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Wird das gedruckte Buch ein Luxusartikel?

Wird das gedruckte Buch ein Luxusartikel?
Einige Gedanken, wie es mit der Zukunft von Büchern bestellt sein könnte

Versuchen wir einmal zu Beginn meiner Überlegungen herauszufinden, was sich hinter dem gemeinsamen Wortstamm von Print Book und E-Book verbirgt.
Das Buch ist eine Möglichkeit, um über das geschriebene Wort Informationen zu transferieren. Im ersten Moment scheint es nicht wichtig, ob der Text in digitaler Form mithilfe eines E-Book Readers wie zum Beispiel dem Tolino shine oder in der gedruckter Version gelesen wird. Dabei sind sowohl die Schriftart als auch die Präsentation des Textes irrelevant – man will ja nur die Worte lesen.
Beide Formate sind sich im Wesentlichen sehr ähnlich. Es kommt für mich auf den Text und nicht auf das Medium an, auf welchem sich der Text befindet. Sicherlich fühlt sich das Lesen sumerischer Legenden auf Tontafeln authentischer an, verbessert jedoch nicht unbedingt das Verständnis der Materie, sondern nur die Erfahrung. Je nach der Art des Stoffes, welcher gelesen oder betrachtet werden soll, bedarf es der Abwägung der Vorteile des einen Formats gegenüber dem anderen.

Das klassische Buch aus Papier

Bücher aus Papier bieten mehrere Vorteile: Sie sind leicht erhältlich, denn Buchhandlungen und Onlineshops gibt es derart viele. Sie sind leicht zu transportieren, belasten in der Regel kaum die Augen und sind kostengünstig.
Okay, das leuchtet jedem ein. Und gerade für Bücher mit spezifischen Arten von Inhalten wie zum Beispiel Lehrbücher und Bildbände ist die Printform besser geeignet.
Ein weiterer Faktor, den man berücksichtigen sollte, ist die Tatsache, dass man das Buch überall bei Licht lesen kann, ohne irgendwelche Akkus aufladen zu müssen. Besonders aus diesem Grund ist ein Buch ein perfekter Reisebegleiter. Es ist greifbar, lenkt den Leser nicht ab, sobald er das Buch aufschlägt.
Das Argument, dass für die Papierherstellung sehr viel Holzstoff benötigt und damit Bäume sterben müssen, ist in unserer heutigen Zeit überholt. Aufgrund einer modernen Forstwirtschaft gilt Holz als nachwachsender Rohstoff und somit auch langfristig ausreichend vorhanden.
Offensichtliche Nachteile liegen darin, dass sie manchmal sperrig und schwer sein können, besonders dann, wenn man 2 bis 3 von diesen »Ziegelsteinen« tragen muss.

Das E-Book

E-Books bieten einige Vorteile. Voraussetzung ist natürlich, dass man auch einen E-Book Reader sein Eigen nennen und dieser das entsprechende Format auch lesen kann.
Die meisten Reader besitzen eine Zoom-Funktion, sind leicht zu bedienen und können jede Menge Titel speichern. Ohne Reader sind E-Books einfach nur nutzlos. Es gibt einige Reader auf dem Markt, welche die E-Ink-Technologie, die dem Papier sehr nahe kommt, verwenden und somit einer negativen Augenbelastung entgegenwirken.

Und was verwende ich persönlich?

Ich nutze beide Möglichkeiten. Ich habe neben dem Laptop ein Tablet mit entsprechenden Apps, um Romane, Webseiten, Blogs … darauf lesen zu können. Die Anzahl guter Romane – als E-Books durch Verlage oder durch Selfpublishing bereitgestellt – nimmt stetig zu, obwohl bei Letztgenanntem vieles an Qualität zu wünschen übrig lässt. Doch sind nach wie vor die gedruckten Versionen meine Favoriten. Sie brauchen keine Batterien oder Akkus, und ich kann sie so gut wie überall lesen. Die Zeit wird es zeigen, ob E-Books eine gute Alternative sind. Im Moment befindet sich noch alles im Aufbau, es wird noch viel experimentiert. Vieles befindet sich noch auf dem Prüfstand und eine vernünftige Lösung muss noch erbracht werden.

