Der Detektiv – Band 31 – Eine leere Streichholzschachtel – Teil 2
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 31
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Eine leere Streichholzschachtel – Teil 2
Mir war nun recht beklommen zumute. Zwar hatte Harald uns schon aus weit bedrohlicheren Lagen befreit als aus dieser, doch bereitete mir der Gedanke, in einer Art Mausoleum eingesperrt zu sein, durchaus Unbehagen.
Ich drehte mich um. Ich sah Harst nicht gleich. Er hatte seine Taschenlampe ausgeschaltet. Aber der Lichtkegel meiner Taschenlampe fand ihn bald. Er hatte sich auf den Sargdeckel gesetzt, der etwas im Hintergrund auf dem Steinboden stand. Eine andere Sitzgelegenheit gab es hier nicht.
Ich ging auf Zehen zu ihm hin. Jeder laute Schritt hallte in diesem Raum so nervenaufreibend wider.
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 18
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 3
Die Water Street und die nähere Umgebung mit ihren Boardinghäusern, Kneipen und Tingeltangels ist in New York das Paradies der Seeleute. Gegenwärtig war eine sehr stille Zeit. New York war mit Seeleuten überfüllt, es kamen und gingen keine Schiffe, und die regelmäßig fahrenden Linien haben ihre ständige Besatzung.
Ein Bild von dieser faulen Sommerzeit gab die Gaststube von Tiedemanns Boardinghaus. (Ein Boardinghaus ist eine Matrosenherberge, der Wirt heißt Boarding-Master; in Deutschland wird er Heuerbaas genannt, und diese Herbergsväter sind in aller Welt auch Deutsche.)
Es sah traurig genug aus in der Gaststube. Von den Dutzend Matrosen und einigen Steuerleuten, welche bei Tiedemann im Logis lagen, spielten drei Mann Karten; sie spielten um Nasenstüber … um Hosenknöpfe, wollen wir lieber sagen. Die anderen hockten untätig Weiterlesen
Cyril Hare – Der Tote im Wohnzimmer
Cyril Hare – Der Tote im Wohnzimmer
Die Geschichte spielt im London des beginnenden 20. Jahrhunderts. In Daylesford Gardens, South Western, einem ruhigen Viertel in London, stehen Häuser, die zu dieser Zeit nicht neu und nicht im Entferntesten elegant sind. Am nördlichen Ende des Viertels hat der Zeitungsverkäufer Jackie Roach seinen Stand.
Die meisten Hausbesitzer von Daylesford Gardens kennen ihn vom Sehen, aber wieviel er über sie alle weiß, ahnen die wenigsten von ihnen.
An einem kühlen, windigen Abend im November hätte sich Roach über ein Schwätzchen mit jedem der Bewohner des Viertels gefreut, das ihn von dem Rheuma abgelenkt hätte, welches ihn zu dieser Jahreszeit immer ganz besonders plagte. Aber niemand wollte im Augenblick innehalten und mit ihm sprechen. Die Leute blieben gerade so lange, um ihm eine Münze in die Hand zu drücken und sich eine Zeitung zu schnappen, als wäre er ein Automat.
Rosa, das Dienstmädchen von Miss Penrose aus der Nummer 27, das jeden Abend um Punkt sechs Uhr kam, um den Standard zu Weiterlesen
Der Detektiv – Band 31 – Eine leere Streichholzschachtel – Teil 1
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 31
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Eine leere Streichholzschachtel – Teil 1
In die Zeit unseres Aufenthalts in der hinterindischen Hafenstadt Singapur fällt auch unser Abenteuer mit der leeren Streichholzschachtel. Ich möchte es an dieser Stelle einfügen, auch wenn es nur lose mit unserem Kampf gegen Eugenie Malcapier, unsere rotblonde Feindin, zusammenhängt. Immerhin beleuchtet es die verbrecherische Vielseitigkeit dieser schönen Frau noch stärker und gibt den Lese eine interessante Ergänzung des Charakterbildes dieser zweifellos hochintelligenten Frau.
Dass wir in Singapur im Raffles-Hotel abgestiegen waren, habe ich bereits im vorigen Abenteuer erwähnt. Nach der Verhaftung Eugenie Malcapiers im Park des Admirals Stevenpole saßen wir abends im Speisesaal des Hotels mit Detektivinspektor Jobster zusammen und feierten unseren Sieg über unsere schlaue Gegnerin ein wenig.
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 17
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 2
Flederwisch und Wetterhexe
Bisher war Nobody immer nur in der Maske irgendeiner Gestalt erschienen, die dem alten Herrn unbekannt war. Dies war das erste Mal, dass sich Nobody in einen Mann verwandelt hatte, den Mr. World von Grund auf kannte – er kannte doch seinen Paddy, seinen Kassenboten, dem er nun schon seit über zehn Jahren die größten Geldsummen und die wichtigsten Einschreibebriefe anvertraute. Er hätte dies auch noch vor einer Minute getan, denn das war doch sein stotternder Kassenbote gewesen.
Kurz und gut, der alte Herr war nicht nur starr vor Staunen, als sich sein Kassenbote plötzlich so verwandelte, sondern er entsetzte sich förmlich wie vor einem nicht wegzuleugnenden Gespenst.
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