Der Märkische Eulenspiegel 14
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert ein Wahrsager und ein Arzt wurde
Im Land Mecklenburg hatte Clauert stets seinen Handel gehabt, besonders in der letzten Zeit, wo er sich durch den Viehhandel seine Nahrung verschaffte. Da kam er einstmals in ein Dorf, mit Namen Euchstädt, wo er von einigen Bauern dieses Dorfes erfuhr, dass der Gastwirt dort vor etlichen Wochen von seiner Frau fortgelaufen wäre und die Frau nun an irgendeinem Ort Rat suchte, wie sie wieder zu ihrem Mann kommen könnte. Da es nun ziemlich um die Zeit war, wo die Ernte begann, so wusste Clauert wohl, dass, wenn es ein Weiterlesen
Der lustige Kirmesbruder – Teil 3
Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Der lustige Kirmesbruder
welcher durch listige Ränke auf den Kirmessen die Bauern und andere Personen unterhalten und vergnügt gemacht hat
Zweite Kirmes
Wie der luftige Kirmesbruder mit Krebsen und mit dem Knecht des Hofmeisters seine Kurzweil hat, und wie er ein hübsches Mädchen verheiraten will
Die folgende Woche nahmen mich der Richter und der Schöppe mit nach Schönbart, welches Dorf nicht weit von Freudenfeld liegt, auf die Kirmes. Der Kirmesvater, bei dem wir einkehrten, hatte eben gekrebset und wollte nebst anderen guten Gerichten auch die Krebse seinen Kirmesgästen vorsetzen lassen; denn er hatte außer vielen Landleuten auch hübsche Stadtleute bei sich, die bei solchen Gelegenheiten die Dörfer gern besuchen und mit Vergnügen den unschuldigen ländlichen Ergötzlichkeiten beiwohnen. Kaum war ich die Krebse gewahr geworden, so sagte ich zu dem Kirmesvater insgeheim, dass ich mit den Krebsen einen Spaß Weiterlesen
Der lustige Kirmesbruder – Teil 2
Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Der lustige Kirmesbruder
welcher durch listige Ränke auf den Kirmessen die Bauern und andere Personen unterhalten und vergnügt gemacht hat
Erste Kirmes
Wie der lustige Kirmesbruder seltsame Dinge unternimmt und mit einer artigen Erzählung beschließt
Einstmals war ich in dem Dorf Freudenfeld bei einem Fleischer zur Kirmes. Verschiedene Mannspersonen und Frauenzimmer aus der Stadt kamen dahin, und außerdem waren auch nicht wenig Landleute da. Nachdem wir gegessen hatten, spielten wir insgesamt den Kirmesbauer. Am Abend aber sagte der Hauswirt zu mir, dass ich etwas zum Zeitvertreib anstellen sollte, wobei er zugleich den Stadtleuten einen Vorschmack von meiner Lebensart gab. Ich hatte mich schon auf einige Späßchen vorbereitet und versprach demnach, dass ich Raben machen wollte, die sich in der Stube sollten sehen lassen, ohne die Anwesenden zu beschädigen, und dass sie auch Hühner sollten zu Gesicht bekommen, auf welchen weiße Hähne sitzen und welche in der Stube Weiterlesen
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 5
Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig
Wie ein anderer Zauberer dem Kaiser zu Hilfe kam, aber doch nichts über den Virgilius vermochte
Als der Kaiser und sein Heer sich in so schlechter Lage vor des Virgilius Schloss befanden, kam ein Mann, der sehr erfahren in der schwarzen Kunst sein wollte und sagte, dass er imstande sei, den Virgilius und dessen Leute sämtlich in tiefen Schlaf zu versenken. Dies führte er auch aus, doch so, dass Virgilius selbst nur mit Mühe den Schlaf von sich abwehrte. Darüber wurde derselbe sehr traurig und wusste nicht, was zu beginnen, denn des Kaisers Kriegsknechte waren dadurch befreit worden und begannen sein Schloss zu bestürmen. Virgilius schlug nun sein geheimstes und schwierigstes Zauberbuch auf und er holte sich in demselben Rates; da fand er denn ein Mittel, durch welches er die seinen vom Schlaf erlöste und den Kaiser von Neuem zum Stillstehen zwang, sodass weder dieser, noch seine Kriegsknechte, noch der Zauberer selbst sich rühren oder bewegen konnten, als ob sie tot seien. Die, so sich auf den Weiterlesen
Der Märkische Eulenspiegel 13
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert drei Schreiber auf die Schweinejagd führte
Eustachius von Schlieben, Hauptmann auf Trebbin und Zossen, hatte Clauert stets bei sich, besonders wenn er zu Trebbin war; denn dieser vertrieb ihm immer mit kurzweiligen Possen die Zeit. Weil nun für Clauert niemand zu klug war, dass er ihm nicht hätte als Narr dienen müssen, so legte ihm Eustachius von Schlieben alle möglichen Possen vor, die er ausführen musste.
So sagte er auch unter anderem einmal zu Clauert: »Lieber Hans, kannst du auch meine Schreiber verwirren?«
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