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Weird Tales – Das Grab

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Das Buch vom Rübezahl – Teil 15

Das Buch vom Rübezahl
Neu erzählt von H. Kletke
Breslau, 1852

16. Wie Rübezahl beim Dreschen hilft

Ein Bauer hatte Rübezahl zum Öfteren geschmäht und verhöhnt. Eines Tages ging er mit seinen Leuten in die Scheuer, um Korn auszudreschen. Unter den Dreschern war auch ein junger Bursche, welcher beim Dreschen nicht recht im Takt blieb. Der Bauer nahm ihm also den Flegel aus der Hand, um ihm zu zeigen, wie er es machen solle. Doch siehe da, als der Bauer gehörig dreinschlagen wollte, blieben die Klöppel der Flegel aufrecht stehen und riefen den Leuten ein Schimpfwort zu. Die Bauern sahen einander böse an, keiner wusste aber, von wem es kam. Beim nächsten Schlag, den sie taten, ging das Schimpfen von Neuem los. Da gerieten sie alle in solchen Zorn, dass sie die Flegel aus der Hand warfen, sich bei den Köpfen kriegten, bei den Haaren zausten und nach Herzenslust ab­prügelten.

Rübezahl, inzwischen nicht faul, spielte als Flegel ihnen die Tanzmusik auf den Rücken und lachte dermaßen, dass sie endlich merkten, wer sie zum Besten gehalten hatte. Da ließen sie denn die Köpfe fahren und versöhnten sich. Sie waren aber froh, dass die Flegel nun wieder ordentlich gingen und wollten gern Rübezahl künftig unge­neckt lassen.