Der marmorne Schreibtisch
I
Jimmy, gerade 25 Jahre alt, hatte sein Studium der Literaturwissenschaft in Boston abgeschlossen und lebte nun in Chicago. Wie viele seiner Kommilitonen träumte er davon, ein berühmter Schriftsteller zu werden und mit dem Schreiben so viel Geld zu verdienen, dass er davon leben konnte.
Wie nur wenige seiner Kommilitonen besaß Jimmy jedoch auch das Talent dazu, diesen Traum zu verwirklichen. Er schrieb zunächst einige Gedichte und Kurzgeschichten und bekam dafür gleich mehrere kleine Literaturpreise.
Endlich wagte er sich an seinen ersten Roman. Er sollte ein Hammer werden, wie beispielsweise Die Buddenbrooks von Thomas Mann, sodass er sich damit gleich an die internationale Spitze katapultierte. Er wollte einen Gesellschaftsroman über die Yale-Absolventen seiner Zeit und deren Familien schreiben, natürlich mit einer tragischen Komponente und durchaus auch zeitkritisch, der sein Jahrhundert darstellte und Ausblicke auf eine neue Weiterlesen
Die Geschichte des verschwundenen Druckers
George Barton
Die Geschichte des verschwundenen Druckers
Als Samuel Adams Anfang 1841 seine Druckerei in der unteren Broadway-Straße eröffnete, war das alte New York ein völlig anderer Ort als die heutige Metropole, die so überfüllt ist, dass die Behörden kaum noch neue Verkehrsvorschriften entwickeln können. In jenen Tagen wirkte es fast ländlich, und die Ankunft der Postkutsche aus Albany war ein Ereignis, das das Interesse der Einwohner weckte.
Der junge Adams war eine sympathische Persönlichkeit, fand schnell Freunde und hatte bald Erfolg mit seinem Geschäft. Einer seiner lebenslangen Freunde war John Howard Payne, der als Autor von Home, Sweet Home Unsterblichkeit erlangen sollte. Ein anderer war James C. Coles, ein Lehrer für Kalligrafie. Durch Payne traf Coles zum ersten Mal auf Caroline Henshaw, eine schöne junge Frau, in die er sich sofort verliebte. Er führte eine stürmische Werbung und sicherte sich schließlich ihr Heiratsversprechen. Er war in seiner Liebesangelegenheit ebenso erfolgreich wie Adams in seinem Geschäft, und die beiden jungen Männer wurden von Freunden und Bekannten sehr beneidet.
Er dachte, kein Detektiv könnte ihn schnappen
Er dachte, kein Detektiv könnte ihn schnappen
Ich war über viele Jahre hinweg aktiv als Ermittler bei Pinkerton tätig und habe meinen gerechten Anteil an den mit der Detektivarbeit verbundenen Risiken auf mich genommen. Doch der allererste Fall, der mir anvertraut wurde, stellte sich als gefährlicher heraus als vier andere zusammen. Nachdem ich bereits einige Überwachungen durchgeführt und an zwei oder drei Fällen mitgearbeitet hatte, wurde ich nach Milwaukee entsandt, um einen Veruntreuer ausfindig zu machen.
Der Fall stellte sich einfach dar: Eine Frau namens Mrs. Pierce, eine vermögende Witwe, die ihren Bediensteten viel zu sehr vertraute, erhielt eines Tages ein Paket mit einem Geldbetrag von 14 000 Dollar. Sie hatte die Gewohnheit, ihren Butler zur Bank zu schicken, um Einlagen vorzunehmen und gelegentlich mit ihrer schriftlichen Anweisung Geld abzuheben. Er war seit mehreren Jahren in ihrem Haushalt als eine Art Mann für alle Aufgaben tätig, und sie hielt ihn für absolut ehrlich. Sie übergab ihm das Geld zur Verwahrung, ohne zu befürchten, dass er in Versuchung geraten könnte. Jedoch verschwand er, nachdem er das Haus verlassen hatte, ohne jemals die Bank zu erreichen, Weiterlesen
Das Mysterium des französischen Arztes
George Barton
Das Mysterium des französischen Arztes
Serephin de Pawr, die Witwe eines französischen Künstlers, lebte mit ihren drei wunderschönen kleinen Kindern in einer charmanten Wohnung nahe einem der Boulevards von Paris. Sie kleidete sich stilvoll und führte ihren Haushalt auf eine Weise, die bei ihren Nachbarn Eindruck hinterließ. Sie hatte ihren Ehemann, der ein Künstler war, geliebt, und jeder sagte voraus, dass sie für den Rest ihres Lebens Trauerkleidung tragen würde.
Eines Tages traf sie bei einem Empfang einen charmanten jungen Mann. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine interessante Freundschaft, und schließlich wurde er ein willkommener Gast in der gemütlichen Wohnung nahe dem Boulevard Haussmann. Dr. Edmond de la Pommerais – so lautete sein Name – wurde häufig gesehen, wie er mit der attraktiven Witwe fuhr und speiste. Die Zeit kam, als die Trauerkleidung ganz abgelegt wurde. Serephin de Pawr war äußerst glücklich in der Gesellschaft des distinguierten jungen Arztes, und die Klatschmäuler zögerten nicht, weise zu erscheinen und zu erklären, dass es sicherlich zu einer Verbindung kommen würde.
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Vom Schneiderlein mit den drei Hunden
Vom Schneiderlein mit den drei Hunden
Ein armes Schneiderlein hatte zu Hause nichts zu verlieren und ging auf Reisen. Da lief ihm mitten im Wald ein großer Hund in den Weg, bot ihm die Zeit und fragte es, ob es ihn nicht mitnehmen wolle.
»Ei, warum nicht, so du mir dienstbar und zu Willen sein willst; lauf du nur in Gottes Namen hinter mir drein!«
Über eine kurze Wegstrecke kam ein zweiter Hund, trug ihm seine Dienste an und wurde des ersten Kamerad, und — es mochte halt ein närrischer Tag sein, – ehe noch der Abend sank, waren es ihrer drei; ob sich gleich unser Schneiderlein den Kopf kraute und die alte Mütze von einem Ohr aufs andere schob, wenn er es bedachte, wie er wohl drei Hunde ernähren möchte, da er sich selbst nur mit Ach und Krach durch die leidige Welt schlug. Aber der Hund sah ihn mit so guten Augen wie ein bittend Mägdlein an. Das Schneiderlein hatte ein zu gutes Herz und, das Beste, was ein armer Teufel haben mag, auch ein leichtes, sorgloses Herz, und dachte sich: »Gott wird uns vieren schon weiterhelfen; wer weis, wofür es gut ist.« Nun, dessen sollte er gleich gewahr werden. Es war dunkel worden, Beine Weiterlesen
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