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Einsendeschluss 31.05.2021

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Elbsagen 91

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

93. Die Hand des Himmels

In Blankenese war ein junger Fischer, dem ging es unglücklich. Es wollte ihm mit dem Fang gar nicht gelingen. Er geriet in Mangel und Elend, und Frau und Kinder mussten Hunger leiden. Einmal war ein heißer Sommertag. Als aber gegen Abend ein Gewitter mit der Flut im Westen aufstieg, entschloss sich der Fischer, noch eine Fahrt zu wagen, weil er gehört hatte, dass in solchen Augenblicken die Fische am besten ins Netz gingen. Er stieg ins Boot und fuhr auf die Elbe hinaus, obwohl alle ihn warnten und das Wasser schon dunkel und unruhig wurde. Kaum hatte er seine Netze ausgeworfen, so konnte er sie auch schon wieder aufziehen, und in einem Augenblick war seine Jolle voll. Da wollte er noch einen Zug versuchen und die Netze noch einmal auswerfen, als ein fürchterlicher Donnerschlag über ihm losbrach und ihn erschreckte. Wie er wieder zu sich kam, sah er mitten auf den Fischen eine weiße Hand liegen. Da setzte er rasch die Segel auf, denn ihm graute. Wie ein Pfeil schoss seine Jolle dem Strand zu. Es war ein Glück für ihn, dass er sich hatte warnen lassen und Gott nicht länger versucht hatte. Die Hand hängte er nachher als Wahrzeichen in der Nienstedter Kirche auf, und sie war lange noch da zu sehen gewesen, da sie ganz unverwest blieb. Man nannte sie die Hand des Himmels. Als sie endlich herunterfiel, verbrannte man sie zu Asche und bereitete eine Oblate daraus, die bis aus den heutigen Tag gezeigt wird. Der Fischer wurde seit jenem Tag ein reicher und begüterter Mann, weil, wie man sagte, die Hand des Himmels mit ihm war.

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