Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 53

Der letzte Graf von Ruppin
Die Grafen von Lindow, Herren von Ruppin und Möckern, stammten aus dem alten thüringischen Geschlecht der Grafen von Arnstein und kamen mit den anhaltinischen Fürsten in die Mark. Sie hatten stets eine hohe Stellung inne, waren fürstlich geachtet und meist streitbare und kluge Herren, die in der Geschichte der Mark immer wieder eine Rolle spielten. Ein eigentümliches Familienzeichen sollen sie alle mit auf die Welt gebracht haben, ein Loch im Ohr, wie es in einer alten Erzählung heißt, an der Stelle, wo andere Menschenkinder sich erst ein Loch stechen lassen müssen, wenn sie etwas hineinstecken wollen.
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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 52

Das Kreuz am Kremmer Damm
Bei Kremmen zieht sich der Weg als ein schmaler Damm durch das Luch. Diese Stelle hat in früheren Zeiten mehrmals bedeutende Kämpfe gesehen, und manches Blut ist dort geflossen. Hier war es auch, dass der erste Hohenzoller im Jahre 1411 mit den Pommern-Herzögen ein Gefecht zu bestehen hatte, in welchem unter anderen ein Ritter, der ihm aus Franken her gefolgt war, ein Graf von Hohenlohe fiel. In Berlin erinnert noch ein Denkmal in der Klosterkirche an ihn, bei Kremmen aber wurde ein hölzernes Kreuz an der Stätte errichtet, wo der erste Kampf stattgefunden, den die Hohenzollern in Weiterlesen
Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 51

Die stillen Frösche zu Schwante
In dem Dorf Schwante unweit Kremmen befindet sich ein Rittersitz der Familie von Redern. Da findet man die Merkwürdigkeit, dass, so viele Frösche sich auch dort in der Umgegend überall finden, doch in der Nähe jenes Rittersitzes und eine ziemliche Strecke rund um denselben kein Frosch seine Stimme hören lässt. Fängt auch einer zuweilen an, etwas laut zu werden, so bekommt er von anderen keine Beistimmung, und er hört schnell wieder auf, als ob es ihm plötzlich einfiele, dass er etwas Verbotenes tue, oder als ob ihm über sein Schreien ein Vorwurf gemacht werde.
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Sagen der mittleren Werra 92
Hinter dem Dorf Waldfisch rechts von der aus dem Werratal nach Eisenach sich hinziehenden Straße finden sich noch die spärlichen Reste zweier Raubburgen, des alten und neuen Ringelsteins. Beide gehörten lange Zeit zu den Besitzungen der Dynasten von Frankenstein, welche sie auch erbaut haben sollen, und wurden der Sage nach von Rudolph von Habsburg oder Adolph von Nassau zerstört. Im 15. Jahrhundert gehörten sie zur Landgrafschaft Thüringen.
Der neue Ringelstein, auch die Altmühle genannt, liegt mehr nördlich von Waldfisch und dichter an der Straße an einem kleinen Felsvorsprung. Er ist noch mit einem ziemlich tiefen Graben nach der Talseite hin umgeben. Der alte Ringelstein liegt höher hinauf in östlicher Richtung von jenem im Gebirge auf einem Vorsprung am Fuß des hohen Kießels (Kießlings) und wird nur durch ein kleines Tal, in welchem der Bruitborn (Brautborn) quillt, von jenem Berg getrennt. Die ehemalige Ringmauer schloss sich an eine 20 Schritt lange, 12 Fuß breite und ebenso hohe in das Urgestein gehauene Einfahrt an, hinter welcher der breite, nun ausgefüllte Wallgraben lag. Der eigentliche Burgplatz ist ein Oval von 32 Schritt in die Länge und 15 in die Breite, in dessen Mitte sich noch eine in den Felsen gehauene, nun fast ganz ausgefüllte Vertiefung, wahrscheinlich der ehemalige Ziehbrunnen zeigt. Ein Landmann Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 91
In Gumpelstadt heißt links von Waldfisch her die erste Gasse die Hintergasse. An der Ecke, wo sich dieselbe nach rechts umbiegt, fließt die Dorwich (Dorbach), die hier das Pom- oder Pummwasser heißt. Ebenso wird der darüberführende Steg der Pummsteg genannt.
Hier sitzt nachts ein rauhaariger Kobold, ähnlich dem Steinbacher Bieresel, springt den Nachtwandlern auf den Nacken, gibt ihnen Ohrfeigen und lässt sich eine Strecke Weges mit forttragen. Er wird das Pummpälzche genannt.
Von der Dunnerkuitte bei Gumpelstadt
In östlicher Richtung von dem Dorf Gumpelstadt zum Gebirge hin liegt zwischen der alten und neuen Wart ein Flurteil, die Dunnerkuitte genannt, und zwar, weil sich an jener Stelle die heftigsten Gewitter zusammenziehen, sich unter Donner und Blitz entladen und viel Unheil anrichten.

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