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Des Teufels Sohn

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Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 48

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Die unterirdischen Geister werden den Schatz ohne Schwierigkeit heben lassen, sobald sie erkennen, dass ich 50 Reichstaler in der Tasche habe.

Ein listiger Bergmann, der eine Wünschelrute hatte, wurde mir einem wohlhabenden Bauerburschen bekannt, und versicherte ihn, dass er durch sie schon verschiedene Schätze entdeckt hätte. Sie gingen an den Ort. Erst ließ der Bergmann, dann S. die Rute schlagen, und schon in der nächsten Nacht um 12 Uhr sollte der Schatz gehoben werden.

Wenn wir nur das Geld anschaffen können, was zur Hebung des Schatzes nötig ist.
Ich bin arm und diese meine Armut ist eben die Ursache, warum ich durch meine Wünschelrute bisher noch nicht reich geworden bin. Die unterirdischen Geister werden den Schatz ohne Schwierigkeit heben lassen, sobald sie erkennen, dass ich 50 Taler in der Tasche habe. Merken sie aber, dass ich weniger oder wohl gar nichts bei mir führe, so werden sie ihn stets fortrücken, wenn man gleich glaubt, ihn schon in Händen zu haben.

Nun empfing er das verlangte Geld. S. hatte es sich mühsam erspart, gab es nun aber gern hin, weil er dadurch mit einem Mal reich zu werden hoffte. Sie gingen an den bestimmten Ort und fingen gerade um 12Uhr an zu graben.

Die Erde war gefroren. Als sie etwas hineingearbeitet hatten, fragte der Bergmann seine Rute, die ihm, wie er vorgab, sagte, dass der Schatz nur noch einen Fuß tief stehe. Mit aller Arglist eines geübten Betrügers gab er dem S. zu erkennen, dass kein Ungeweihter zugegen sein dürfe, wenn der Schatz gehoben würde. Dieser gehorchte zitternd dem Befehl des Schatzgräbers.

Die Geschichte endete so, wie man leicht erraten kann: Der Bergmann hatte sich mit den 50 Talern davongeschlichen. S. verfiel in eine Krankheit, an welcher er in wenigen Tagen unter einer beständig anhaltenden Raserei von der Wünschelrute zur großen Betrübnis seiner Eltern, deren einziger Sohn er war, starb.

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