Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 54

Die Wahrzeichen Neu-Ruppins
Nicht bloß die alte Welt hatte 7 Weltwunder, auch Neu-Ruppin hat deren sieben aufzuweisen, nämlich: 1. einen Kanal ohne Wasser, 2. einen Weinberg ohne Wein, 3. einen Berg ohne Höhe (den Taschenberg, eine Straße), 4. einen Bienenkorb ohne Bienen (der Kirchturm der Pfarrkirche sieht wie ein Bienenkorb aus), 5. einen Rosenwinkel (eine Straße) ohne Rosen, 6. ein Kloster ohne Mönche (das alte Dominikaner Kloster), 7. eine Nonne ohne Kloster.
Sagen der mittleren Werra 93
Die Erbauung des alten Ringelsteins
»Alte Leute haben erzählt«, begann ein anderer von dort, »dass unser Moorgrund, ebenso wie der Grund von Schweina, einmal ein großer See gewesen sein soll, und dass das Wasser weit hinaufgereicht habe. Das höher gelegene Land aber sei eine gar arge Wildnis gewesen, in der Bären, Wölfe und anderes Getier hausten. Zu jener Zeit nun sei ein fremder Graf namens Gumpoldo in die Gegend gekommen, habe 19 Familien aus der Fremde mitgebracht und mit diesen den alten Ringelstein erbaut. Von den 19 habe er später.16 an die Stelle, wo sonst Altgumpelstadt stand, und 3 hierher nach Waldfisch gewiesen und jeder Familie eine Hufe Landes geschenkt. Jene 19 hätten nun die beiden Orte erbaut und den ersteren nach dem Grafen Gumpelstadt genannt. Auch sollen sie den See an der Krümmlich ins Werratal abgeleitet haben. Die 19 Hufen aber haben wir noch bis auf den heutigen Tag in den beiden Fluren, desgleichen die alte Einteilung der Hufe in 16 Beine.«
Wie der Ritter vom Ringelstein die Stabsgerechtigkeit verleiht
Von der alten Gemeindeverfassung des Amtes Altenstein, die auch mit dem Ringelstein zusammen hängt, lautet die Geschichte so: Weiterlesen
Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 53

Der letzte Graf von Ruppin
Die Grafen von Lindow, Herren von Ruppin und Möckern, stammten aus dem alten thüringischen Geschlecht der Grafen von Arnstein und kamen mit den anhaltinischen Fürsten in die Mark. Sie hatten stets eine hohe Stellung inne, waren fürstlich geachtet und meist streitbare und kluge Herren, die in der Geschichte der Mark immer wieder eine Rolle spielten. Ein eigentümliches Familienzeichen sollen sie alle mit auf die Welt gebracht haben, ein Loch im Ohr, wie es in einer alten Erzählung heißt, an der Stelle, wo andere Menschenkinder sich erst ein Loch stechen lassen müssen, wenn sie etwas hineinstecken wollen.
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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 52

Das Kreuz am Kremmer Damm
Bei Kremmen zieht sich der Weg als ein schmaler Damm durch das Luch. Diese Stelle hat in früheren Zeiten mehrmals bedeutende Kämpfe gesehen, und manches Blut ist dort geflossen. Hier war es auch, dass der erste Hohenzoller im Jahre 1411 mit den Pommern-Herzögen ein Gefecht zu bestehen hatte, in welchem unter anderen ein Ritter, der ihm aus Franken her gefolgt war, ein Graf von Hohenlohe fiel. In Berlin erinnert noch ein Denkmal in der Klosterkirche an ihn, bei Kremmen aber wurde ein hölzernes Kreuz an der Stätte errichtet, wo der erste Kampf stattgefunden, den die Hohenzollern in Weiterlesen
Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 51

Die stillen Frösche zu Schwante
In dem Dorf Schwante unweit Kremmen befindet sich ein Rittersitz der Familie von Redern. Da findet man die Merkwürdigkeit, dass, so viele Frösche sich auch dort in der Umgegend überall finden, doch in der Nähe jenes Rittersitzes und eine ziemliche Strecke rund um denselben kein Frosch seine Stimme hören lässt. Fängt auch einer zuweilen an, etwas laut zu werden, so bekommt er von anderen keine Beistimmung, und er hört schnell wieder auf, als ob es ihm plötzlich einfiele, dass er etwas Verbotenes tue, oder als ob ihm über sein Schreien ein Vorwurf gemacht werde.
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