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Die Büffeljäger am Lagerfeuer – Kapitel 12

Thomas Mayne Reid
Die Büffeljäger am Lagerfeuer
Reisebilder und Naturschilderungen aus dem Westen
Verlag Schmidt & Spring. Stuttgart.1858

Zwölftes Kapitel

Eine Waschbärenjagd

Meine Waschbärenjagd fand in Tennessee statt, wo ich mich eine Zeit lang auf einer Pflanzung aufhielt. Es war die erste Jagd dieser Art, welcher ich beiwohnte. Ich empfand daher einige Neugierde in Bezug auf ihre Ausführung. Mein Gefährte und Führer war ein alter Neger, Onkel Abe genannt, ein Gentleman, der in seinem Wesen und seiner Farbe unserem Jake hier in vieler Beziehung sehr ähnelte.

Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, meine Herren, dass im ganzen Westen fast jede Gegend ihren berühmten Waschbärenjäger hat. Gewöhnlich ist es ein schlauer, alter Neger, der alle Ränke und Schliche des Waschbären kennt. Entweder besitzt er selbst einen Hund oder hat einen seines Herrn zu dieser Jagd besonders abgerichtet. Zu welcher Rasse der Hund gehört, darauf kommt es wenig an. Ich habe ganz gemeine Köter gesehen, die als Waschbärenhunde ausgezeichnet waren. Es bedarf überhaupt weiter nichts, als dass der Hund eine gute Nase habe, ein guter Läufer und groß genug sei, um den Waschbären einschüchtern zu können, wenn er gefangen ist. Dies kann ein sehr kleiner Hund nicht tun, da der Waschbär sich oft entschlossen wehrt, ehe er sich ergibt. Bullenbeißer, Dachshunde und halbreine Hühnerhunde geben die besten Waschbärenhunde ab.

Onkel Abe war der große Jäger, der Nimrod der Gegend, wo ich mich gerade befand. Onkel Abes Hund – ein stämmiger Rattenfänger – wurde im Umkreis von zwanzig Meilen für den besten Waschbärenhund gehalten. Ich zweifelte daher gar nicht, dass ich in Gesellschaft des Onkel Abe viel Vergnügen von der Jagd haben würde.

Auf einer Seite der Pflanzung befand sich eine dicht bewaldete Niederung, durch welche sich ein Bach schlängelte, der, wie überall in der Gegend, ein Creek genannt wurde. In dieser Niederung war der Lieblingsaufenthalt der Waschbären, da am Wasser hohe Bäume wuchsen, von denen bei vielen entweder der Stamm oder die ungeheuren Äste hohl waren. Außerdem zogen sich von einem Baum zum anderen dicke Girlanden von Reben, von denen einige, wie die Fuchs- und Muskatrebe, süße Trauben trugen, welche die Waschbären sehr lieben.

Nach dieser Niederung nahmen wir also unseren Weg, wobei Abe den Führer machte und seinen Hund Pompo an der Leine hielt. Abe trug keine andere Waffe, als eine Axt, während ich mich mit einer Doppelflinte versehen hatte. Pompo kannte ebenso gut, wie wir beide, unsere Absicht, was sich deutlich in seinen funkelnden Augen und den ungeduldigen Sprüngen ausprägte, die er von Zeit zu Zeit machte, um sich loszureißen und zu befreien.

Wir mussten durch ein großes, eine volle halbe Meile breites Maisfeld gehen, ehe wir den Wald erreichten. Zwischen diesem und dem Gehölz befand sich ein Zickzackfenz, der gewöhnliche Riegelzaun des amerikanischen Farmers. Eine Strecke jenseits des Zaunes war nur mit kleinem Gehölz bedeckt, weiterhin aber lag die Bachniederung, welche die Waschbären aller Wahrscheinlichkeit nach zu ihrem Wohnplatz gewählt hatten.

