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Kopmann to Bergen – 2. Kapitel

Heinrich Smith
Kopmann to Bergen
Eine Erzählung aus dem Seemannsleben
Verlag Otto Spamer, Leipzig, 1902

2. Kapitel
Wie Anton Bünger nach Bergen kam

Der Hausmann zum Lübecker Wappen saß in dem Gemach, das er in seinem Haus innehatte, sehr nachdenklich in dem weiten hölzernen Sessel. Er stützte den Kopf in die Hand und hatte die Papiere der Lübecker Galeot vor sich auf dem Tisch liegen. Das soeben stattgehabte Ereignis ging ihm durch den Kopf. Zwar musste er große Strenge zeigen, doch im Inneren war er dem jungen Seemann günstig gestimmt, da dieser sich so mutig gezeigt hatte. Es lief ihm bereits der Gedanke durch den Kopf, wie er sich hilfreich zeigen könne, ohne seiner Pflicht zuwiderzuhandeln.

Da trat der Lehrling ein, der Dienst hatte, und meldete den Schiffer Hans Wulfs von der Galiot Trave. Der Hausmann hieß ihn eintreten, und der Schiffer machte die üblichen Meldungen.

»Ich weiß es schon aus den Papieren«, entgegnete jener und deutete auf die vor ihm liegende Brieftasche. »Es ist löblich, dass Sie die Reise wohl zurückgelegt haben und dass es an Bord zu keiner Havarie gekommen ist. Aber es wäre noch löblicher, wenn ihr auf gute Zucht und Sitte an Bord achtet und keine Leute anheuert, die Rebellion anzetteln, sobald sie nur den Fuß an Land setzen.«

Der Schiffer, der draußen bereits genug von dem gehört hatte, was vorgefallen war, sprach seinen Unmut darüber unverhohlen aus und gelobte, den Burschen nachdrücklich zu bestrafen, falls man ihn an Bord schicken würde.

»Diese Mühe erspare ich mir«, entgegnete der Hausmann kalt. »Das Kontor hat sich seiner bereits bemächtigt, da er sich auf diesseitigem Grund und Boden verging, und wird der Gerechtigkeit freien Lauf lassen.«

»Ach, Herr«, sagte der Schiffer erschrocken und machte eine abwehrende Bewegung. »Habt Mitleid mit seiner Jugend und lasst Gnade vor Recht ergehen. Das Gesetz des Kontors ist hart und streng, und oft müssen die weißen Haare eines Greises noch schwer tragen, was die blonden Haare eines Jünglings verschuldet haben.«

»Darum solltet Ihr umso eher auf Zucht und Sitte achten und nicht jedem Taugenichts, der sich in Lübeck herumtreibt, an Bord Quartier geben!«, fuhr der Hausmann ihn an.

»An Bord meiner Galiot gibt es keine Taugenichtse«, entgegnete Hans Wulfs ebenfalls erregt. »Am wenigsten ist aber Anton Bünger ein solcher. Auch wenn ich sein Benehmen nicht loben kann, so kann ich es doch entschuldigen, und Ihr müsst es im Stillen auch tun, denn Ihr fühlt, dass es aus einem warmen Menschenherzen kam. Warum quält Ihr Euch, mich und ihn? Gebt ihm eine gelinde Strafe und schickt ihn mir zurück. Er soll das Land nicht wieder betreten.«

»Ihr nehmt ja einen ganz außerordentlichen Anteil«, sagte der Hausmann fast misstrauisch. »Seid Ihr mit ihm verwandt oder aus einem anderen Grund ihm zugetan? Es ist ja nicht üblich, dass ein Schiffer einen grünen Jungen so lebhaft verteidigt.«

»Das geht mich von Haus aus nichts an«, antwortete der Schiffer. »Aber es hat eine eigene Bewandtnis mit ihm, und wenn Ihr es gestattet, möchte ich sie Euch erzählen.«

Da der Hausmann darauf nichts erwiderte, nahm Hans Wulfs dies als stillschweigende Einwilligung und erzählte, wie Anton Bünger zu ihm an Bord gekommen war.

