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Elbsagen 08

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

8. Die drei Jungfrauen

Ein Mann aus Nestomitz, gegenüber von Schwaden, ging in der Adventszeit, ohne dass er Zeit und Stunde wusste, von Hause fort, um in Außig am Gottesdienst teilzunehmen. Als er zu der Schwadener Fähre kam, stand plötzlich ein kleines graues Männlein vor ihm und bat ihn flehentlich, mit ihm zu gehen. Er sagte, es solle sein Schade nicht sein. Jener wollte zunächst nicht auf die Bitten des Kleinen hören. Als der aber nicht abließ und immer flehentlicher in ihn drang, gab er endlich nach und folgte ihm. Das kleine Männchen führte ihn zur Blankensteiner Schlossruine. Dort öffnete es ein Kellertor und hieß ihn eintreten. Da sah der Mann aus Nestowitz vor sich ein prachtvolles Gewölbe, in dem drei schöne Jungfrauen saßen, die ihm voller Freude zuwinkten und ihn mit Gebärden aufforderten, näherzukommen. Sie hatten aber jede einen Sack voll Goldstücke vor sich stehen. Erschreckt sah sich der Mann nach seinem Begleiter um, konnte ihn aber nirgends entdecken. Da befiel ihn plötzlich eine namenlose Furcht. Er eilte aus dem Gewölbe heraus und lief, was er laufen konnte, den Berg hinunter. Hinter sich aber hörte er fortwährend ein Klagen, Weinen und Rufen.

»Ach, hättest du uns doch erlöst! Hättest du nur einen Sack berührt, du wärest sehr reich geworden! Nun müssen wir noch hundert Jahre warten!«

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