Wir gingen jedoch nicht geradeswegs zu der Niederung. Abe verstand die Sache besser. Der junge Mais stand damals eben in der Milch und der Waschbärenjäger erwartete daher, seine Beute in der Nähe des Feldes zu finden. Wir kamen deshalb überein, der Richtung des Zaunes zu folgen, in der Hoffnung, dass der Hund eine frische Fährte auffinden werde, die entweder zum oder aus dem Maisfeld führen musste. Es war bereits Nacht – zwei Stunden nach Sonnenuntergang, also die rechte Zeit, denn die Waschbärenjagd ist, wie bereits gesagt, ein nächtliches Vergnügen. Der Waschbär streift bei Tage nur selten und immer nur in düsteren, stillen Wäldern umher, wo er sich auf hohen Zweigen oder abgebrochenen Baumwipfeln sonnt. Ich habe mehrere geschossen, während sie in solcher Lage schliefen oder sich in der Sonne wärmten.

Wir hatten schönen Mondschein, aber dieser konnte uns zu unserem Vorhaben nur wenig nützen, da man des dichten Gebüsches wegen bei der Jagd weder vom Hund noch vom Waschbären viel zu sehen bekommt. Der Hund verlässt sich allein auf seine Nase, und der Jäger muss sich auf seine eigenen Ohren verlassen, da er keinen anderen Führer hat, als das Kläffen oder Bellen seines vierbeinigen Gehilfen. Gleichwohl ist Mondschein oder wenigstens eine helle Nacht dennoch zur Waschbärenjagd vorzuziehen, da es sonst fast unmöglich sein würde, dem Hund durch den Wald zu folgen.

Pompo wurde nun in das Korn geschickt, während Abe und ich ruhig am Zaun entlanggingen, wobei sich der eine auf dieser, der andere auf jener Seite desselben hielt. Abe blieb auf dem Feld, um den Hund hinüberzuheben, da der Zaun an die zehn Fuß hoch war. Ein Waschbär konnte leicht darüber klettern, ein Hund jedoch ohne Beistand nicht.

Wir hatten kaum hundert Schritte zurückgelegt, als ein schnelles, scharfes Bellen Pompos verkündigte, dass er im Maisfeld plötzlich auf etwas Besonderes gestoßen sei.

»Ein Vieh! Ein Vieh!«, rief Abe, und im nächsten Augenblick erschien der Hund, der in höchster Eile zwischen dem Mais auf den Zaun zu rannte.

»Ein Vieh, Massa!«, wiederholte Abe, indem er den Hund herüberhob und selbst nachfolgte.

Ich konnte mir denken, dass in Abes Wörterbuch – wenigstens in diesem Fall – ein Vieh ein Waschbär bedeute. Während wir durch das Gebüsch dem Hund nacheilten, empfand ich die ganze Aufregung einer Waschbärenjagd.

Sie dauerte nicht lang, kaum länger als fünf Minuten, wo sich dann das abgebrochene Lautgeben des Hundes in ein regelmäßig fortgesetztes Bellen verwandelte.

Als Abe dies hörte, bemerkte er ruhig: »Das Vieh ist aufgebäumt.«

Unser einziges Bestreben war nun, so schnell als möglich zu dem Baum zu gelangen, aber während wir rasch vorwärtsdrangen, warf sich uns die Frage auf, auf welche Art von Baum der Waschbär seine Zuflucht gesucht haben möge?

Dies war eine sehr wichtige Frage, von deren Entscheidung der Erfolg oder das Misslingen unserer Jagd abhing.

Wenn es ein sehr großer Baum war, so konnte uns der Waschbär etwas auslachen. Abe wusste dies recht gut und gab beim Weitergehen seinen Zweifel über den Erfolg zu erkennen.

Das Bellen Pompos erschallte in der Entfernung einiger hundert Schritte im dichtesten Gehölz der Niederung. Es war deshalb nicht sehr wahrscheinlich, dass der Waschbär einen kleinen Baum erklettert hatte, während große genug in der Nähe umherstanden. Unsere einzige Hoffnung beruhte noch darauf, dass er sich auf einem Stamm befinde, der nicht hohl sei. In diesem Fall bot sich uns noch eine Aussicht mit der Doppelflinte und Rehposten. Abe hegte indessen nur geringe Hoffnungen.

