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Jim Buffalo – Band 4

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Das Versprechen der Gesetzlosen – Kapitel 10

Das Versprechen der Gesetzlosen
oder Der Überfall auf das alte Militärgefängnis
Kapitel 10

Belagert

So tödlich war das Ziel der Kavalleristen gewesen, als sie ihre Bleisalven auf die den Berg hinunterstürzenden Pferde schossen, dass die Tiere in ihrem irren Lauf schnell gestoppt wurden.

»Näher ran! Seid vorsichtig, Red ist ein sicherer Schütze!«, schrien die Verfolger, während sie über die Felsen sprangen und kletterten und sich beeilten, die Stelle zu erreichen, an der die Pferde gestürzt waren, bevor die Flüchtlinge, von denen sie annahmen, dass sie auf den Tieren ritten, die Gelegenheit hatten, im Unterholz Deckung zu suchen.

Das Flackern der Fackeln ließ den Berghang fast taghell erscheinen.

In der Aufregung schossen die Häscher Bleisalven auf alles, was sich bewegte, fest entschlossen, den Verbrecher nicht wieder entkommen zu lassen.

Aber als die Vordersten der Verfolger die Stelle der verletzten Pferde erreichten, wussten sie, dass sie von dem einfallsreichen Rogers überlistet worden waren.

»Er hat uns reingelegt!«, brüllte ein Kavallerist.

»Wie kommen Sie darauf?«, fragte Lieutenant Fox, der als erster Offizier den Ort des Geschehens erreichte.

»Weil die Pferde und ihre Decken mit Kugeln durchlöchert sind«, antwortete einer seiner Männer. »Kein Mensch hätte auf deren Rücken sitzen und überleben können.«

»Wo ist dann Rogers?«, fragte der junge Offizier weiter.

»Das weiß nur der alte Nick«, murmelte ein Veteran. »Aber eines ist sicher.« Dann verstummte der Soldat, als bereue er seine Worte.

»Was ist sicher? Warum sprechen Sie nicht, Mann, anstatt wie ein Dummkopf dazustehen?«, fauchte Fox.

»Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich einmische, Sir«, erwiderte der Soldat. »Aber ich wollte sagen, dass Red nicht weit weg sein kann, sonst hätte er nicht zu der List gegriffen, seine Pferde freizulassen.«

»Dann machen Sie sich an die Arbeit und finden Sie ihn. Verschwenden Sie keine kostbare Zeit damit, hier herumzustehen«, schnauzte der Lieutenant. Auf seine Worte hin löste sich die Gruppe um die gestürzten Pferde auf und verschwand zwischen den Felsen und dem Gestrüpp, wobei der Schein der Fackeln den Weg der Männer andeutete.

Einen Moment stand der junge Offizier da und überlegte, ob er mit seinen Männern gehen oder sich beim Colonel melden sollte. Bevor er sich entschieden hatte, kamen die Männer des Sheriffs, die den Gesetzlosen zum Aufgeben seiner Pferde veranlasst hatten, auf ihn zu.

»Wer sind Sie?«, erkundigte sich der Lieutenant.

»Wir sind mit Sheriff Black gekommen«, antwortete einer von ihnen.

»Also, ab ins Gebüsch. Trödelt hier nicht herum. Rogers hat uns reingelegt.«

»Ist das nicht typisch für ihn?«, rief ein anderer aus dem Trupp. »Ich habe zu Black gesagt, dass ich darauf wette, dass Red entkommen würde, und jetzt hat er es geschafft. Ob ein oder tausend Mann, das ist ihm egal. Wenn er eine Chance hat, dann wird er sich jetzt durchmogeln …«

Aber der junge Offizier, der durch die Worte des Burschen daran erinnert wurde, wie der Geächtete ihm den ganzen Tag über entkommen war, drehte sich auf dem Absatz um und wollte weggehen, als von vorn ein Ruf ertönte.

»Hier lang! Da lang!«, rief eine Stimme. »Red ist in diese Richtung gegangen! Hier ist die Leiche eines Mannes, den er getötet hat!«

Sofort gaben die Kavalleristen, die den Berghang um die Pferde herum durchkämmt hatten, ihre Suche auf und eilten den Pfad hinauf.

»Das ist Faro Pete«, erklärte Sheriff Black, nachdem er die Leiche untersucht hatte. »Lieber hätte ich ein Dutzend andere Männer verloren als ihn.«

»Warum?«, fragte Captain Smythe und drängte sich durch die Gruppe um den Mann, den der Geächtete getötet hatte.

»Weil er als Mitglied von Reds alter Bande alle seine Verstecke kannte. Als er hörte, wo sich der Schuft aufgehalten hatte, vermutete er, dass Red wahrscheinlich zur alten Festung und, wenn er die Wege abgeschnitten fand, zur Breathing Cave gehen würde. Soweit ich weiß, war Pete der Einzige, der je mit Red in der Höhle war. Und jetzt ist er weg, und wir werden wahrscheinlich grauhaarig sein, bevor wir herausfinden können, wie wir in die Höhle gelangen.«

»Breathing Cave? Breathing Cave?«, wiederholte der Captain. »Wovon in aller Welt reden Sie da, Mann? Wer hat je von einer Breathing Cave gehört?«

»Ich schon, Sir«, antwortete eine Stimme.

Erstaunt drehten sich die Polizisten und der Sheriff zum Sprecher um und erblickten Alkali.

»Dann sag uns, was es ist und wo es ist«, befahl Smythe.

