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Die Frankfurter Buchmesse 2021

Die Frankfurter Buchmesse 2021

Nach 2 Jahren coronabedingter Abstinenz ließen wir, also Wolfgang und ich, es uns nicht nehmen, die diesjährige Frankfurter Buchmesse zu besuchen.

Dass alles anders sein würde als vor Corona, war uns klar. Aber was uns tatsächlich erwarten würde, nicht. So fuhren wir ohne besondere Erwartungen nach Frankfurt und ließen uns überraschen.

Freitagmorgen erlebten wir dann auch gleich die erste Überraschung bei der Einfahrt ins Rebstock-Parkhaus. Gefühlt mehr Sicherheitspersonal als geparkte Autos ließen Schlimmes ahnen. Der Bus dann ebenso leer, außer uns vielleicht noch 10 Leute an Bord.

Am Einlass – die Messehallen waren nur über den Haupteingang zu erreichen – einige Menschen, deren G-Nachweise professionell kontrolliert wurden. Da nützte es auch nichts, dass der junge Mann vor uns um eine Ausnahme bettelte, ohne G-Nachweis und Lichtbildausweis kein Einlass. Punkt! Das gab mir ein gutes Gefühl, denn so konnte ich davon ausgehen, dass alle Besucher geimpft, genesen oder getestet waren. Ist zwar auch keine Sicherheit, aber unter den heutigen Umständen wohl besser als nichts.

Tja, der erste Blick in Halle 3.0 ließ mich dann doch etwas irritiert dreinblicken. Leere Gänge, viel Platz und dennoch war das von früher bekannte Messeflair zu spüren. Spannung, Erwartung, Vorfreude … all das lag in der Luft. Also stiefelten wir los und schauten uns der Reihe nach alle Messestände an. Dann gab es die nächsten Überraschungen, die man so in Frankfurt früher nicht erwarten durfte: An wirklich jedem Stand, der Interessantes für mich und Wolfgang zu bieten hatte, wurden wir von Mitarbeitern angesprochen. Es ergaben sich im Laufe der 2 Tage so viele tolle, spontane und informative Gespräche wie in den letzten 10 Jahren zusammen nicht. Zumindest nicht so spontan. Und es gab viel zu entdecken, weil man mal alles auch richtig sehen konnte. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, über neue Bücher zu reden, über den Geisterspiegel, ja, auch über meine Bücher, über Autoren, den Buchhandel, Werbemöglichkeiten, Buchpreise und so vieles mehr.

Bekannte Gesichter, auf die man sonst immer während der Messe hoffte, sie zu sehen, gab es nicht viele. Aber die wenigen Begegnungen mit zum Beispiel Kerstin Gröper vom Traumfänger Verlag, mit Regine Schleheck, mit Tom Daut und Heike Schraper, mit Bettina Ickelsheimer-Förster vom Shadodex Verlag der Schatten und jenen jungen Autorinnen und Autoren, die wir bei PAN trafen und deren Namen ich alle gar nicht kenne, waren dafür umso herzlicher. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass wir alle irgendwie auf Entzug waren – Begegnungsentzug. Allein dafür hat es sich schon gelohnt, die diesjährige erste Buchmesse unter Corona-Auflagen zu besuchen.

Ab 14.00 Uhr öffnete am Freitag die Messe dann ihre Pforten für alle Besucher. Ein Aufatmen ging durch die Reihen der Aussteller, denn es wurde spürbar voller in den Messehallen. Und die Frankfurter Buchmesse hatte ab diesem Zeitpunkt auch den Verkauf von Büchern freigegeben.

So nutzten auch wir dieses Jahr die Chance, die ersten Weihnachtsgeschenke zu kaufen, denn es ist leider immer noch so, dass man viele Bücher nach der Messe in keiner Buchhandlung finden kann. Besonders nämlich die aus den kleineren Verlagen. Das ist nach wie vor sehr schade, aber ich werde es auch mit diesem kleinen Artikel über die Messe nicht ändern können.

Der Samstag startete ähnlich wie der Freitag, auch hier war es um kurz nach 9 noch sehr leer und ruhig. Das sollte sich aber bald ändern. Im Vorfeld hatten wir schon mitbekommen, dass das Kontingent von 25.000 Eintrittskarten ausverkauft war. Ja, und das war dann auch schnell zu merken. Alle 25.000 Besucher tummelten sich in Halle 3.0, nach wie vor die interessanteste Messehalle für die Besucher mit den großen und kleinen Publikumsverlagen, Fantasy, Comics und Kinderbuchverlagen.

Zum Glück macht eine Messe auch hungrig, sodass sich wenigstens ein Teil der Menschen immer in den langen Warteschlangen vor den Imbissständen einreihten. Gegen die Warteschlangen beim Buchverkauf waren die allerdings recht kurz. Allein bei Lübbe stand man locker eine Stunde an, um überhaupt einen der begehrten Einkaufskörbe zu erhalten, denn es wurde in den Messeständen streng auf die Anzahl der Besucher geachtet. Man muss es gesehen haben, um sich solche Warteschlangen vorstellen zu können, glaube ich.

Nach all den ganzen positiven Eindrücken muss ich aber auch noch etwas anderes loswerden, was mich im Vorfeld unseres Messebesuches sehr geärgert hat. Und ich denke, nicht nur mich, sondern auch viele Aussteller.

Pressefreiheit ist eine gute Sache. Da spricht auch nichts gegen. Aber wenn sich die Presseinformationen im Vorfeld auf einen einzigen rechten Verlag fokussieren und den somit in den Vordergrund der ganzen Messe rücken, dann macht mich das echt wütend. Die Buchmesse ist keine politische Plattform, wird aber durch die Presse in meinen Augen dazu gemacht. Berichte über all die engagierten Mitarbeiter, über die wenigen Autoren, die anwesend waren und um die Aufmerksamkeit der Leser regelrecht kämpfen müssen, darüber habe ich in den Nachrichten oder in der Zeitung nichts gelesen. Aber über diesen rechten Verlag und die paar Autoren, die darum der Messe fernblieben, jede Menge. Ich möchte hier nichts schönreden oder ignorieren, rechte Verlage sind in meinen Augen das Papier nicht wert, auf denen sie ihren Mist drucken, aber sie haben keinesfalls so viel Aufmerksamkeit verdient, wie sie bekommen haben!

Abschließend kann ich nur sagen, es hat sich gelohnt. Die Frankfurter Buchmesse hat es möglich gemacht, dass wir dem Alltag für 2 Tage in die Welt der Bücher entfliehen konnten. Vieles war neu, aber noch mehr erinnerte es an die guten alten Zeiten, als wir noch nicht von einem Virus heimgesucht wurden, das die Welt ein Stück veränderte.

(ab)

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