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Geisterjäger John Sinclair Band 2182 – Herzblut

Ian Rolf Hill
Geisterjäger John Sinclair Band 2182
Herzblut

Horror/Grusel/Mystery, Heftroman, Bastei Lübbe AG, Köln, 5. Mai 2020, 68 Seiten, 1,90 Euro, Covermotiv: Digital Storm; Eagerrr/shutterstock

John Sinclair wird als Berater nach Dundee beordert. In der schottischen Küstenstadt hat sich eine Serie von Ritualmorden ereignet, der bereits drei Männer zum Opfer gefallen sind. Die Morde zeichnen sich nicht nur durch eine beispiellose Brutalität aus, sondern allen Opfern wurde zudem post mortem das Herz entfernt.

Da Chefinspektorin Davina McCarthy vom Dienst suspendiert wurde, arbeitet John Sinclair bei den Ermittlungen mit Detective Inspector Conrad Sallis zusammen.

Bei ihrer Suche nach dem Täter gerät der Geisterjäger selbst in akute Lebensgefahr.

Um ein Fazit vorwegzunehmen: Was sich in der Zusammenfassung recht nüchtern anhört, entpuppt sich bei der Lektüre als fesselnder Spannungsroman.

Das fängt bereits mit dem Cover das Romans an, welches ein absoluter Eyecatcher ist und perfekt zum heftigen Teaser auf Seite 3 passt, wie auch zur weiteren Beschreibung der Täterin, denn dass hier eine Frau verantwortlich ist, machen Bild und Einleitung unmissverständlich klar.

Filmreif ist die Szenen-Überblendung von Seite 3 zu Seite 4. Da laufen Bilder im Kopf ab und Hill bedient sich hier eines Stilmittels, welches mich unwillkürlich an die Kameraarbeit in Highlander (1986) denken ließ, der interessanterweise ja ebenfalls in Schottland spielt bzw. dort seinen Anfang nimmt.

Apropos Schottland: Die ostschottische Küstenstadt Dundee, gelegen am Meeresarm Firth of Tay, war schon häufiger Schauplatz diverser John Sinclair-Romane.

So leben dort die Tierärztin Maxine Wells, mit der John ein besonderes Verhältnis verbindet, wie auch das Vogelmädchen Carlotta.

Es gibt einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse in Band 2085, das magische Schwert Engelstöter und den Tod von Detective Inspector Beth McAllister, womit erklärt wird, warum Chefinspektorin Davina McCarthy nicht die Leitung des aktuellen Falls innehat. Bisher haben John und Davina immerhin schon dreimal zusammengearbeitet.

Übrigens ist dies etwas, das Ian Rolf Hill sehr gut kann, nämlich Verknüpfungen mit und Querverweise zur John Sinclair-Historie herzustellen.

So ist auch Lilith, die Große Mutter und Geliebte Luzifers, auf deren Abbild John stößt, keine Unbekannte im Sinclair-Kosmos.

Eine weitere Stärke Hills ist, wie weiter oben schon einmal erwähnt, sein Schreibstil, der stark visuell geprägt ist. So springt beispielsweise bei der Suche nach dem verschwundenen John Sinclair sowie der Schilderung des finalen Kampfgeschehens, wenn die Handlungsfäden zusammengeführt werden, die Spannung förmlich auf den Leser über. Das Szenario ist bedrohlich, atmosphärisch dicht und im Detail genau beschrieben.

Mit Herzblut ist Ian Rolf Hill ein Horror-Roman gelungen, der mit starken Frauenfiguren aufwartet, dessen Spannungspegel kontinuierlich ansteigt, dem eine sehr plastische Schilderung der Ereignisse immanent ist, die auch grausame Szenen nicht ausspart und der somit seinem Genre in vollem Umfang gerecht wird.

(sb)