»Es ist ein Riss in einem Felsen, kaum groß genug, dass sich ein Mann hineinquetschen kann, und wenn man daneben steht, kann man spüren, wie er atmet.«

»Spüren, wie ein Felsen atmet?«, spottete Lieutenant Fox verächtlich. »Hast du getrunken, Alkali?«

»Nein, Sir. Was ich Ihnen über die Höhle erzähle, ist die Wahrheit. Und ich kann es beweisen.«

»Und wie?«, fragte Smythe.

»Indem ich Sie hinbringe.«

»Sie wissen, wo es ist?«, riefen der Sheriff und die Offiziere in freudiger Überraschung aus.

»Natürlich weiß ich das. Ihr seid nicht mehr als drei Ruten davon entfernt.«

»Dann führe uns hin«, befahl der Captain. »Der Mann, den wir suchen, versteckt sich zweifellos dort. Fox, gehen Sie hinunter und berichten dem Colonel, was wir herausgefunden haben. Sie könnten vorschlagen, dass es gut für ihn wäre, hierher zu kommen. Er wird sich wahrscheinlich um den Gefangenen kümmern wollen.«

Der Lieutenant versuchte nicht, seine Enttäuschung und seinen Unmut darüber zu verbergen, dass er von seinem Vorgesetzten geschickt worden war, um dem Colonel eine Nachricht zu überbringen, die genauso gut einem Private hätte anvertraut werden können, vor allem, wenn die Gefangennahme des berüchtigten Verbrechers, der sie zu einer solch spannenden Verfolgungsjagd veranlasst hatte, unmittelbar bevorzustehen schien, und machte auf dem Absatz kehrt, ohne zu antworten, und rannte den Berghang hinunter.

Unter lautem Gebrüll und Jubel über den Gedanken, dass sie den berüchtigten Verbrecher bald sicher gefesselt und auf dem Weg zurück in das Gefängnis haben würden, aus dem er geflohen war und eine Spur von Leichen hinterlassen hatte, schwärmten die Trooper hinter dem Halbblut her.

»Ich wünschte, Sie würden sie zurückhalten, Sir«, rief Alkali dem Captain zu, der mit einigen anderen Offizieren dicht hinter dem Scout folgte.

»Warum?«

»Weil ich den Eingang zur Höhle untersuchen will, um herauszufinden, ob Red wirklich da drin ist. Aber wenn die Trooper hier herumschwirren, verwischen sie alle Spuren.«

Als er feststellte, dass Alkali recht zu haben schien, drehte sich der Captain um.

»Keiner darf sich der Höhle näher als zwanzig Fuß nähern, bis ich die Erlaubnis gebe«, rief er.

Erstaunt über das Kommando fragten sich die Soldaten gegenseitig, was denn da Neues passiert sein könnte. Aber ihre Neugierde wurde schnell durch den Anblick des auf Händen und Knien herumkriechenden Halbbluts besänftigt.

Das Interesse an den Entdeckungen des Spähers war für die Offiziere für den Moment vergessen, als sie ein plötzliches Ausströmen von Luft spürten, einige Sekunden später gefolgt von einem Absaugen der Luft nach unten.

»Was um alles in der Welt kann das sein?«, fragten sie sich gegenseitig.

»Das ist die Atmende Höhle«, erklärte Alkali grinsend.

»Es ist wirklich so, als würde ein Mensch atmen«, konstatierte Captain Smythe, nachdem er und mehrere seiner Begleiter sich in der Nähe der Felsspalte auf die Knie fallen ließen und den aus- und einströmenden Luftzug auf ihren Gesichtern spürten.

»Woher wussten Sie davon, Alkali?«, fragte ein anderer Offizier.

»Von den Rothäuten.«

»Haben sie irgendeine Erklärung für das Rätsel abgegeben?«

»Manche ja, manche nein.«

Eine weitere Diskussion über das Wunder wurde durch die Ankunft von Colonel Edwards vorerst verhindert.

»Haben Sie den Teufel in die Enge getrieben, Smythe?«, fragte er den Offizier.

»Ich glaube, ja, Sir.«

»Glauben? Wissen Sie das nicht?«, donnerte sein Vorgesetzter.

»Nein, Sir. Ich warte auf Alkali, um festzustellen, ob Rogers in diese Öffnung im Felsen eingedrungen ist oder nicht.«

»Nun, ich denke, der sicherste Weg, ihm ein Ende zu bereiten, ist, dass die Erde ihn verschluckt«, brummte der Colonel. »Was haben Sie herausgefunden, Alkali?«

»Er ist da drin, und zwei andere sind bei ihm. Ich …«

»Irgendein Zeichen von den drei berittenen Spähern, die sie gefangen genommen haben?«, unterbrach Captain Smythe.

»Sie haben etwas mitgeschleppt. Sie können sehen, wo die Erde dort drüben abgetragen ist. Aber ob es die Scouts sind, kann ich nicht sagen, Sir.«

»Wir werden ihre Leichen wahrscheinlich irgendwo auf dem Weg finden«, meinte der Colonel. »Es ist unwahrscheinlich, dass sie sich um sie gekümmert haben, als wir sie so dicht bedrängt haben. Aber Sie sind sicher, dass Red Rogers da drin ist?«

»Ja, Sir.«

»Gibt es einen anderen Weg, in die Höhle zu gelangen?«

»Nicht dass ich wüsste, Sir.«

»Wie groß ist sie?«

»War nie drin.«

»Nun, eines ist sicher. Rogers und seine Gefährten finden dort drin nichts zu essen. Captain Smythe, Sie werden dreißig Männer aussuchen und hier die Öffnung der Höhle belagern, bis Sie Rogers entweder aushungern oder zur Strecke bringen.«

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