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Die drei Musketiere 43

Alexander Dumas d. Ä.
Die drei Musketiere
7. bis 10. Bändchen
Historischer Roman, aus dem Französischen von August Zoller, Stuttgart 1844, überarbeitet nach der neuen deutschen Rechtschreibung

X.

Die Wirtschaft Zum roten Taubenschlag

Kaum in dem Lager angelangt, wollte der König, welcher so große Eile hatte, dem Feind gegenüberzustehen und den Hass des Kardinals gegen Buckingham teilte, alle Vorkehrungen treffen, einmal um die Engländer von der Insel Ré zu verjagen und dann um die Belagerung von La Rochelle kräftiger zu betreiben. Aber er wurde gegen seinen Willen durch die feindselige Art aufgehalten, womit die Messieurs Bassompierre und Schomberg dem Herzog von Angoulême entgegentraten.

Monsieur von Bassompierre und Schomberg waren Marschälle von Frankreich und forderten ihr Recht, das Heer unter dem Befehl des Königs zu kommandieren, aber Richelieu, welcher befürchtete, Bassompierre, der im Inneren seines Herzens ein Hugenotte war, möchte die Engländer und die Rocheller, seine Religionsbrüder, nur wenig bedrängen, versuchte im Gegenteil, den Herzog von Angoulême zu begünstigen, den der König auf seinen Antrieb zum General-Lieutenant ernannt hatte. Wenn also die Messieurs Bassompierre und Schomberg nicht die Armee verlassen sollten, so musste man jedem von ihnen ein besonderes Kommando übergeben. Bassompierre nahm seine Quartiere im Norden der Stadt von Lalen bis Dompierre, der Herzog von Angoulême nahm die seinen im Osten von Dompierre bis Perigny, und Monsieur von Schomberg im Süden von Perigny bis Angoulin.

Die Wohnung Monsieurs war in Dompierre, die des Königs bald in Estré, bald in la Jarri.

Die Wohnung des Kardinals war auf den Dünen beim Pont de la Pierre in einem einfachen Hause ohne alle Verschanzung.

Monsieur überwachte auf diese Weise Bassompierre, der König den Herzog von Angoulême und der Kardinal Monsieurn von Schomberg.

Sobald diese Anordnung getroffen war, beschäftigte man sich damit, die Engländer von der Insel zu vertreiben.

Die Umstände waren dazu günstig. Die Engländer, welche vor allem guter Lebensmittel bedürfen, um gute Soldaten zu sein, hatten viele Kranke in ihrem Lager, da sie nur gesalzenes Fleisch und schlechten Zwieback zu essen bekamen. Das Meer war um diese Jahreszeit an allen östlichen Küsten sehr gefährlich, und das Gestade war von der Spitze des Aiguillon bis zu den Laufgräben buchstäblich bei jeder Flut mit zertrümmerten Pinassen, Robergen und Felucken bedeckt. Daher kam es, dass sich die Leute des Königs in ihrem Lager hielten, und Buckingham, der aus Halsstarrigkeit noch auf der Insel Ré verweilte, musste eines Tages genötigt werden, die Belagerung aufzugeben.

Aber da Monsieur von Toiras melden ließ, im feindlichen Lager bereite sich alles zu einem neuen Sture vor, so meinte der König, man müsse der ganzen Sache ein Ende machen, und gab die nötigen Befehle zu einem entscheidenden Kampf.

Es war nicht unsere Absicht, ein Tagebuch der Belagerung zu schreiben, sondern wir wollten im Gegenteil nur die Ereignisse berichten, welche mit der Geschichte, die wir erzählen, in besonderem Zusammenhang stehen. Wir begnügen uns also, mit zwei Worten zu bemerken, dass das Unternehmen zur großen Zufriedenheit des Königs und zum großen Ruhm des Kardinals glückte. Fuß für Fuß zurückgetrieben, bei jedem Zusammentreffen geschlagen, mussten sich die Engländer mit Zurücklassung von zweitausend Toten auf der Wahlstätte wieder einschiffen. Unter diesen Toten waren fünf Obersten, drei Oberst-Lieutenants, zweihundertfünfzig Capitaine und zwanzig Edelleute von hohem Rang. Ferner verloren die Engländer viele Feldstücke und sechzig Fahnen. Die Letzteren wurden von Claude von Saint-Simon nach Paris gebracht und mit großem Gepränge in den Gewölben von Notre-Dame aufgehängt.

