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August Lewald

Mörder und Gespenster – Band 1 – 14. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels

Kapitel 4

So lebte der arme Schafhirte nun schon mehrere Wochen im Haus seines Oheims, des Kanonikus. Franz, so hieß er, war mit allem zufrieden und fühlte sich glücklich in seinem neuen Stand. Er war klug genug einzusehen, dass es für ihn von Vorteil war, einen Geistlichen zu hüten statt eine Herde Schafe. Daher fand er es gar nicht unangemessen, selbst die Rolle des Hundes zu übernehmen. Er war nicht nur Wärter und Hüter, sondern auch Knecht und Stab des Greises.

Mit rührender Aufmerksamkeit sagte er jedes Mal »Zur Gesundheit!«, wenn der Alte nieste. Hustete der Alte, so blieb sein »Gott behüte Euch noch lange, Herr Oheim!« nie aus. Kurz, der Kanonikus mochte sich räuspern oder irgendein Geräusch machen, so Weiterlesen

Mörder und Gespenster – Band 1 – 13. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels

Kapitel 3

Es muss uns nun vor allem daran gelegen sein, die Neffen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Älteste war sicherlich der böseste Junge, der je in den Straßen von Białystok herumgelaufen ist. Von Pflastertretern kann in diesem Fall allerdings nicht die Rede sein, denn selbst die Hauptstraßen waren zu jener Zeit noch nicht gepflastert.

Man erzählte sich, dass er mit Haaren und Zähnen auf die Welt gekommen sein soll. Wenn man es als Vorbestimmung ansehen will, so darf man sagen, dass er wirklich seine Gegenwart und Zukunft verfraß. Er war über alle Grenzen hinaus verschwenderisch und sündigte an der Erbschaft seines Oheims, die ihm angesichts dessen enormer Lebenskraft vielleicht nie zuteilwerden konnte. Weiterlesen

Mörder und Gespenster – Band 1 – 12. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1

Der Erbe des Teufels

Kapitel 2

So vergingen seine Tage und er wurde alt und schwach. Denn bei seiner Lebensweise sind achtundsechzig Jahre ein sogenanntes schönes Alter – nur nicht für den, der es erreicht hat. Er ging in sich, überdachte seinen langen Lebenslauf, sah, was er getan und gewirkt hatte, und war damit zufrieden. Daraufhin beschloss er, seine apostolischen Arbeiten zu beenden und sich mit den hunderttausend Talern, die er sich im Schweiße seines Angesichts wohlverdient hatte, in Ruhe zu setzen. Anschließend wollte er nur noch Damen des vornehmsten Standes mit seinem frommen Eifer beistehen. Dies erregte den Neid aller anderen so sehr, dass trotz der besten Bemühungen sehr tüchtiger junger Geistlicher allgemein behauptet wurde, dass keiner von ihnen imstande Weiterlesen

Mörder und Gespenster – Band 1 – 11. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1

Der Erbe des Teufels

Kapitel 1

In der polnischen Stadt Białystok lebte vor Jahren ein guter und freundlicher Kanonikus in seinem schönen Haus nahe der Domkirche. Man erinnerte sich noch an die Zeit,… Weiterlesen

Mörder und Gespenster – Band 1 – 10. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1

Der Werwolf

Kapitel 10

Von diesem Augenblick an war das Haus des Metzgers der Tummelplatz böser Geister geworden, die, von allen anderen unbemerkt, nur ihn zur Verzweiflung brachten.

Als er am nächsten Morgen aufstand und in den Laden trat, um sich von den wüsten Bildern der Nacht zu zerstreuen, gewahrte er zu seinem Schrecken mitten unter dem frischen Fleisch die abgehauene Hand. Entsetzt ergriff er sie und entfernte sich so schnell wie möglich, um sie unbemerkt in den tiefen Brunnen zu werfen, den er vor Kurzem in einem Winkel seines Hofes hatte graben lassen.

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