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Jim Buffalo – 13. Abenteuer – Kapitel 3

Jim Buffalo,
der Mann mit der Teufelsmaschine
Veröffentlichungen aus den Geheimakten des größten Abenteurers aller Zeiten
Moderner Volksbücher-Verlag, Leipzig, 1922

Ein verbrecherischer Filmfabrikant
Das 13. Abenteuer Jim Buffalos

3. Kapitel

Die Zentrale-Film-Company

Mr. Steel war am Apparat.

»Na, wie ist es?«, erkundigte sich Buffalo. »Wollen sie die 75.000 Dollar zahlen?«

»Ja«, klang es zurück. »Ich habe mit Mr. Bringthon gesprochen und er hat seine Einwilligung erteilt. Bereits morgen früh wird der Betrag der Armenkasse überwiesen. Würden Sie uns dann am Dienstag nächster Woche mit Ihrer Teufelsmaschine zur Verfügung stehen können?«

»Ja – gewiss – wie war doch gleich der Name Ihres Mitdirektors?«

»Bringthon!«

»Heißt der Sir mit Vornamen Simpson?«

»Allerdings. Doch wieso …?«

»Oh – nichts weiter. Schön also, am Dienstag komme ich. Wohin soll ich mich aber begeben?«

»Bitte direkt in unser Atelier in der Vorstadt Crony.«

»Gut. Good day also bis dahin.«

Buffalo legte den Hörer auf die Gabel zurück.

»Jetzt bin ich sprachlos«, sagte er, zu Dufferin gewandt. »Derselbe Bringthon, den Caterpink heimsuchen will, hat mich mit meiner Teufelsmaschine für eine Filmaufnahme engagiert!«

Dufferin war sprachlos.

»Unter diesen Umständen muss ich Sie um eine Gefälligkeit bitten«, fuhr Jim Buffalo nachdenklich fort. »Forschen Sie augenblicklich nach, wer dieser Bringthon eigentlich ist, beziehungsweise, was er früher war. Wenn Caterpink nämlich mit seiner Behauptung recht hat, Bringthon sei ein Wucherer oder Schieber, pfeife ich darauf, dem guten Manne den Gefallen zu tun. Mit solchen Menschen will ich nichts zu tun haben!«

Am gleichen Abend war in allen Zeitungen zu lesen, dass es der Zentral-Film-Company gelungen sei, den berühmten Jim Buffalo zu bestimmen, die geheimnisvolle Teufelsmaschine für einen ihrer Filme zur Verfügung zu stellen.

Die Direktoren der Gesellschaft hatten diese Nachricht blitzschnell bekannt gegeben, sodass es als sicher anzunehmen war, dass sie die in Betracht kommenden Abnehmerkreise für die Produktion der bisher ziemlich unbekannten Filmgesellschaft zu interessieren begannen.

Die beiden Leiter der Gesellschaft, Steel und Bringthon, befanden sich in bester Stimmung.

Während Mr. Steel, der Jüngere von beiden, seiner Freude durch eifriges Pläneschmieden Luft machte, machte sich die des Compagnons durch ein stilles, behagliches Grinsen fühlbar.

Mr. Simpson Bringthon war ein unsympathischer Mensch. Seine Körperfülle gab ihm das Aussehen eines wandelnden Fleischklumpens. Die Züge seines speckigen Gesichtes waren ein deutliches Zeichen von Habgier. Das stark vorgeschobene Kinn verriet Brutalität und der scharfe, oft lauernde Blick aus den grünlichen Augen ließ auf eine stark ausgeprägte Verschlagenheit und Hinterlist schließen.

Steel dagegen war ein freundlicher, offener Charakter. Früher selbst Schauspieler gewesen, kannte er seinen Beruf wie wohl kein Zweiter. In einem Kaffee hatte er zufällig die Bekanntschaft Simpson Bringthon gemacht, sich angefreundet und war mit ihm auch dann und wann geschäftlich zusammengekommen, bis sie beide eines Tages den Plan fassten, eine Filmfabrikationsgesellschaft ins Leben zu rufen.

So war bald die Zentral-Film-Company entstanden.

Robert Steel war viel zu viel Idealist, als dass er seinem Compagnon, misstraut hätte.

Und doch hätte er dazu reichlich Anlass gehabt, wenn es ihm vergönnt gewesen wäre, einmal einen Blick in Bringthons Gedankenwelt zu werfen.

Simpson Bringthon hatte nur ein Auge auf Steels großes Vermögen geworfen.

Er beabsichtigte, sobald sich eine passende Gelegenheit dazu bot, durch irgendeinen Betrug oder durch irgendwelche schlau eingefädelten Machenschaften den Compagnon zu ruinieren, um sich zum alleinigen Besitzer der Filmgesellschaft zu machen.

Hahaha –

Heute schon besaß er Villa, Automobil und ein siebenstelliges Konto auf der Bank!

Durch reelle Arbeit hätte er sich diesen Reichtum nicht in ein paar Monaten erwerben können!

Nein … betrügen … betrügen …! Das war das beste Geschäft!

Nun kam ihm dieser verfl… Caterpink dazwischen.

Wie dieser Hochstapler wohl von seinen dunklen Geschäften Kenntnis erhalten haben konnte?

Aber sei dem, wie es sei!

Ihn würde Caterpink nicht bestehlen – ihn nicht! Da musste sich der Fürst der Hochstapler schon dümmere suchen! Gut war es, dass es Steel gelungen war, den Abenteurer Jim Buffalo zu bewegen, die Teufelsmaschine für den Film zur Verfügung zu stellen.

Für den Film – hahaha!

Mochte Steel ruhig die Maschine für den Film verwenden – er wollte sie zu etwas anderem gebrauchen!

Simpson Bringthon lächelte tückisch vor sich hin.

Der kommende Dienstag sollte zum Ereignisreichsten seines ganzen Lebens werden!

An diesem Tag würde er Caterpink und der ganzen Welt ein Schnippchen schlagen!

An diesem Tag sollte die Teufelsmaschine in seinen Besitz übergeben!

Simpson Bringthon rieb sich zufrieden die Hände.

Viel stand auf dem Spiel.

Aber es musste gelingen!

Dann aber konnte ihn kein Caterpink und keine Polizei mehr schrecken!

Dann würde er ein Schrecken der Welt werden!

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