Im Lager ertönten Te Deum, die sich von da durch ganz Frankreich verbreiteten.

Dem Kardinal blieb es also überlassen, die Belagerung fortzusetzen, ohne dass er, wenigstens für den Augenblick, von den Engländern etwas zu befürchten hatte.

Aber die Ruhe war, wie gesagt, nur eine augenblickliche. Es war ein Abgesandter des Herzogs von Buckingham, namens Montaigu, aufgefangen worden, und man hatte den Beweis eines Bündnisses zwischen dem Reich, Spanien, England und Lothringen erlangt.

Dieses Bündnis war gegen Frankreich gerichtet.

Außerdem hatte man in der Unterkunft des Herzogs von Buckingham, die er in großer Eile verlassen musste, Papiere gefunden, welche dieses Bündnis bestätigten, wie der Monsieur Kardinal in seinen Memoiren versichert, und Frau von Chevreuse und folglich auch die Königin bedeutend kompromittierten.

Auf Richelieu lastete die ganze Verantwortlichkeit, denn man ist nicht unumschränkter Minister, ohne verantwortlich zu sein. Auch waren alle Quellen und Mittel seines umfassenden Genies Tag und Nacht in Anspruch genommen, um das geringste Geräusch zu vernehmen, das sich in einem der großen Reiche Europas erhob.

Der Kardinal kannte die Tätigkeit und besonders den Hass Buckinghams. Triumphierte das Bündnis, von dem Frankreich bedroht wurde, so war sein ganzer Einfluss verloren. Die spanische und die österreichische Politik hatte ihre Repräsentanten im Louvre. Er, Richelieu, der französische, der vorzugsweise nationale Minister, war verloren. Der König, der ihm wie ein Kind gehorchte, hasste ihn, wie ein Kind seinen Lehrmeister hasst, und überließ ihn der vereinigten Rache Monsieurs und der Königin. Er war verloren und Frankreich vielleicht auch. Dem allem musste man zuvorkommen.

Jeden Augenblick waren die Eilboten zahlreicher, und man sah sie einander Tag und Nacht in dem kleinen Haus am Pont de la Pierre folgen, wo der Kardinal seine Residenz aufgeschlagen hatte.

Es waren Mönche, welche die Kutte so schlecht trugen, dass man leicht erkennen konnte, sie gehören hauptsächlich der streitenden Kirche an: Frauen, die in ihren Pagenkleidern etwas beengt waren und deren weite Hosen die gerundeten Formen nicht völlig verbergen konnten, Bauern endlich mit geschwärzten Händen, aber zarten Beinen, in denen man den Mann von Stand auf eine Meile in der Runde erkannte.

Dann kamen noch andere minder angenehme Besuche, denn wiederholt verbreitete sich das Gerücht, der Kardinal wäre beinahe ermordet worden.

Allerdings behaupteten die Feinde Seiner Eminenz, sie selbst habe ungeschickte Mörder in das Feld geschickt, um vorkommendenfalls das Recht zu Repressalien zu haben, aber man muss weder das, was die Minister, noch das, was ihre Feinde sagen, glauben.

Dies hielt jedoch den Kardinal, dem seine erbittertsten Verleumder den Mut nicht abgesprochen haben, nicht ab, viele nächtliche Ritte zu machen, bald um dem Herzog von Angoulême wichtige Befehle zu eröffnen, bald um sich mit dem König, bald um sich mit irgendeinem Boten zu besprechen, den man nicht in seinem Haus sehen sollte.

Die Musketiere, welche bei der Belagerung nicht viel zu tun hatten, waren nicht streng gehalten und führten ein lustiges Leben. Dies war hauptsächlich unseren drei Genossen um so leichter, als sie, mit Monsieurn de Tréville befreundet, von diesem ohne Schwierigkeit die Erlaubnis erhielten, länger auszubleiben und auch nach Schließung des Lagers außen zu verweilen.