Das war aber so geschehen:

»Es war vor dem Holstentor, diesem altertümlichen, seltsamen Bauwerk, wo auf der langen Baumwiese die Stadt Lübeck ihr Vogelschießen abhielt. Unter den bunten Zelten wogte es auf und ab von lustigen Menschen, die zur Bockspfeife tanzten. Jedes Mal, wenn der von geschickter Hand abgeschossene Bolzen gegen den Holzvogel prallte, sodass dieser zitterte und bebte, gab es ein lautes Hallo. Fiel aber gar ein Stück herunter, etwa ein Glied, eine Klaue oder ein Flügel, dann nahm das Trompeten und Trara kein Ende. Unter der Menge, die ihrer Lust nachging, waren auch einige Knaben von einfachen Leuten, die ihr Stück vom Kuchen haben wollten. Aber wie es eben so ist, die vornehmen Patriziersöhne hatten überall die Hand im Spiel. Wenn sich einer von den anderen etwas weiter vorwagte, als es den vornehmen Herren genehm war, gab es sofort Scheltworte und Schläge von allen Seiten.

Unter den vornehmen jungen Herren war besonders einer, der es den anderen zuvortat. Er war der Sohn eines mächtigen Senators und von Haus aus ein verzogener Bube. Die ganze Nachbarschaft führte Klage, aber es half nichts, denn der Vater war in den Jungen vernarrt und dieser wurde von Tag zu Tag übermütiger.

Er trieb sich nun auch auf der Vogelwiese herum und hatte einige seiner Genossen, die es reichlich mit ihm hielten. Sie waren oft zu Gast im Haus des Senators und darum war dessen Sohn überall willkommen. Gerade jetzt hatten sie ihre Freude daran, einen armen, fast gebrechlichen Jungen, von dem sie seine Kameraden abgeschnitten hatten, bis aufs Blut zu ängstigen. Sie schlossen einen Kreis um ihn und taten ihm alles gebrannte Herzeleid an. Der arme Junge sank in die Knie und bat um Mitleid und Schonung. Je mehr er bat, desto ärger trieben es die Buben, die ihre Lust daran hatten. Sie wurden noch mehr angereizt von dem höfischen Volk, das sie begleitete. Da kam Anton Bünger des Weges. Kaum hatte er erkannt, was hier vor sich ging, drängte er sich in den Kreis, stellte sich dicht vor den armen Jungen und streckte drohend die Hände aus: ›Wer das Kind noch einmal anrührt‹, rief er laut, ›hat es mit mir zu tun! Gott gnade demjenigen, wenn ich ihm mit meinen Fäusten auf dem Kopf herumtrommle!‹

Es gab ein großes Geschrei, als ob eine Böe unerwartet vom blauen Himmel herunter segelte. Die jungen Herren der edlen Geschlechter waren außer sich, dass ein so gemeiner Junge es wagte, sich in ihren Kreis zu drängen und obendrein noch Drohungen gegen sie ausstoßen. Anton Bünger aber ließ sich das nicht anfechten, sondern half dem Kleinen auf, drängte sich mit ihm durch den Kreis und flüsterte ihm zu: ›Nun lauf, so schnell du kannst!‹

Der Junge ließ sich das nicht zweimal sagen und eilte davon. Die Burschen aber, ärgerlich, dass ihr Opfer ihnen entgangen war, machten sich über Anton Dünger her. Sie schlugen ihn mit Stöcken und warfen Steine nach ihm.

›Ist das so gemeint?‹, rief dieser und legte sich quer. ›Nun, dann muss ich mit euch wohl Ernst machen.‹

Mit diesen Worten fasste er einen von rechts und einen von links, warf sie zu Boden, dass es nur so krachte. Als ihm daraufhin der Senatorssohn mit einem dicken Stock, den ihm ein Diener zusteckte, zu Leibe ging, fasste er diesen mit beiden Händen und warf ihn mit solcher Kraft auf die anderen, dass er sich nicht mehr rührte.

