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Al Capone – Band 31

Al Capone
Band 31
Der Ku-Klux-Klan droht

1. Kapitel
Unerwartete Hilfe

Wie berichtet, hatte Al Capone den Bankier Sam Ahrens bei dessen Flucht aus dem Roten Haus beschützt. Er verhinderte, dass das Auto, in dem Miss Dynamit mit dem Bankier, dessen Tochter Eveline und Ed Weller floh, wegen seiner rasenden Geschwindigkeit von einem Polizisten aufgehalten wurde. Vor einem Antiquitätenladen, der Capone gehörte, hatten sie haltgemacht und waren mit Capone, der ihnen gefolgt war, in den Laden hineingegangen. Scarface hatte die Rollläden heruntergelassen und erklärte dem Bankier gerade, dass er noch nicht zu verzweifeln brauche, denn es sei möglich, seinen finanziellen Ruin abzuwehren.

»Sie … sagen mir das?!«, stammelte Sam Ahrens verwirrt und fügte gleich hinzu: »Sind Sie denn nicht … Scarface?!«

»Doch, Mister Ahrens, der bin ich!«, versetzte der Angeredete lächelnd.

»Wissen Sie denn nicht, dass ich der Vorsitzende der Chicago Commission of Crime bin?«, fragte der Bankier voller Verwunderung.

»Doch, aber was geht mich das an?«, antwortete ihm Al Capone. »Es stört mich durchaus nicht, dass Sie ein Gegner der Gangster sind. Ich werde Ihnen niemals sagen, Sie sollen Ihre Überzeugungen, Ihre Anschauungs- und Denkart ändern. Das fällt mir gar nicht ein! Jetzt sogar noch weniger als je, da ich sehe, welche entsetzlichen Qualen Ihnen diese Banditen zugefügt haben, die auch meine Feinde sind! Sie können meine Hilfe gebrauchen, und ich stelle sie Ihnen zur Verfügung – ich will nichts dafür haben! Aber zuerst einmal wollen wir doch feststellen, wie hoch der Schaden ist, den Sie erlitten haben, Mister Ahrens.«

»Sie haben mir alles genommen, alles!«

»Auch Ihre Depots in den ausländischen Banken?«

»Auch diese!«, antwortete der Bankier voller Niedergeschlagenheit. »Sie haben mich auf entsetzliche Weise gequält. Durch den Schmerz bin ich verrückt geworden und habe alles unterschrieben, was sie mir hinhielten. So habe ich meine eigenen Blankoschecks unterschrieben, mit denen sie nun meine gesamten Guthaben in den ausländischen Banken abheben können. Jenes Geld werden sie mir genauso rauben, wie sie es hier schon getan haben! Und ich habe keine Möglichkeit, noch irgendetwas zu retten. Zu dieser Stunde wird es wohl keinen Menschen geben, der nicht schon weiß, dass meine Bank überfallen und geplündert worden ist. Nun, diese Nachricht hat sich sicher wie ein Lauffeuer verbreitet und wird zur Folge haben, dass die Aktionäre meiner Bank ihre Anteile für wertlos halten und versuchen werden, sie so schnell wie möglich und um jeden Preis abzustoßen. Das ist der Zusammenbruch, der endgültige Ruin, die Entehrung! Was ist zu tun, Scarface?« Er sprach weiter, seine Stimme so leise wie möglich senkend: »Mir eine Kugel in den Schädel zu schießen! Wenn ein Ehrenmann seinen Verpflichtungen nicht mit Geld nachkommen kann, dann löst er sie eben mit seinem Blut ein!«

Der Bankier hatte diese letzten Worte zwar ziemlich leise gesprochen, sodass seine Tochter sie nicht genau verstand, aber sie hatte doch wenigstens den Sinn erfasst.

Zitternd warf sie ihrem Vater die Arme um den Hals und flehte ihn mit tränenfeuchten Augen an: »Nein, Vater, du sollst dich nicht umbringen! Du sollst für deine Tochter leben!«

»Für dich leben?! Und wie kann ich dir helfen, da ich vollkommen ruiniert bin? Nein, so kann ich nicht weiterleben!«, sagte er mit bitterem Lächeln. »Als ich dich wieder in mein Herz schließen konnte, obwohl ich schon nicht mehr geglaubt hatte, dich jemals wiedersehen zu können, hatte ich im ersten Augenblick völlig vergessen, in was für einer entsetzlichen Lage ich bin. Nein, mein liebes Kind, ich habe nicht mehr die Kraft, die Vorwürfe derer ertragen zu können, die durch mich ihr Geld verlieren. Ich will nicht den Kopf unter der Schuld eines Verbrechens senken müssen, das ich nicht begangen habe. Nein, mein Liebling, lieber den Tod!«


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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