Eines Abends, als d’Artagnan, der den Dienst in den Laufgräben hatte, sie nicht begleiten konnte, kamen Athos, Porthos und Aramis auf ihren Schlachtrossen, in ihre Kriegsmäntel gehüllt, eine Hand auf dem Kolben ihrer Pistole, aus einer Schenke, Zum roten Taubenschlag genannt, zurück, welche zwei Tage vorher von Athos auf der Straße nach Jarri entdeckt worden war. Sie verfolgten den Weg, der zum Lager führte, und waren dabei aus Furcht vor einem Hinterhalt wohl auf ihrer Hut, als sie ungefähr eine Viertelstunde vom Dorf Boisneau das Geräusch von Pferden zu hören glaubten, welche auf sie zukamen. Sogleich hielten alle drei an und schlossen sich, die Mitte der Straße behauptend, eng aneinander an. Nach einem Augenblick, als der Mond eben unter einer Wolke hervortrat, sahen sie wirklich an der Biegung der Straße zwei Reiter, welche, sobald sie unsere Freunde erblickten, ebenfalls anhielten und mit sich zu Rate zu gehen schienen, ob sie ihren Weg fortsetzen oder umkehren sollten. Dieses Zögern erregte Verdacht bei den Musketieren.

Athos rückte einige Schritte vor und rief mit fester Stimme: »Wer da?«

»Wer da, Ihr selbst?«, erwiderte einer von den Reitern.

»Das ist keine Antwort!«, sprach Athos. »Wer da? Oder wir feuern.«

»Besinnt Euch wohl, ehe Ihr dies tut, Messieurs«, entgegnete eine vibrierende Stimme, welche zu befehlen gewohnt zu sein schien.

»Das ist ein Oberoffizier, der diese Nacht seine Runde macht«, sprach Athos, sich gegen seine Freunde umwendend. »Was wollen wir tun, Messieurs?«

»Wer seid Ihr?«, rief dieselbe Stimme mit demselben befehlenden Ton. »Antwortet oder Ihr dürftet Euch schlecht bei Eurem Ungehorsam befinden.«

»Musketiere des Königs!«, erwiderte Athos, immer mehr überzeugt, dass der, welcher sie fragte, auch das Recht hierzu hatte.

»Welche Kompanie?«

»Kompanie de Tréville.«

»Rückt vor und gebt mir Rechenschaft, was Ihr zu dieser Stunde hier zu machen habt.«

Die drei Musketiere rückten etwas verblüfft vor, denn alle drei waren überzeugt, dass sie es mit einem Mächtigeren zu tun hatten. Man überließ indessen Athos die Sorge, das Wort zu führen.

Einer von den zwei Reitern war ungefähr zehn Schritte von seinem Gefährten entfernt. Athos gab Porthos und Aramis ein Zeichen, ebenfalls zurückzubleiben, und ritt allein vorwärts.

»Um Vergebung, mein Offizier«, sprach Athos, »aber wir wussten nicht, mit wem wir es zu tun hatten, und Ihr könnt sehen, wir halten gute Wache.

»Euer Name?«, fragte der Offizier, der einen Teil seines Gesichtes mit dem Mantel verhüllte.

»Ihr selbst, Monsieur«, sagte Athos, den dieses Verhör zu empören anfing, »gebt mir, ich bitte Euch, den Beweis, dass Ihr das Recht habt, mich so zu fragen?«

»Euer Name?«, wiederholte der Reiter und ließ den Mantel so fallen, dass sein Gesicht entblößt war.

»Der Monsieur Kardinal!«, rief der Musketier erstaunt.

»Euer Name?«, fragte Seine Eminenz zum dritten Mal.

»Athos«, antwortete der Musketier.

Der Kardinal gab dem Stallmeister ein Zeichen und dieser näherte sich.

»Die drei Musketiere werden uns folgen«, sprach er mit leiser Stimme. »Man soll nicht erfahren, dass ich das Lager verlassen habe, und wenn sie uns folgen, sind wir sicher, dass sie niemand etwas davon sagen.«

»Wir sind Edelleute, Monseigneur«, sprach Athos. »Verlangt unser Ehrenwort und seid unbesorgt. Wir wissen, Gott sei Dank, ein Geheimnis zu bewahren.«

Richelieu heftete seine durchdringenden Augen auf den kühnen Redner.

