Der Märkische Eulenspiegel 27
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert einem jüdischen Kaufmann alte Märker verwechselte
Als jüdische Händler durch die Mark Brandenburg reisten, fragten sie stets nach alter Münze. Überall, wo sie diese zu bekommen wussten, hielten sie einen Wechsel.
Das wusste Clauert sehr wohl. Er ging deshalb einstmals zu einem von ihnen und fragte, ob er alte Märker einwechsele.
Der Händler fragte, wie viele es wären.
Clauert antwortete: »Ungefähr ein paar Tausend, und zwar die allerältesten, die gegenwärtig vielleicht gefunden werden können.«
Da dem Mann keine Münze so lieb war wie der märkische Groschen, trug er Essen und Trinken auf und machte Clauert gehörig satt, bis dieser nicht mehr trinken konnte.
Dann sagte Clauert zu dem Kaufmann: »Komm mit mir, ich will dich an den Ort führen, wo die Märker zu finden sind.«
Der Mann glaubte, einen herrlichen Gewinn zu erlangen, und folgte Clauert voller Freude. Clauert führte ihn auf den Kirchhof zum Beinhaus und sagte zu ihm: »Siehe da, hier liegen die ältesten Märker, die in jetziger Zeit zu finden sind. Darunter kannst du dir die besten aussuchen, so viele, wie dir gefallen; denn noch ältere weiß ich dir nicht aufzuzeigen.«
Obwohl der Kaufmann unwillig war, musste er die Zeche und die Mahlzeit, die er Clauert gegeben hatte, verschmerzen. Clauert spottete zudem über ihn und ging lachend von ihm hinweg.
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