Archiv

Vergessene Werke

Deutsche Märchen und Sagen 67

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

70. Mützchen

Im Heinischen Busch bei Freiberg in Meißen erschien ehedem häufig ein Geist, welcher die Durchwandernden auf allerlei Manieren quälte. Zumeist hüpfte er ihnen auf den Rücken, klammerte sich um ihren Hals fest und ließ sich also ein gutes Stück Wegs tragen. Waren die Leute dann hundemüde, sodass sie kaum noch Atem schöpfen konnten, dann ließ er sie los, kletterte pfeilschnell auf einen Baum, lachte sie derb aus und machte Grimassen aller Art. Vornehmlich hat er dies Spiel, wovon viele Personen krank geworden und einige selbst gestorben sind, im Weiterlesen →

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 26

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Vom Zwergkönig Hübich – Teil I

In altersgrauer Zeit, als noch die Riesen auf Erden wandelten, ging einst ein solch gewaltiger Geselle bei Grund vorbei. Da spürte er einen empfindlichen Druck am Fuß. Er zog seinen Schuh aus. Und als er sah, dass nur ein Stein ihn gedrückt hatte, schüttete er denselben aus. Der Stein blieb dicht bei Grund liegen.

Was aber für den Riesen nur ein Steinchen war, das waren für die gewöhnlichen Menschenkinder ein paar mächtige, aneinanderstehende Kalksäulen, in denen Zwergkönig Hübich mit seinen Untertanen hauste und die daher den Namen Hübichenstein erhalten haben.
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Deutsche Märchen und Sagen 66

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

69. Die Lappländer zu Langdorf

Zu Langdorf gab es ehedem eine große Menge von Kabautermännchen oder Lappländern, ganz kleine Kerlchen, die viel Böses und wenig Gutes stifteten. Sie kamen häufig bei meiner Mutter Großvater, Berg, um sich Küchengeräte von ihm zu leihen. Gab man es ihnen nicht, dann wollte es mit der Arbeit auf dem Hof den ganzen Tag nicht recht fort und allerlei Unangenehmes stellte sich den Dienstleuten in den Weg. Gab man es ihnen aber, dann ging alles nach Wunsch und Willen. Zumeist erfragten sie sich Löffel, Gabeln und Töpfe. Gab man ihnen Weiterlesen →

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 25

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Wildemann

Vor langer Zeit lebte in einer Höhle im Oberharz ein Räuber mit seiner Frau. Sie waren aus Thüringen hierher verschlagen worden und hausten in der Einöde wie Wilde.

An Kleidung fehlte es ihnen gänzlich, nur Borke, Tannenzweige und Moos umhüllten notdürftig ihre Glieder.

So saß der wilde Mann einst auf einer Klippe im Wald, als ein Ritter, Klaus genannt, des Weges kam. Er staunte über die kräftige Gestalt des Räubers, der in der Hand eine große Tanne hielt und auf dessen Rücken ein Weiterlesen →

Rübezahl, der Herr des Gebirges – Folge 63

Rübezahl, der Herr des Gebirges
Volkssagen aus dem Riesengebirge
Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber
Verlag Carl Gustav Naumann, Leipzig, 1845

63. Wie Rübezahl lehrt, wie man die Fliegen los wird.

Der Herr Rumschüttel war ein gar reicher Mann, zugleich freier Bergherr und Hammermeister in Schmiedeberg, und stand sich gut, denn ging es drüben nicht mit dem Bergwerk, so ging es auf dieser Seite mit dem Schmiedewerk und umgekehrt. Und der Paperl war sein Diener und ein Mann, der in alle Sättel passte, und zugleich ein sehr feiner Kopf. Wenn die Meisterin sagte, Paperl, geh und tue das, so tat er es nicht.
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