›Das ist Mord und Totschlag!‹, rief der Diener, der dem jungen Herrn den Stock in die Hand gelegt hatte.

›Mord und Totschlag am helllichten Tag und auf der Vogelwiese! Haltet ihn! Haltet ihn!‹

›Haltet ihn! Haltet ihn!‹, wiederholten die Umstehenden und drängten sich heran. Anton Bünger wollte sich zur Wehr setzen, aber eine solche Menge Buben fiel über ihn her, dass er unterliegen musste.

Unterdessen kamen auch die wehrhaften Stadtknechte herbei, ergriffen Anton Bünger und schleppten ihn fort. Die Diener hoben den Senatorssohn sorgsam auf und trugen ihn in die Stadt. Einer von ihnen eilte voraus, um dem Vater mitzuteilen, was geschehen war.«

Schiffer Hans Wulfs hielt mit seiner Erzählung einen Augenblick inne. Der Hausmann, der noch immer in seinem Sessel saß, sah ihn an und fragte: »Seid Ihr zu Ende?«

»Ich bin es, soweit es mir darauf ankam, Euch zu erklären, auf welche unschuldige Weise der arme Junge ins Malheur kam. Nach dem, was ich Euch erzählte, könnt Ihr nun schon wissen, wie es zu Ende ging.«

Der Hausmann wurde wieder nachdenklich. Der Schiffer der Lübecker Galiot wusste nur nicht, was den alten Herrn dazu bewegte. Er war selbst einst ein armer Mann gewesen und aus Lübeck verbannt worden, weil er sich an einem Patriziersohn gerächt hatte, der ihn quälte. So musste er seine Vaterstadt meiden und war erst nach vielen Nöten in Bergen angelangt, wo er in die Dienste der Faktorei trat. Er musste viel Schweres erdulden, bis er diese geachtete Stellung erreichte. Lange Jahre hatten diese traurigen Abenteuer in der Brust des alten Herrn vergraben gelegen. Bei dieser Erzählung wurden sie ihm wieder lebendig und er sah in dem armen Anton Bünger seine eigene Jugendzeit vor sich stehen. Der alte Herr war tief bewegt, es ging wunderlich in seinem Herzen zu, darum wusste er eine Weile nichts zu antworten. Aber ein Hausmann zum lübischen Wappen darf nicht bewegt sein. Er darf auch nicht nach dem Herzen fragen, sondern nur nach dem Recht. Darum nahm er sich zusammen und fragte mit scheinbar kaltem Ton: »Schiffer Wulfs, Sie haben mir noch immer nicht erzählt, wie es zuging, dass jener Bursche, von dem Sie nun schon so lange sprechen, an Bord kam. Ist es Euch endlich genehm?«

»Bei meiner Seele, Herr«, entgegnete dieser. »Ich dachte, Sie hätten es erraten. Als es zur Verhandlung kam, setzte der Senator Himmel und Erde in Bewegung, sodass selbst der hochwürdige Bischof, der gerade des Weges kam, sich dazwischen legte. Es stand schlimm, und sie hätten Anton Bünger geradeswegs ins Elend geschickt. Da trat ich in einem entscheidenden Augenblick vor, weil ich wusste, was geschehen würde. Ich legte meine Hand auf den Kopf des Knaben und sagte: ›Gebt Raum für ihn und für mich! Ich werbe ihn für das Kontor Kopmann to Bergen, und von dieser Stunde an habt Ihr keine Macht mehr über ihn!‹ So ist es geschehen, Herr, und deshalb ist Anton Bünger zu mir an Bord gekommen. Nun, da Ihr alles wisst, was ich Euch sagen kann, dächte ich, Ihr würdet Gnade vor Recht ergehen lassen und der Junge bliebe nach wie vor bei mir an Bord. Er hat das Zeug zu einem guten Seemann, und wenn unsere Stadt Lübeck diese Jugendstreiche über kurz oder lang vergisst, kann sie auch damit zufrieden sein. Das ist meine Meinung, Herr.«

»Ihre Meinung ist nicht die anderer Leute!«, sprach der Hausmann, völlig ruhig. »Ich habe jetzt Euren Bericht angehört und werde ihn den Hausvätern zur weiteren Beschlussfassung vorlegen. Wenn man Euch wieder benötigt, wird man es Euch wissen lassen. Bis dahin geht an Bord und verseht Eure Geschäfte.«

Gegen eine so bestimmte Weisung war nichts einzuwenden. Der Schiffer Hans Wulfs entfernte sich mit schwerem Herzen.

