Mörder und Gespenster – Band 1 – 12. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 2
So vergingen seine Tage und er wurde alt und schwach. Denn bei seiner Lebensweise sind achtundsechzig Jahre ein sogenanntes schönes Alter – nur nicht für den, der es erreicht hat. Er ging in sich, überdachte seinen langen Lebenslauf, sah, was er getan und gewirkt hatte, und war damit zufrieden. Daraufhin beschloss er, seine apostolischen Arbeiten zu beenden und sich mit den hunderttausend Talern, die er sich im Schweiße seines Angesichts wohlverdient hatte, in Ruhe zu setzen. Anschließend wollte er nur noch Damen des vornehmsten Standes mit seinem frommen Eifer beistehen. Dies erregte den Neid aller anderen so sehr, dass trotz der besten Bemühungen sehr tüchtiger junger Geistlicher allgemein behauptet wurde, dass keiner von ihnen imstande Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 11. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 1
In der polnischen Stadt Białystok lebte vor Jahren ein guter und freundlicher Kanonikus in seinem schönen Haus nahe der Domkirche. Man erinnerte sich noch an die Zeit,… Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 10. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 10
Von diesem Augenblick an war das Haus des Metzgers der Tummelplatz böser Geister geworden, die, von allen anderen unbemerkt, nur ihn zur Verzweiflung brachten.
Als er am nächsten Morgen aufstand und in den Laden trat, um sich von den wüsten Bildern der Nacht zu zerstreuen, gewahrte er zu seinem Schrecken mitten unter dem frischen Fleisch die abgehauene Hand. Entsetzt ergriff er sie und entfernte sich so schnell wie möglich, um sie unbemerkt in den tiefen Brunnen zu werfen, den er vor Kurzem in einem Winkel seines Hofes hatte graben lassen.
Mörder und Gespenster – Band 1 – 9. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 9
Ergriffen von den Schrecken des Todes, ohne seine Schwelle zu betreten, eilte er zu dem Geistlichen, der ihm den Rat erteilt hatte, dem Werwolf die Hand abzuhacken.
»Ei, was seht Ihr doch so bleich aus, Meister!«, rief ihm der Pfarrer entgegen.
Darauf erzählte er ihm alles, was er erlebt hatte, und wie er dem Werwolf die abgehauene Hand aufs Lager gelegt hatte. Dieser hatte sie ihm jedoch unter der Decke hervorgestreckt und ihm so bewiesen, dass er seine beiden gesunden Hände besaß.
Mörder und Gespenster – Band 1 – 8. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 8
In der Hütte des armen Simon war es dunkel und still. In einem Winkel ruhte er halb ohnmächtig auf seinem ärmlichen Lager, erschöpft vom starken Blutverlust. Unter dem Lager lag die Haut des Werwolfs, die ihm bei der verhängnisvollen Verkleidung geholfen hatte, durch die er die Liebe der schönsten Dörflerin errungen hatte – und durch die er nun solche Schmerzen empfand. Seine von Tränen geröteten Augen vergossen noch immer reichlich Tränen; Schmerzen der Seele gesellten sich zu den Schmerzen des Körpers, um seine Folter endlos zu machen.
Wie kurz war mein Traum vom Glück! Wie selig hätte mich seine Fortdauer gemacht! Ausgestoßen von der Welt, verabscheut von Weiterlesen
Neueste Kommentare