Sind Bücher wirklich vom Aussterben bedroht?

Der Aufstieg der E-Book Reader hat dazu geführt, da die Medien das Gerücht in die Welt gesetzt haben, dass das Buch vom Aussterben bedroht oder bereits tot sei. Davon kann wirklich nicht die Rede sein, sieht man sich die jährlichen Neuveröffentlichungen an. Es ist ein Beispiel, wie Medien übertreiben können. In Wirklichkeit ist zu verzeichnen, dass neben dem gedruckten Buch auch E-Books verkauft werden und beide somit ihre Daseinsberechtigung haben.
Für viele Arten von Büchern ist die gedruckte Option die bessere, trotz Fortschritten im Bereich von iPad, Kindle und Co. Dies betrifft vor allem Bücher, bei denen die Typografie wichtig ist, wie zum Beispiel Design-Bücher und sogenannte Coffee Table Bücher, Bücher mit sehr vielen Bildern, wie zum Beispiel Kochbücher, Atlanten und Bildbände, Bücher, bei denen es auf die Haltbarkeit besonders ankommt, wie zum Beispiel Kinderbücher und Lehrbücher sowie jene Bücher, deren ideeller Wert über dem geschriebenen Wort steht, wie zum Beispiel limitierte Editionen und signierte Bücher. Diese Art von Büchern können zurzeit nicht einfach so durch E-Books ersetzt werden.
Ein weiterer Aspekt, welcher bei der Wahl zwischen gedrucktem Buch und E-Book beachtet werden sollte, sind unser Leseverhalten und -gewohnheiten.
Der gelegentliche Leser liest zwischen 0 und 3 Bücher pro Jahr und tendiert zu Bestsellern während der Urlaubszeit, wenn er Zeit zum Lesen habt. Dabei machen Verlage einen Großteil ihrer Gewinne, da diese Leute in der Regel Taschenbücher kaufen. Hier macht es wenig Sinn, sich einen Reader zum Lesen anzuschaffen.
Der durchschnittliche Leser liest 4 bis 10 Bücher pro Jahr und wagt sich schon mal von den Bestsellern zu etwas Ausgefallenem. Ob man dabei auch E-Books lesen möchte, sollte jeder für sich entscheiden. Wer sein Leseverhalten beibehält, dem sei an dieser Stelle ein Wechsel zum E-Book nicht empfohlen. Es ist eben eine Preisfrage, ob man diesen Sprung vom gedruckten zum elektronischen Buch wagt.
Der Vielleser liest über 10 Bücher pro Jahr. Er neigt dazu, alles zu lesen, was seine Lieblingsautoren veröffentlichen. Der Vielleser weitet sein Interesse auf fast alle Genre der Belletristik aus. Nichts ist ihm zu teuer. In diesem Fall ist die Anschaffung eines E-Book Readers sinnvoll, und innerhalb eines Jahres ist es durchaus möglich, dass sich die Anschaffungskosten amortisieren.

Fazit:
Bücher werden auch weiterhin auf lange Sicht bezahlbare Objekte bleiben, die von uns Lesern geschätzt werden. Dies ist meiner Meinung nach genau der Aspekt, wie er sein sollte. Die digitalen Kataloge werden wachsen und die Verlage sich von DRM abwenden. Das digitale Buch steht gerade mal am Anfang seiner Entwicklung und wird sich im Onlinehandel dem seines gedruckten Verwandten immer mehr nähern. Bücher werden nicht wirklich aussterben. Sie werden sich dem Lauf der Zeit anpassen. Und der Leser, anstatt in Hektik und Stress zu verfallen, findet sich beim guten, alten Buch in angenehmer Ruhe und voller Konzentration wieder und lässt das Rascheln der Seiten auf sich einwirken.

(wb)