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Aus dem Wigwam – Was die Indianer vom Felsengebirge denken

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Was die Indianer vom Felsengebirge denken.

ie Stämme der östlichen Prärien nennen das Felsengebirge die »Berge der untergehenden Sonne«. Einige nennen es auch den »Rücken der Welt« und glauben, dass dort Wakonda, der Meister des Lebens, hause. Andere glauben auch, dass sich dort ihr erwartetes Paradies, die glücklichen Jagdgründe, befänden, die jedoch für sterbliche Augen unsichtbar seien. Auch soll sich dort die große, schöne Stadt befinden, in der die edlen Indianer, welche sich stets an die Gebote des Großen Geistes gehalten haben, alle erdenklichen Freuden genießen. Wieder andere behaupten, dass sie diese Berge nach ihrem Tod besteigen und die höchsten Felsspitzen erklimmen müssten.

Nach monatelanger unbeschreiblicher Anstrengung erreichten sie endlich den geheimen Gipfel, von dem sie in das Land der Seelen sehen können. Die Seelen der Braven und Tapferen wohnen dort in schönen Zelten, die an den Ufern klarer Flüsse stehen. Sie machen auf die Hirsche und Büffel Jagd, die sie in ihrem Leben erlegt haben. Haben sie sich während ihres Lebens gut betragen, so wird ihnen erlaubt, in jene Ebene zu steigen. Waren sie jedoch Bösewichter, so werden sie von den Felsen gestürzt und müssen unter dem schrecklichsten Hunger und Durst ewig durch unendliche Sandwüsten wandern.

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