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Der Märkische Eulenspiegel 4

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert Arbeit sucht, aber keine findet und sich deshalb zu den Spitzbuben gesellt.

So musste nun Clauert kläglich von seinem Herrn Abschied nehmen und wusste für die Zukunft nichts weiter anzufangen, als seinem Handwerk nachzugehen. Dieses wollte ihm jedoch keinen Gewinn bringen und der Bauch wollte gleichwohl gesättigt sein. Deshalb begab sich Clauert zu einer Rotte, die man Spitzbuben nennt, und erlernte von denselben ihre Kunst so fertig, dass er mit Recht ein Meister derselben hätte genannt werden können.

Er behalf sich auch eine Zeitlang damit, bis endlich ein solcher Handel im ganzen Römischen Reich bei schwerer Strafe verboten wurde. Da erdachte sich Clauert einen neuen Fund; er hing eine Trompete um seinen Hals und gab sich für einen Trompeter aus, der kürzlich aus Ungarn gekommen wäre. Dies tat er, damit er umso leichter in den vornehmsten Wirtshäusern zur Herberge aufgenommen werden und seine Nahrung dort bei den stattlichen Gästen finden möchte.

Zu jener Zeit nämlich waren eben die Städte Pest und Ofen in Ungarn von den Türken gestürmt und eingenommen worden, wie in der vorigen Geschichte schon erzählt worden ist.