Deutsche Märchen und Sagen 136
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
176. Die Monstranz zu Lochristi
Ein Kaiser, der Herr von Flandern war, hatte einmal Krieg mit den Türken und verlor viele Soldaten dabei, kam auf die Art täglich mehr in Gefahr, endlich zu unterliegen. Da tat er ein Gelübde, drei Monstranzen von Silber und Gold an ebenso viel Liebfrauenkirchen zu schenken, die eine an Unsere liebe Frau von Hall, die andere an Unsere liebe Frau von Scharzenheuvel und die Dritte an Unsere liebe Frau von Lochristi, deren Bild damals noch in einem Kapellchen mitten in einem Busch stand.
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Das Buch vom Rübezahl – Teil 5
Das Buch vom Rübezahl
Neu erzählt von H. Kletke
Breslau, 1852
6. Wie Rübezahl einen Bettler darstellt
Zu einer anderen Zeit stellte Rübezahl selbst einen Bettler dar und bat einen Freiherrn, der über das Gebirge reiste, um einen Zehrpfennig.
Es soll aber der Herr zu ihm gesagt haben: »Pack dich, bist du doch stark genug. Geh und tu Gutes, arbeite den Leuten um Lohn.«
Ritter Busso von Falkenstein – 12. Teil
Ritter Busso von Falkenstein
oder die Geheimnisse der Totengruft
Ein schauderhaftes Gemälde aus den Ritterzeiten
Verlegt durch Gottfried Basse zu Quedlinburg, 1813
»Wer bist du?«, fragte ihn der beherzte Ritter, »und was suchst du hier?«
Als der Unglückliche diese Stimme hörte, richtete er sich ein wenig auf. Busso erkannte in ihm den Grafen von der Eulenburg. Erstaunt und seinen Augen kaum trauen, betrachtete er ihn einen Augenblick und schwieg. Der Graf aber, welcher seinen Anblick nicht ertragen konnte, wandte sein Gesicht zur Erde und hob den Arm empor, um ihn gleichsam wie einen bösen Geist abzuwehren.
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Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel VII, Teil 2
Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.
Kapitel VII, Teil 2
Die Vorstellung begann mit Molieres Meisterwerk, dem Tartuffe, auf den das neue Stück folgen sollte. Unter den Zuschauern befanden sich außer den reichsten Parvenüs, Wechsler und Wechselagenten auch viele Damen, welche Vorsteherinnen oder Teilnehmerinnen verschiedener Wohltätigkeitsanstalten waren, wie es deren in Paris so manche gibt, um das große Elend der ärmeren Klasse zu mildern. Als das erste Stück beendet war und sich der Vorhang abermals in die Höhe rollte, stellte die Bühne das prächtige Boudoir einer Bankiersfrau dar. Im Weiterlesen
Der Fluch von Capistrano – Kapitel 37
Johnston McCulley
Der Fluch von Capistrano
New York. Frank A. Munsey Company. 1919
Ursprünglich in fünf Teilen in der All-Story Weekly ab der Ausgabe vom 9. August 1919 als Serie veröffentlicht.
Kapitel 37
Der Fuchs in der Falle
Er huschte zum Fenster und warf einen Blick hinaus. Die Soldaten umstellten das Gebäude. Er konnte sehen, wie der Gouverneur über den Platz stakste und seine Befehle rief. Auf dem Weg nach San Gabriel kam der stolze Don Alejandro de la Vega, um dem Gouverneur seinen Besuch abzustatten. Er hielt am Rande des Platzes an und Weiterlesen
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