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Im Original Ernst Meier

Schwäbische Sagen 14

Schwäbische-Sagen

Breithut
Eine mündlich aus Wiesensteig und Gosbach

Nach Wiesensteig im Filstal kommt in den Adventsnächten ein Mann auf einem Wagen gefahren, der mit vier schwarzen, kopflosen Rappen bespannt ist. Zuweilen soll er auch mit vier Schimmeln fahren. Er kommt aus der Blaubeurer Herrschaft, nimmt seinen Weg durch Hohenstadt und fährt dann das Tal herab und jagt durch Wiesensteig , indem er beständig mit der Peitsche knallt. Einige sagen, er fahre bald in der Luft, bald auf der Erde und rufe den Leuten zu, aus dem Weg zu gehen.
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Schwäbische Sagen 13

Schwäbische-Sagen

Das Getemännle
Eine mündliche Überlieferung aus Tettnang

An der Westgrenze des Oberamtes Tettnang liegt der Gerenberg. Am Fuß dieses Berges, in der Nähe von Hefigkofen, befindet sich das Geremännlesloch, darin das Geremännle wohnt. In diesem Loch soll auch ein Schatz verborgen sein. Eine große »Krott« sitzt auf einer Truhe und hütet ihn. Wer aber die Krott fortjagen kann, der hebt den Schatz.
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Schwäbische Sagen 12

Schwäbische-Sagen

Der Pompele in Rotenburg
Eine mündliche Überlieferung aus Rotenburg a. N.

In einem Rotenburger Haus hielt sich früher ein Geist auf, ein kleines Männlein, das man Pompele nannte und das den Knechten bei der Arbeit half, namentlich beim Strohwerfen und Futterschneiden. Plötzlich war der Pompele verschwunden und stellte sich erst nach sieben Jahren wieder ein. Als man ihn fragte, wo er so lange sich aufgehalten hatte, sagte er: »Ich bin mit Napoleon im Krieg gewesen.«
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Schwäbische Sagen 11

Schwäbische-Sagen

Der kleine Mummelsee
Eine mündliche Überlieferung aus Forbach

Auf der sogenannten Herrenwiese, zwei Stunden von Forbach entfernt, haben die badischen Markgrafen oft Tänze und Lustbarkeiten aufgeführt, daher man sie die »Herrenwiese« genannt hat. In der Nähe dieser Wiese liegen mehrere Seen, darunter auch der kleine Mummelsee, in welchem ehedem zwölf Seeweiblein wohnten. Die kamen zweimal des Jahres, zu Fastnacht und zu Weiterlesen

Schwäbische Sagen 10

Schwäbische-Sagen

Die Erdmännle vertrieben
Eine mündliche Überlieferung aus Hüsingen im Badischen

1.

Das letzte Erdmännle und Erdweible, die in einer Höhle bei St. Wilhelm wohnten, kamen besonders gern zu einem Bauer im Wiesenthal und halfen ihm bei der Arbeit. Einst, als sie ausblieben, ging der Bauer zu ihrer Höhle und machte ein Feuer davor. Da kam das Erdmännle und entschuldigte sich. Seine Frau sei krank, deshalb könne es nicht kommen, und bat, dass er das Feuer Weiterlesen