John Tanner – Das Leben eines Jägers 2
John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree
Zweites Kapitel
Am anderen Morgen wurde ich zu einem mit Pfahlwerk umgebenen Platz geführt, zu dessen beiden Seiten sich ein baumloses Terrain weithin erstreckte. Dort setzten sich alle Indianer nieder. Die Familie und die Freunde des Alten nahmen auf der einen Seite Platz, die Fremden auf der anderen. Die Freunde hatten Geschenke an Zucker, Mais, anderem Getreide, Tabak und dergleichen mitgebracht. Bald darauf fingen die Indianer, welche mich dorthin geschafft hatten, an Weiterlesen
Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 1
Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 1
Eine Erzählung von Fr. Daum
Um 1925 erschienen im Verlag von A. Anton & Co. in Leipzig
»Alle Wetter – mit dem eigensinnigen Kerl ist nichts anzufangen, er weigert sich hartnäckig, mir den Inhalt seines Medizinbeutels zu zeigen«, rief der junge Naturforscher James Allan ärgerlich aus, sein Pferd neben das starkknochige Maultier des reckenhaften Trappers lenkend. Ben Gibson, unter dem Kriegsnamen Rifle Ben wegen seiner Schießfertigkeit am nördlichen Missouri bekannt und gefürchtet, lachte lustig über den Eifer des jungen Gelehrten.
»Ich habe Euch ja vorausgesagt, dass es so kommen würde«, meinte er gelassen.
»Zwei Pferde und eine neue Büchse mit der dazugehörenden Munition habe ich ihm dafür geboten – aber der störrische Esel will Weiterlesen
John Tanner – Das Leben eines Jägers 1
John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree
Erstes Kapitel
Meine früheste Jugenderinnerung, die ich mir noch jetzt deutlich vergegenwärtigen kann, ist der Tod meiner Mutter. Ich war damals erst zwei Jahre alt, allein mehrere Umstände, welche sich zu jener Zeit ereigneten, machten auf mich einen so tiefen Eindruck, dass ich sie nie wieder vergessen habe. Wie der Ort hieß, wo wir wohnten, weiß ich nicht mehr, man hat mir aber gesagt, er habe am Ufer des Kentucky River, weit entfernt vom Ohio gelegen.
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In the Wilderness – Teil 2
In den Morgenstunden des folgenden Tages erreichte die Yellow Stone Kansas, ungefähr 500 Meilen von der Mündung des Missouri entfernt. Hier verließen Heartford und Griffin das Schiff, nahmen ihre Ausrüstung auf und begaben sich zu einem guten alten Bekannten, Colonel Stanford, der bereits sein Blockhaus als Unterkunft für die beiden Männer herrichten ließ. So brauchten sie nicht in einer Taverne die Nacht verbringen und sparten obendrein einige Geldstücke. Mit einem Fuhrwerk brachen Steve und Quincy nach Westport auf, in der Hoffnung, dort Maulesel und Pferde für die bevorstehende Reise beschaffen zu können.
Es war ein bemerkenswert frischer und schöner Maimorgen. Die üppigen Wälder, durch welche ihr Weg führte, wurden von Sonnenstrahlen durchdrungen, und einige Vögel Weiterlesen
In the Wilderness – Teil 1
Mit dem Frühling 1846 begann in St. Louis die Hauptsaison des Jahres. Aus allen Teilen des Landes trafen täglich Auswanderer ein, um sich auf eine Reise nach Oregon und Kalifornien vorzubereiten. Eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Händlern belud ihre Wagen mit notwendigen Ausrüstungsgegenständen und Handelswaren für Santa Fe. Unter den Auswanderern befanden sich gut betuchte und ranghohe Männer, die sich in besonderer Weise mit dem Land Kalifornien verbunden fühlten. Die Hotels der Stadt verfügten über kein einziges freies Zimmer mehr, alle waren schon seit längerer Zeit ausgebucht. Die Büchsenmacher und Sattler hatten jede Menge Arbeiten zu verrichten, um die Wünsche der Reisenden rechtzeitig und zufriedenstellend zu erfüllen. Eine gute Bewaffnung sowie eine solide Ausrüstung waren gefragter denn je. Fast jeden Tag verließen Dampfschiffe den Hafen Weiterlesen
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