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Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 43

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Der in einen losen Buben gefahrene böse Geist wird durch Schläge besiegt.

Der Sohn eines Landmanns in einem Dorf bei Potsdam tat oft so ängstlich in Gegenwart seines Vaters, dass dieser in ihn drang, ihm zu sagen, was ihm fehle. Jener antwortete, der Teufel erscheine ihm immer in der Gestalt einer schwarzen Katze und setze ihm zu, er solle sich das Leben nehmen. Der Vater, erschrocken über den Zustand des Sohnes, eilte zum Prediger und bat ihn um Rat, wie er sich hierin zu verhalten habe. Dem Prediger war die ganze Erzählung bedenklich. Er mutmaßte, dass etwas anderes dahinter verborgen sein müsse. Er ließ den Sohn selbst zu sich kommen, erkundigte sich sorgfältig nach allen Umständen, die dieser ihm sowie seinem Vater erzählte und hinzusetzte, auch sein Bruder sei ihm gram und könnte ihn nicht leiden. Darum sei ihm das Leben zur Last.

Der Prediger kannte seinen Bruder als einen ordentlichen und vernünftigen Menschen. Er fragt also diesen, warum er seinem Bruder gram sei, und erfährt von ihm, dass er ihn wegen seiner schlechten Aufführung hasse, indem er in allen verdächtigen Häusern herumlaufe und selbst mit des Predigers Magd verbotene Dinge treibe. Die Teufelsgeschichte sei von ihm bloß erdichtet, um den Vater zu bewegen, ihm das Gut abzutreten.

Der Prediger erschrak über die Bosheit des jungen Menschen. Weil er in diesem Fall glaubte, auf einem groben Klotz gehöre ein derber Keil, so gab er dem Vater den Rat, mit einem gedoppelten Strick den Teufel von ihm zu treiben. Dieser ließ den losen Burschen durch zwei Knechte halten, haute selbst zu und trieb den Teufel glücklich von ihm. Doch behielt er nun in seinem Herzen einen Groll gegen seinen Bruder, der seine Streiche dem Prediger erzählt hatte.

In der Dämmerung überfiel er ihn mit einer Runge in der Hand und wollte ihn totschlagen. Dieser wehrte sich. Die Balgerei geschah so nahe bei der Wohnung des Predigers, dass dieser den Lärm hörte. Als er durch das Fenster sah, was es sei, nahm er geschwind seine Hetzpeitsche und hieb so schnell wie möglich auf den schlimmen Burschen los, sodass er schon eine Tracht Hiebe weghatte, ehe er gewahr wurde, wo sie herkamen. Wie er aber sah, dass es der Prediger war, so lief er davon. Von dieser Zeit an sah er keine schwarze Katze mehr, hatte sich nie unanständig gegen seinen Vater oder Bruder betragen, hatte vernünftigen Vorstellungen Raum gegeben und ist ein besserer, ordentlicher Mensch geworden.

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