Ein Ereignis wie das beim Fischkauf auf dem Garper konnte nicht ohne Folgen bleiben – weder im Kontor selbst noch in der Kolonie der deutschen Handwerker noch in der Stadt Bergen. In letzterer fand es großen Anklang, dass sich ein deutscher Seemann einer armen nordischen Frau angenommen hatte. Sie ließen ihn hochleben. Als sie erfuhren, dass dem armen Jungen deshalb eine peinliche Anklage und eine schwere Strafe drohten, wurden sie aufsässig. Sie schworen, dies nicht zu dulden und vom Kontor seine Freilassung zu verlangen. Dies ging von Mund zu Mund und wie es üblich ist, bildete sich bald ein dichter Menschenknäuel, wenn sich erst einige versammelt hatten. In der Stadt rotteten sich ganze Scharen zusammen, die so anschwollen, dass sie den Gefangenen allenfalls mit Gewalt hätten befreien können, wenn ihnen zur rechten Zeit ein tüchtiger Anführer zur Hand gewesen wäre.

Das wollten die Schuster und Schneider, die Maurer und Zimmerer, die in der deutschen Handwerkskolonie zusammenlebten, nicht tatenlos hinnehmen. Hatte der deutsche Seemann doch eine ihrer Gerechtsame angetastet und sich damit ihren ganzen Zorn zugezogen. Käme er nun gar ohne Strafe davon, wäre ihre bevorzugte Stellung gestört. Das mühsam aufgerichtete Werk, an dem unermüdlich weitergearbeitet wurde, war gefährdet. Fiel erst ein Stück davon zu Boden, folgten bald andere nach, und das Ganze war verloren.

Es drohte ein blutiger Kampf zu werden, und nur das Kontor stand noch abwehrend dazwischen.

Der Rat tagte im Hof zum Mantel, der zur Mariengemeinde gehörte, nach altem Brauch. Nachdem die Geschäfte nach und nach beendet waren und die Herren schon dachten, sie könnten sich zum Aufbruch rüsten, erhob sich der Vorsitzende und deutete auf einen Mann, der soeben in die Versammlung eingeführt worden war: »Das ist Schiffer Hans Wulfs von der Galiot TRAVE. Dem ist vor seiner Abreise aus Lübeck ein nicht gewöhnliches Abenteuer zugestoßen, das auch für uns von Wert ist. Schiffer Wulff, tragen Sie den Herren den Fall vor, ganz so, wie Sie ihn mir erzählt haben.«

Das tat der Schiffer, wenn auch mit schwerem Herzen. Dabei blickte er mit nicht zu verkennender Teilnahme auf den armen Anton Bünger, der währenddessen ebenfalls eingeführt wurde und ihm gegenübergestellt wurde.

Als die Erzählung zu Ende war, fragte der Hausmann vom lübischen Wappen: »Was bedünkt den Herren? Ist ein Junge auf solche Weise geworben schon wirklich in unserem Dienst, oder bedarf es dazu noch einer besonderen Handlung? Der Schiffer Hans Wulff ist dem Kontor schließlich nicht als eigener Mann zugeschworen, sondern steht nur in dem Verhältnis eines Kapitäns zu seinem Reeder.«

Die Herren waren verschiedener Meinung und wie es wohl zu geschehen pflegt, wurden sie während des Hin und Her immer uneiniger. Wer weiß, wie lange es mit der endlichen Entscheidung gedauert hätte, wenn nicht der Sturm draußen den Brand mit Gedankenschnelle zur hellen Flamme angefacht hätte.