»Er hat seinen eigenen Baum erreicht, Massa, und ich bin überzeugt, dass es ein großer, mit einem großen Loch im Wipfel ist. Der verwünschte Zaun ist daran schuld. Ohne ihn würde der alte Pompo das Vieh niemals seinen eigenen Baum haben erreichen lassen!«

Hieraus konnte ich schließen, dass eine sehr wichtige Eigenschaft eines Waschbärenhundes die Schnelligkeit ist. Der Waschbar läuft ein paar hundert Schritte weit gut und entfernt sich selten weiter von seinem Lager. Wenn er in dieser Entfernung seinem Verfolger vorauskommen kann, so ist er in Sicherheit, da sich sein Zufluchtsort stets in einem hohlen Baum von beträchtlichem Umfange befindet. Ihm hier beizukommen, gibt es dann kein anderes Mittel, als das Fällen des Baumes. Selbst der eifrigste Waschbärenjäger würde nicht einmal daran denken, dies zu versuchen. Die Arbeit, einen solchen Baum umzuhauen, würde ein Dutzend Waschbären wert sein. Ein schneller Hund muss deshalb den Waschbären einholen und ihn auf den nächsten Baum – oftmals einen kleinen – treiben, wo er dann entweder heruntergeschüttelt oder der Baum gefällt wird. Zuweilen klettert ihm auch der Jäger nach und zwingt ihn, herunterzuspringen, sodass er dem wachsamen Hunde unten gerade zwischen die Zähne fällt.

Wenn nicht der Zaun gewesen wäre, so würde nach Abes Meinung Pompo seinen Waschbären gewiss auf den ersten besten Baum getrieben haben, ehe er die Niederung erreichen konnte, so aber …

»Ich habe es Ihnen gesagt, Massa«, murmelte er, »sehen Sie nur dorthin, da ist der Baum; ein Stamm, so dick wie eine Rumtonne!«

Ich blickte in die von meinem Gefährten angedeuteten Richtung und sah Pompo am Fuße eines sehr hohen Baumes stehen, aufwärts schauen und mit dem Schweif wedeln, wobei er von Zeit zu Zeit bellte. Ehe ich indessen Zeit hatte, eine weitere Bemerkung zu machen, erklang Abes Stimme schon wieder in meine Ohren.

»Bei Gott! Es ist ein Bockholzbaum! Ei, Pompo, alter Bursche, du hast dich geirrt, das Vieh ist nicht dort. Der Waschbär bäumt nie auf Bockholz auf, niemals. Das solltest du besser verstehen, du alter Narr!«

Abes Worte lenkten meine Aufmerksamkeit auf den Baum. Es war eine amerikanische Platane, welche auch unter dem volkstümlichen Namen Bockholzbaum bekannt ist. Nur konnte ich nicht recht begreifen, warum der Waschbär nicht auf ihn wie auf jeden anderen klettern sollte, und richtete deshalb eine Frage an meinen Begleiter.

»Weil seine Rinde glatt ist, Massa. Das Vieh geht niemals darauf. Es liebt die Eiche und die Pappel und überhaupt die raue Rinde. Aber bei Gott, er ist ja doch dort!«, fuhr er fort, indem er die Stimme hob und nach der Seite schaute. »Sehen Sie dorthin, Massa! Er ist an der großen Rebe hinaufgeklettert. So ist es recht, Pompo! Du hast ganz recht, und dieser alte Neger hier ist ein Narr. Hu-up! Alter Hund! Hu-up!«

Ich sah in die Richtung, welche Abe bezeichnete, und bemerkte eine große Schmarotzerpflanze, nämlich eine Liane, welche sich nach oben schlängelte und in der Nähe des Wipfels die Platane umrankte.

Dies war ohne Zweifel die Leiter gewesen, auf welcher der Waschbär den Baum erklettert hatte.

Diese Entdeckung besserte unsere Sache indessen keineswegs, denn der Waschbär befand sich etwa fünfzig Fuß hoch über dem Boden, wo entweder der Blitz oder ein Windstoß den Baum abgebrochen hatte und wo sich im Mondschein die Öffnung einer großen Höhlung deutlich zeigte, in welcher das Tier verschwunden war. Der Stamm war einer der stärksten im Wald, und da es reine Torheit gewesen sein würde, ihn fällen zu wollen, so verließen wir die Stelle ohne Weiteres und schlugen den Rückweg zum Maisfeld ein.

