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Weird Tales – Das Grab

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Wake up and die

Wake up and die
Originaltitel: Volver a morir, Kolumbien, 2011
Grupo Enmente, Defiant Pictures, Straightwire Films

Sunfilm Home Entertainment/Tiberius Film, 02. Oktober 2013

1 DVD im Amaray Case, Mystery/Horror/Thriller, EAN 4041658227032, Laufzeit: ca. 80 Minuten, FSK: 18, Regie & Drehbuch: Miguel Urrutia, Darsteller: Andrea Montenegro, Luis Fernando Bohórquez, Musik: Alejandro Jaramillo
www.sunfilm.de

Eines Morgens wacht die prüde Camilla Andrea Montenegro) (im Bett des ihr fremden Dario (Luis Fernando Bohoquez) auf. Die Erinnerung an die Nacht zuvor ist ausgelöscht. Nach peinlichen Erklärungs- und Rechtfertigungsversuchen landen beide wieder im Bett, wo Dario Camilla unvermittelt tötet. Doch erneuet wacht Camilla neben ihrem Mörder auf. Das tödliche Spiel wiederholt sich auf verschiedene Arten. Camillas einzige Chance aus dieser Todesspirale zu entkommen ist, mehr über ihren Mörder herauszufinden und so den mörderischen Kreis zu unterbrechen. So nutzt nach jedem erneuten Aufwachen jede sich bietende Gelegenheit, Zeit zu gewinnen und etwas mehr über Dario herauszufinden.

Das genial einfache (und deswegen geniale) Sujet hat schon bei Und täglich grüßt das Murmeltier hervorragend funktioniert und so gut wie jede fantastische Fernsehserie – von Star Trek über Akte X bis Buffy – hält inzwischen eine »Murmeltierepisode« bereit. Wake up and die will nun die Horrorversion des Zeitschleifenthemas sein, funktioniert aber nicht im Mindesten so gut wie die Vorgänger.
Ist man zunächst noch versucht, Camilla voller Spannung bei der Suche nach einer Erklärung für diesen »albtraumhaften Todesloop« (Coverzitat) zu begleiten bzw. mehr über ihren Mörder zu erfahren, erlahmt das Interesse schon bald, da es total versäumt wird, die Sympathien des Zuschauers auf Camillas Seite zu ziehen. Ungeachtet dessen hätte möglicherweise ein methodisches Vorgehen Camillas den Film noch gerettet, doch ihre (Such)Aktionen entbehren jeder Logik, sodass sich daraus keine Spannung aufbauen kann. Auch die Flashbacks, die Camilla während ihrer kurzen Todesphasen hat, erhalten keine Erklärung.
So fehlt dem Film der notwendige Zug, den Zuschauer bei der Stange zu halten. Camillas finaler Geistesblitz, wie sie ihren Mörder doch noch überlisten kann, interessiert schließlich nicht mehr.
Auch optisch kann der Film nicht überzeugen. Nahezu die komplette Handlung dieses Zweipersonenstückes spielt sich auf den äußerst begrenzten Raum zweier Zimmer ab, was durch inflationär eingesetzte extreme Nahaufnahmen kaschiert werden soll.

Für Regisseur und Drehbuchautor Miguel Urrutia, der zuvor als Kameramann und Cutter tätig war, ist Wake up and die die erste Regiearbeit, der 2014 The Game of the Hangman folgt.

Fazit:
Die bekannte Grundidee bietet eine Steilvorlage, die jedoch hier nur ungenügend ausgearbeitet ist. Blasse Charaktere und eine willkürliche Storyentwicklung lassen keine Spannung aufkommen.

(eh)