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Mythen & Wirklichkeiten

Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 11. Kapitel

Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840

Elftes Kapitel

Wie der armen Bauersfrau großes Leidwesen sich wieder in Freude und Lust verwandelt

»Sollte ich den Korb zu fest gepackt haben?«, sprach die Frau verwundert zu sich, als die Last mit jedem Schritt, den sie vorwärts tat, immer schwerer wurde, dass sie fast zu Boden sank. »Sollte der Berggeist, von dessen Schelmereien man sich so mancherlei erzählt, mir etwa ein Paar Steine hineingeworfen haben?« Aber nichts als dürres Laub fand sie, als sie den Korb emsig durchsuchte. Da nahm sie ihn wieder auf den Rücken, und niedergebeugt von der noch immer fortdauernden Schwere, dankte sie Gott, als sie endlich ihr Häuslein Weiterlesen →

Kreaturen der Finsternis – Der Nelapsi

Der Nelapsi gehört zu den Untoten, einem einst lebenden, verstorbenen Menschen ohne Seele, der dazu verdammt ist, zu töten und sich von den Lebenden zu ernähren, um sich selbst zu versorgen. Dieses Wesen aus dem Jenseits ist auch eine der gefährlichsten Vampirarten, die den Monsterjägern bekannt sind. Typisch für Vampire, bewohnt der Nelapsi normalerweise Friedhöfe in der Tschechoslowakei und den umliegenden Ländern Europas.

Der Nelapsi ist eine Art Vampir, der sich vom Blut von Menschen und Tieren ernährt. Er ist nie zufrieden und hört erst bei Sonnenaufgang auf zu jagen, obwohl die Sonnenstrahlen ihm nichts anhaben können.

Der Nelapsi ist ein wandelnder Leichnam, auch wenn er normalerweise keine Anzeichen von Verwesung zeigt. Die Kreatur hat eine blasse Haut, einen mageren und muskulösen Körper und scharfe Krallen an Händen und Füßen. Sie hat einen Kopf voller langer, fettiger schwarzer Haare und einen Mund voller nadelartiger Reißzähne. Die Gestalt kann mit den zerfledderten Resten ihres Weiterlesen →

Sagen der mittleren Werra 54

Sagen-der-mittleren-Werra

Vom Avemark bei Brotterode

Dicht über dem Brotteroder Schützenhof und zur Seite der Straße nach Kleinschmalkalden liegt ein Berg, genannt das Avemark. Dort oben stand vor Zeiten eine Kapelle, sie nach einigen der heiligen Maria (Ave Maria), nach anderen dem heiligen Marcus (Ave Mace) geweiht war und deren Altarbild besondere Wunderkraft zugeschrieben wurde. Der Sage nach wurde die Kapelle in einen Felsen verwandelt, um sie vor der ihr vom gottlosen Küster Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 171

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

226. Geist und Kind

In dem Städtchen Wilmar, welches in der Trierer Diözese gelegen ist, hatte sich um das Jahr 1595 folgende merkwürdige Geschichte zugetragen. Es lebte dort ein ehrsamer Bürger, namens Johann Eisenkopf, mit seiner Frau Margaretha. Diese gebar ihm einen Sohn, den er Conrad nannte. Dieses Kind wurde von Christi Himmelfahrt bis zum Fest Apostelteilung häufig von einem Geist aus der Wiege geholt und an irgendeinen anderen Ort gebracht. Nun legte er es in das Bett der Mutter, dann barg er es auf der Treppe des Weinkellers, ein anderes Mal im oberen Stock des Hauses, wieder ein anderes Mal auf dem heimlichen Gemach. Dabei trug der Geist stets die größte Weiterlesen →

Sagen der mittleren Werra 53

Sagen-der-mittleren-Werra

Von der Brautküche bei Brotterode

Oberhalb Brotterode liegt rechts von der Straße nach dem Inselsberg ein schönes Waldgründchen, die Brautküche genannt, das von einem kleinen klaren Bach, die Braut, durchrieselt wird.

Dorthin ging eines Tages die schöne, junge Braut eines Brotteroder Bergknappen, um Reisig zu sammeln. Vielleicht hatte sie jenen Wald gewählt, weil dort grade die Gruben, in denen ihr Liebster arbeitete, nahe dabei lagen, und deshalb sang sie, als sie ihr Bündel zusammenbinden wollte, ein lustiges Weiterlesen →