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Elbsagen 52

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

52. Luther und der Teufel

Im Jahre 1527 wurde Marie, die Schwester des Kurfürsten Johann, mit einem Herzog von Pommern in der Schlosskirche zu Torgau vermählt. Luther vollzog die Trauung. Als das Brautpaar die Ringe wechselte, fiel einer zur Erde. Alle Anwesenden erschreckten sich über dieses Unglück weissagende Vorzeichen. Luther, selbst bestürzt, fing an, in der Rede zu stocken, fasste sich aber schnell. Getrost umherschauend, rief er laut: »Hörst du, Teufel? Es geht dich nicht an! Du wirst nichts ausrichten!« Nachdem er durch diesen Bannspruch auch die anderen Gemüter wieder beruhigt hatte, wendete er sich an das Brautpaar mit den Segensworten: »Wachset und Euer Geschlecht müsse nicht untergehen!«

Noch einmal glaubte Luther sich in Torgau über den Teufel ärgern zu müssen. Als er im Jahre 1544 die Einweihungspredigt in der neuen Schlosskapelle hielt, hatte der Teufel sich darüber geärgert und sein böses Spiel getrieben. Er hat die Nacht über ein lautes Gerumpel über dem Kirchengewölbe angerichtet und sich sehr laut aufgeführt. Auch hatte er ein solches Geprassel gemacht, als ob das ganze Gebäude auseinandergehen wollte. Dazu hatte sich gleichzeitig ein großer Wind erhoben, sodass Dach und Fenster zerschmettert wurden. Darauf hatte Luther geweissagt, es werde ein großer Fall an einem großen Herrn geschehen, wie denn auch darauf geschehen war. Luther meinte nämlich das Unglück des Kurfürsten Johann Friedrich bei Mühlberg.

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