Der Hund war nun eine Zeit lang stumm gewesen. Wir hofften, dass sich ein anderes Vieh in den Mais geschlichen haben könnte. Unsere Hoffnung sollte auch nicht getäuscht werden. Pompo hatte das Feld kaum betreten, als ein zweiter Waschbär aufsprang und wie der erste geradeswegs zum Zaun und dem Wald zulief.

Pompo folgte, so schnell er hinübergeworfen werden konnte. Nach ein paar Minuten war auch dieser Waschbär aufgebäumt.

Aus der Richtung des Bellens schlossen wir, dass dies in der Nähe des Ortes geschehen sein müsse, wo uns der andere bereits entwischt war, aber unser Erstaunen überstieg sogar noch unseren Verdruss, als wir bei der Ankunft am Platz gewahr wurden, dass beide Tiere sich auf den nämlichen Baum geflüchtet hatten.

Wir kehrten unter einigen ziemlich nachdrücklichen Verwünschungen zum Feld zurück. Nach kurzer Zeit wurde ein dritter Waschbär aufgejagt, der, wie die anderen, natürlicherweise zum Wald flüchtete.

Pompo verfolgte seine Spur unter zornigem Bellen, welches sich aber bald in das wohlbekannte Signal verwandelte, dass das Wild aufgebäumt sei. Wir rannten ihm durch Gebüsch und Dornen nach und gelangten bald in seine Nähe. War unser Erstaunen vorher groß gewesen, so kannte es nun keine Grenzen mehr. Der nämliche Bockholzbaum mit seiner großen Schmarotzerpflanze stand vor uns, und der Hund bellte an dessen Fuß! Der dritte Waschbär hatte in der geräumigen Höhlung eine Zuflucht gesucht und gefunden.

»Ahi, Massa!«, rief Abe mit schreckensvoller Stimme, »es ist dasselbe Vieh. Es ist kein Waschbär, sondern der Teufel. Um Gotteswillen, Massa, wir wollen von hier weggehen.«

Ich folgte natürlicherweise seinem Rat, da nicht daran zu denken war, den Waschbären beizukommen. Nochmals kehrten wir zum Maisfeld zurück, fanden aber, dass wir es endlich von Waschbären gesäubert hatten. Es war jedoch noch zeitig, und ich hatte nun einmal den Entschluss gefasst, die Jagd nicht eher aufzugeben, bis ich der Erlegung eines Waschbären beigewohnt haben würde. Auf Abes Rat drangen wir daher mit der Absicht in das Gehölz ein, einen Bogen zu beschreiben, wo mehr niedrige Bäume standen.

»Dort könnte sich vielleicht ein Waschbär umhertreiben, um Vogelnester aufzusuchen«, meinte Abe.

Seine Vermutung bestätigte sich. Es wurde ein viertes Vieh aufgejagt, und Pompo verfolgte es. Nach ein paar Minuten schallte das kurze, ununterbrochene Bellen zu uns. Diesmal konnten wir der Richtung nach überzeugt sein, dass es von einem anderen Baum her ertönte.

So erwies es sich auch. Wir fanden noch dazu einen so kleinen Baum, dass wir das Tier keine zwanzig Fuß hoch über der Erde auf den Zweigen kauern sahen.

Nun glaubten wir, seiner völlig sicher zu sein. Ich hatte bereits die Flinte erhoben, um zu feuern, als der Waschbär plötzlich, als ob er meine Absicht gerochen hatte, auf einen anderen Baum hüpfte, von dort zur Erde sprang und schnell davonlief; Pompo natürlich klaffend hinter ihm drein.

Wir erwarteten, dass der Hund ihn bald wieder auf einen Baum jagen würde, was er auch nach einigen Minuten, diesmal aber in dichtem Gehölz, tat.

Wir eilten, durch das Bellen geleitet, vorwärts. Zu meinem höchsten Erstaunen, und ich glaube, zu Abes allerhöchstem Schrecken befanden wir uns plötzlich wieder am Fuß des Bockholzbaumes.

