamitbombe ins Haus werfen und dich hochgehen lassen, so tun wir es nur, um unnützes Blutvergießen zu vermeiden. Solltest du jedoch nicht bis zehn Uhr Vormittag New York verlassen haben, so werden dein Haus, die Detektivzentrale und die Stadtbank mit insgesamt 11.000 Menschen in die Luft fliegen.

Jim Buffalo griff sich an den Kopf.

»Dynamit!«

Die Worte Inspektor Dufferins fielen ihm ein: »In den Vereinigten Staaten besteht irgendwo eine geheime Dynamit-Fabrik!«

Teufel!

Keine Falschmünzer, sondern Dynamiterzeuger wohnten unter dem See!

Jim Buffalo zögerte mit der Ausführung seines blitzschnell gefassten Planes nicht eine Minute. Mit der Teufelsmaschine raste er durch die Stadt, der Detektivzentrale zu.

Bis zehn Uhr New York verlassen! Hahaha! Den Teufel wollte er tun!

Bis zehn Uhr das hochgefährliche Nest vernichten – ja – das war eine andere Sache!

Als er die Zentrale erreichte, war Dufferin nicht anwesend.

Jim Buffalo nickte stillvergnügt vor sich hin. Was würde der für Augen machen, wenn er hörte, dass …

»Schnell die Akten James Watson!«, rief einer einem nachtdiensthabenden Beamten zu.

Vier Minuten später waren sie aus der Registratur zur Stelle.

Aus dem Verbrecheralbum hatte Jim Buffalo nur ersehen, dass der von ihm fotografierte Verbrecher einen Raubüberfall ausgeführt hatte und daraufhin verurteilt worden war.

Die Akten sagten aber mehr! Sie nannten den Namen des Überfallenen: Es war Henry Clen, der Direktor der Staatlichen Dynamitfabriken in Milwaukee.

In atemloser Spannung durchflog Jim Buffalo die Akten.

Dem damals überfallenen Direktor waren wichtige Papiere, die ein vereinfachtes Fabrikationsverfahren von Dynamit enthielten, geraubt worden. War Jim Buffalo bisher nicht ganz überzeugt gewesen, dass es sich um eine geheime Dynamitfabrik handelte, so gab es nun für ihn gar keinen Zweifel mehr.

Er gab die Akten zurück und verließ das Gebäude.

Die Fabrik lag unter dem Wasserspiegel …

Sein Angriff sollte ebenfalls von dieser Seite aus erfolgen!

Bald jagte er durch die Stadt – nach Coney Island, dem beliebten New  Yorker Ausflugsort, wo sich die Dampferlinie der Binnenschifffahrtsgesellschaft befand.