»Ihr habt ein feines Ohr, Monsieur Athos«, sprach der Kardinal. »Aber nun hört: Ich bitte Euch, nicht aus Misstrauen, sondern meiner Sicherheit wegen, mir zu folgen. Ohne Zweifel sind Eure zwei Gefährten die Messieurs Porthos und Aramis.«

»Ja, Ew. Eminenz«, antwortete Athos, während die zwei zurückgebliebenen Musketiere, den Hut in der Hand, sich näherten.

»Ich kenne Euch, Messieurs«, sagte der Kardinal, »ich kenne Euch. Ich weiß, dass ich Euch nicht ganz zu meinen Freunden zu zählen habe, und das tut mir leid. Ich weiß aber auch, dass Ihr brave, wackere Edelleute seid, und dass man sich Euch anvertrauen kann. Monsieur Athos, erweist mir die Ehre, mich nebst Euren zwei Freunden zu begleiten. Ich werde dann eine Eskorte haben, um welche mich Seine Majestät beneiden müsste, wenn wir ihr begegnen würden.«

Die drei Musketiere verbeugten sich bis auf den Hals ihrer Pferde.

»Ei, bei meiner Ehre!«, rief Athos, »Ew. Eminenz hat recht, uns mitzunehmen. Wir stießen unterwegs auf abscheuliche Gesichter und hatten sogar mit vier von diesen Gesichtern einen Zank im Roten Taubenschlag

»Einen Zank! Und warum, Messieurs«, sagte der Kardinal. »Ich liebe die Zänkereien nicht, wie Ihr wisst.«

»Gerade deshalb habe ich die Ehre, Ew. Eminenz von dem Vorfall in Kenntnis zu setzen, denn sie könnte es von anderen erfahren und uns auf einen falschen Bericht hin schuldig glauben.«

»Und was war das Resultat dieses Streites?«, fragte der Kardinal, die Stirne faltend.

»Mein Freund Aramis, den Ihr hier seht, hat einen kleinen Degenstich in den Arm bekommen, was ihn jedoch nicht abhalten wird, wie Ihr wohl bemerken möget, morgen den Sturm mitzumachen, wenn Euer Eminenz dazu Befehl geben sollte.«

»Aber Ihr seid nicht die Menschen, die sich auf diese Art Degenstiche geben lassen?«, sagte der Kardinal. »Sprecht offen, Messieurs, Ihr habt sicherlich einige zurückgegeben! Beichtet, Ihr wisst, ich habe das Recht, Absolution zu erteilen.«

»Ich, gnädiger Monsieur«, sagte Athos, »ich habe nicht einmal den Degen gezogen, aber ich nahm denjenigen, mit welchem ich zu schaffen hatte, um den Leib und warf ihn zum Fenster hinaus. Es scheint«, fuhr Athos mit einigem Zögern fort, »dass er beim Fallen den Schenkel gebrochen hat.«

»Ah! Ah!«, rief der Kardinal, »und Ihr, Monsieur Porthos?«

»Ich, Monseigneur, ergriff, da ich wusste, dass das Duell verboten ist, eine Bank und versetzte einem von diesen Schurken einen Streich, der ihm, glaube ich, die Schulter zerschmettert hat.«

»Gut«, sagte der Kardinal, »und Ihr, Monsieur Aramis?«

»Ich, Monseigneur, da ich ein sehr sanftes Gemüt habe und überdies, was Monseigneur vielleicht nicht weiß, in den geistlichen Stand einzutreten im Begriff bin, wollte meine Kameraden trennen, als einer von diesen Elenden mir verräterischer Weise einen Degenstich durch den linken Arm beibrachte. Da ging mir die Geduld aus und ich zog meinen Degen ebenfalls. Als er wieder angriff, glaube ich bemerkt zu haben, dass er sich, indem er sich auf mich warf, meine Klinge durch den Leib rannte. Ich weiß nur, dass er fiel, und es schien mir, als ob man ihn mit seinen zwei Gefährten fortgetragen hätte.«

»Teufel, Messieurs!«, sprach der Kardinal, »drei Menschen wegen einer Wirtshauszänkerei wehrlos zu machen! Ihr scheint mir keine faule Hände zu haben! Und worüber entspann sich der Streit?«

»Die Elenden waren berauscht und wollten, da sie wussten, dass diesen Abend eine Frau in der Schenke angekommen war, die Tür sprengen.«

»Diese Frau war wohl jung und hübsch?«, fragte der Kardinal mit einiger Unruhe.