Die Deutschen und die Norweger standen sich draußen schlagfertig gegenüber. Und wie es nur einer Schneeflocke bedarf, die sich von der Höhe des Berges ablöst, um als Lawine unten im Tal anzukommen, so gab ein nordischer Junge das Signal zum Angriff, indem er einen Stein warf, der einem deutschen Gewerke in das Auge flog. Erbost ergriff dieser die Axt, die er bei sich führte, und schlug den Knaben nieder.

Nun kannte der Kampf keine Grenzen mehr. Die Nachricht hiervon traf ein, als der Streit in der Versammlung am heftigsten war. Alsbald hörte die Beratung auf. Der Vorsitzende gab sogleich die strengsten Befehle, die von den Anwesenden befolgt wurden. Die Trommel wurde gerührt und die schwer bewaffneten Söldner rückten aus. Sofort griff alles zu, was im Bereich des Kontors Waffen tragen konnte, und erwartete das Zeichen, um an der Schlacht teilnehmen zu können. Doch es bedurfte dieser letzten Anstrengung nicht. Schon nach einer Stunde erschien der Hauptmann der Söldnerschar und berichtete, dass er die streitenden Parteien auseinandergebracht und jede von ihnen in ihr Quartier zurückgetrieben habe. Er und seine Leute stünden für Ruhe und Ordnung.

»Es ist gut, Hauptmann!«, entgegnete der Vorsitzende. »Wir freuen uns, dass Ihr Eure Schuldigkeit getan habt. Geht nun auf Euren Posten zurück und schützt weiterhin das Recht, während wir weiter tagen.«

Doch bevor dies geschah, baten zwei Männer dringend darum, vorgelassen zu werden. Der eine war ein angesehener Bürger der Stadt Bergen. Er bat im Namen der Einwohnerschaft um die Freilassung des jungen Seemannes, da dieser doch nur in guter Absicht gehandelt hatte. Der andere war ein Abgeordneter der deutschen Handwerker, der das Wappen des Schustergewerkes repräsentierte. Er forderte Genugtuung für den öffentlichen Friedensbruch und als solche die strengste Bestrafung des jugendlichen Verbrechers.

Dies war den vereinten Hausvätern der vereinten Höfe zu Sankt Marien und Sankt Martin zu viel. Sie betrachteten es als einen nicht zu verzeihenden Eingriff in ihre Rechte. Deshalb erhoben sie sich fast einstimmig und legten gegen diese Forderung Protest ein. Als nun alles durcheinanderging, erhob sich der Hausmann zum lübischen Wappen, gebot mit starker Stimme Ruhe und sagte dann: »Ihr Männer, die ihr euch Abgeordnete der Stadt Bergen und der deutschen Handwerker nennt, verlasst sogleich diese Versammlung und dankt unserer Milde, dass wir diese Verletzung unserer Rechte nicht ungünstig ansehen wollen. Die Stadt Bergen mag sich hüten, uns nicht weitere Ursache zur Unzufriedenheit zu geben, sonst werden wir wissen, was zu tun ist. Die deutschen Handwerker aber sind unsere Untergebenen, uns zehnfach verpflichtet und stehen unter unseren Gesetzen. Was aber den Diener trifft, der sich gegen den Willen seines Herrn auflehnt, das wisst ihr. Die Hand ist erhoben, seht zu, dass sie nicht niederfalle.«

Die Männer entfernten sich zitternd. Der Hausmann vom lübischen Wappen fuhr fort: »Was den vorhin begonnenen Streit betrifft, so mache ich ihm ein Ende, indem ich das Werk vollende, das der Schiffer Hans Wulfs begann. Tritt näher, Anton Bünger. Ich, der Hausmann vom lübischen Wappen, ergreife dich mit dieser meiner Hand und werbe dich für die Dauer deines Lebens zum Dienst der Kolonie Kopmann to Bergen. Und die Tage der Prüfung sollen mit dem morgigen Tag beginnen. Das ist gesprochen.«

Die Versammlung brach auf. Ein Söldner führte den jungen Matrosen fort. Hans Wulfs sah ihn noch einmal voller Mitleid an und sagte, als er ging: »Armes Kind!«

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