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Marshal Crown – Band 38

Bete, wenn die Bandoleros kommen

Sie kamen mit den ersten Strahlen der Morgensonne.

Zwölf sonnenverbrannte, hagere Gestalten, unrasiert, verkommen, mit zerschlissenen Kleidern und ausgetretenen Stiefeln. Sieben Amerikaner, zwei Mexikaner, zwei Halbblutindianer und ein dunkelhäutiger Hüne, dessen kahl geschorener Schädel wie eine blank polierte Kanonenkugel in der Sonne glänzte.

Sie sahen aus, als hätte sie die Hölle ausgespuckt.

Das einzige Gepflegte an ihnen schienen ihre Waffen zu sein.

Jeder trug zwei Revolver im Gürtel, dazu ein Messer und im Sattelscabbard ein Gewehr.

Der dunkelhäutige Hüne hatte zusätzlich noch eine abgesägte Schrotflinte vor sich über dem Sattelhorn liegen.

Die Männer ritten von Westen her auf die kleine Siedlung zu, die zwischen den nördlichen Ausläufern des Edwards Plateaus in einem kleinen Seitental lag.

Mulford, so hieß der Ort, bestand aus etwas mehr als zwanzig Häusern, mehreren Schuppen und Stallungen und einer kleinen Kirche am nördlichen Ende der Town.

Ein staubiger, von unzähligen Fahrrillen durchzogener Karrenweg bildete die einzige Straße des Ortes, in dem es weder eine Postkutschenstation noch einen Sheriff gab.

Als die Reiter ihre Pferde auf einem nahegelegenen Hügelrücken zügelten, von dem aus sie einen guten Überblick über die unter ihnen liegende Siedlung hatten, wurde selbst einem unbeteiligten Beobachter klar, dass letzteres der Grund dafür war, warum sich die Reiter Mulford als Ziel ausgesucht hatten.

Mit starren Gesichtern beobachteten die Männer jede Bewegung in dem Ort.

Sekundenlang herrschte gespanntes Schweigen, bis sich der Jüngste von ihnen ungeduldig im Sattel vorbeugte.

»Auf was warten wir noch, Jack? Warum reiten wir nicht weiter?«

William Saunders war ein kleiner, hagerer Bursche, der mit seinem bartlosen Milchgesicht auf den ersten Blick eigentlich überhaupt nicht in die Reihen dieser grobschlächtigen und erbarmungslosen Reiter passte. Warum er trotzdem in ihrer Mitte weilte, konnte man erst begreifen, wenn man in seine Augen gesehen hatte.

Es waren die Augen eines eiskalten Mörders, kalt und gefühllos wie Kieselsteine in einem Bergbach.

Der Angesprochene drehte sich abrupt im Sattel um.

Sein grobschlächtiges Gesicht zersprang in tausend Lachfalten, während seine Blicke über die Reiter schweiften.

»Habt ihr das gehört, Männer? Unser Kleiner kann es anscheinend kaum noch erwarten, also tun wir ihm den Gefallen und besorgen es den Pfeffersäcken.«

Es war offensichtlich, das der bullige, wie ein Klotz wirkende Mann auf dem riesigen schwarzen Wallach der Anführer der wilden Horde war, obwohl er sich bis auf das Pferd kaum von seinen Begleitern unterschied.

Seine Kleidung war ebenso verdreckt und abgerissen wie die seiner Gefährten.

Trotzdem hätte Jack Barton ein jeder, und das nicht nur wegen des Wallachs, sofort als Führer der Reiter ausgemacht. Es war etwas in seiner Stimme, seiner Art, sich zu bewegen, und vor allem im Blick seiner dunklen Augen, das den Unterschied ausmachte.

»Auf geht’s«, rief Jack und machte dabei eine auffordernde Handbewegung.

Die Männer grölten und gaben den Tieren die Sporen.

Im gleichen Moment, als sich der donnernde Hufschlag ihrer Pferde unheilvoll an den zerklüfteten Felsen brach, begannen in der kleinen Kirche von Mulford die Glocken zu läuten.


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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2 Responses to Marshal Crown – Band 38

  • Paule sagt:

    Danke Gerold auch für die vielen interessanten Western Kuriere.

  • Gerold Schulz sagt:

    Danke Paule,
    freut mich immer wieder zu lesen, dass meine Geschichten und Kolumnen die Besucher des Geisterspiegels interessieren. Ich werde auch in Zukunft versuchen, Themen aufzugreifen, die abseits des Mainstreams sind und dennoch den Leser faszinieren.

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