»Wir haben sie nicht gesehen, Monseigneur«, sagte Athos.

»Ihr habt sie nicht gesehen? Ah! Sehr gut!«, versetzte der Kardinal lebhaft. »Ihr habt wohl daran getan, die Ehre einer Frau zu verteidigen. Da ich gerade selbst zur Herberge Zum roten Taubenschlag gehe, so werde ich erfahren, ob Ihr die Wahrheit gesprochen habt.«

»Monseigneur«, sagte Athos stolz, »wir sind Edelleute und würden uns keine Lüge erlauben, und wenn wir damit unser Leben retten könnten.«

»Auch zweifle ich nicht einen Augenblick an dem, was Ihr mir sagt, Monsieur Athos, ich zweifle nicht im Geringsten daran. Doch«, fügte er bei, um dem Gespräch eine andere Wendung zu geben, »doch diese Dame war wohl allein?«

»Sie hatte einen Kavalier bei sich eingeschlossen«, sagte Athos. »Da sich dieser Kavalier jedoch trotz des Lärmens nicht zeigte, so lässt sich annehmen, dass er ein Feigling ist.«

»Richtet nicht vorlaut, sagt das Evangelium«, entgegnete der Kardinal.

Aramis verbeugte sich.

»Und nun, Messieurs, ist es gut«, fuhr Seine Eminenz fort, »ich weiß, was ich wissen wollte, folgt mir.«

Die drei Musketiere ritten hinter dem Kardinal, der wieder das Gesicht in seinen Mantel hüllte, sein Pferd in Marsch setzte und sich acht bis zehn Schritte vor seinen vier Gefährten hielt.

Man gelangte bald zu der einsamen, stillen Herberge. Ohne Zweifel wusste der Wirt, welcher erhabene Besuch erscheinen würde, und hatte deshalb die Lästigen weggeschickt.

Zehn Schritte von der Tür entfernt gab der Kardinal seinem Stallmeister und den Musketieren ein Zeichen, Halt zu machen. Ein völlig gesatteltes Pferd war an den Laden angebunden. Der Kardinal klopfte dreimal und auf eine besondere Weise. Ein in einen Mantel gehüllter Mann trat heraus und wechselte rasch einige Worte mit dem Kardinal, wonach er zu Pferde stieg und sich in der Richtung von Surgère, was auch zugleich die Richtung von Paris war, entfernte.

»Vorwärts, Messieurs«, sprach der Kardinal.

»Ihr habt mir die Wahrheit gesagt, meine edlen Herrn«, fügte er, sich an die Musketiere wendend, bei, »und es ist nicht meine Schuld, wenn unser Zusammentreffen an diesem Abend nicht vorteilhaft für Euch ausfällt. Mittlerweile folgt mir.«

Der Kardinal stieg ab, die Musketiere taten dasselbe. Der Kardinal warf den Zügel seines Pferdes seinem Stallmeister zu, die drei Musketiere banden die ihren an die Läden.

Der Wirt blieb auf der Schwelle seiner Tür. Für ihn war der Kardinal nur ein Offizier, der eine Dame besuchte.

»Habt Ihr ein Zimmer im Erdgeschoss, wo diese Messieurs mich bei einem guten Feuer erwarten können?«, sagte der Kardinal.

Der Wirt öffnete die Tür einer großen Stube, in welcher man eben im Begriff war, einen schlechten Ofen durch einen großen vortreffliches Kamin zu ersetzen.

»Ich habe diese hier«, sagte er.

»Das ist gut«, versetzte der Kardinal. »Tretet ein, Messieurs, und erwartet mich gefälligst. Ich werde höchstens eine halbe Stunde ausbleiben.«

Während die drei Musketiere in die Stube im Erdgeschoss eintraten, stieg der Kardinal, ohne weitere Auskunft zu verlangen, die Treppe hinauf, wie ein Mensch, der sich den Weg nicht zeigen zu lassen braucht.

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