Abes wolliges Haar sträubte sich empor. Sein Aberglaube war mächtig über ihn geworden. Er beteuerte nicht nur, sondern glaubte auch wirklich, wie ich fest überzeugt bin, dass all diese vier Waschbären ein und dasselbe Tier seien, und dieses Tier kein anderes als der Teufel.

Ein so leidenschaftlicher Waschbärenjäger er auch war, so würde er dennoch nun nach Hause gegangen sein, wenn ich es ihm gestattet hätte. Aber es fiel mir nicht ein, die Sache so leicht aufzugeben. Die wiederholte Täuschung meiner Hoffnungen hatte mich aufgeregt, und ich hatte einen neuen Entschluss gefasst. Ich nahm mir vor, die Waschbären aus dem Bockholzbaum herauszuholen, mochte es kosten, was es wollte. Der Baum musste nieder, und wenn wir bis zum Morgen mit dem Fällen desselben zubringen sollten. Mit diesem festen Entschluss ergriff ich Abes Axt und tat den ersten Schlag. Zu meinem Erstaunen und Entzücken klang der Baum hohl. Ich wiederholte den Hieb. Die scharfe Axt drang krachend ins Innere ein. Der Baum war bis zur Erde hinunter hohl und bestand auf der Seite, wo ich zu hacken angefangen hatte, gar nur aus Rinde.

Nach ein paar weiteren Schlägen hatte ich eine Öffnung gemacht, groß genug, um den Kopf hindurchzustecken. Das Fällen eines solchen Baumes konnte also im Grunde genommen keine schwere Arbeit erfordern. Ich berechnete, dass es kaum eine Stunde wegnehmen würde. Der Baum musste also jedenfalls nieder.

Da mich Abe so entschlossen sah, so fasste er wieder etwas frischen Mut und ergriff nun seinerseits die Axt. Er war ein ausgezeichneter Holzfäller, und die Öffnung klaffte bald immer weiter.

«Wenn das Loch bis oben durchgeht, Massa«, sagte er, als er einen Augenblick ausruhte, «so kann uns das Vieh nicht mehr entwischen, denn mit den Schwanenpilzen und dem Grase hier könnten wir den Teufel selber ausräuchern. Wie wäre es, wenn wir es versuchten, Massa?«

»Gut, es mag geschehen«, rief ich, Abes Vorschlag rasch ergreifend.

Nach ein paar Minuten bereits hatten wir in der Öffnung ein Feuer angemacht und eine Menge Blätter, Gras und Kräuter darauf geworfen. Der Rauch übte bald seine Wirkung aus. Wir sahen ihn am Eingang der Waschbärenhöhle zuerst als einen dünnen, hellen Strahl, und dann in dicken Wolken herauskommen. Nun hörten wir ein Kratzen und Klappern im hohlen Stamm. Gleich darauf sprang ein dunkler Gegenstand heraus auf die Liane und lief ein Stück daran hinunter. Ein zweiter folgte, dann noch einer und noch einer, bis nicht weniger als sechs Waschbären längs der Schmarotzerpflanze hingen und daran herunterzulaufen drohten.

Das Schauspiel, welches nun folgte, war unbeschreiblich. Ich hatte meine Flinte ergriffen, und beide Läufe im Handumdrehen abgeschossen. Zwei von den Waschbären kamen schwer verwundet herunter. Pompo packte einen anderen, der an der Liane heruntergelaufen kam und zu entfliehen versuchte, während Abe einem vierten, der auf gleiche Weise zu entwischen versuchte, mit seiner Axt den Schädel spaltete.

Die beiden anderen sprangen zur Höhle zurück, kamen aber gerade zu rechter Zeit wieder, um jeder aus der wieder geladenen Flinte einen Schuss zu erhalten, der sie beide vom Baum herunterbrachte. Es gelang uns, die ganze Familie zu bekommen. So endete unsere Waschbärenjagd, welche Abe für die merkwürdigste und lohnendste erklärte, der er noch je beigewohnt habe.

Da die Nacht nun weit vorgerückt war, so begnügten wir uns, unsere Beute einzusammeln, und schlugen damit den Heimweg ein.

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