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X-MEN Band 2 – Auf Monsterjagd

Jonathan Hickman, Leinil Francis Yu
X-MEN Band 2
Auf Monsterjagd
Inhalt: Beschwörer (Summoner, X-Men 2), Hordeculture (Hordeculture, X-Men 3)

Comic, Heft, Superhelden, Panini Comics, Stuttgart, 30. Juni 2020, 60 Seiten, 5,99 Euro

150 km vor der Südküste Krakoas, der neuen, empfindungsfähigen Mutantenheimat, der lebenden Insel, taucht eine zweite Insel auf, auf der riesige Bestien leben.

Scott Summers alias Cyclops und seine beiden Kinder, Prestige und Cable, machen sich auf zur titelgebenden Monsterjagd.

Auf der unbekannten Insel treffen die drei Mutanten auf einen sogenannten Hohen Beschwörer. Cable begeht einen folgenschweren Fehler, der in einen bewaffneten Konflikt mündet. Am Ende vereinigen sich die beiden Inseln und ein alter Feind, der X-Men, tritt in Erscheinung.

In der zweiten Geschichte wird im Wilden Land auf Krakoa ein Portal manipuliert.

Aufgrund dieses Ereignisses wird das Stille Konzil einberufen mit dem Ergebnis, dass Cyclops, Emma Frost und Sebastian Shaw alias Black King der Ursache auf den Grund gehen.

Das Team gelangt auf Umwegen ins Wilde Land und stößt dort in einem der Erntezentren, in dem exotische Blumen angebaut werden, auf einen Trupp älterer Damen, die sich selbst als Radikal-Botanikerinnen und als Hordeculture bezeichnen; Ladys, die keinen Spaß verstehen und sich mit Weltherrschafts- und Auslöschungsplänen beschäftigen.

Mit X-Men Band 1 und 2 liegen nunmehr die ersten drei US-Hefte der neuen Heftserie um die beliebten Mutanten auf Deutsch vor.

Auf den ersten Blick scheinen die drei Geschichten nicht viel miteinander zu tun zu haben. Verbindende Elemente sind lediglich die lebende Insel Krakoa, der Zufluchtsort für alle Mutanten sowie der Mutant Scott Summers; tritt dieser doch jeweils als Teamleader auf.

Die Insel ist und bleibt ein Faszinosum und birgt sicherlich noch viele Überraschungen.

Als Fan-Service betrachte ich die Bonus-Seiten, die in Form von Datenblättern und Übersichtskarten zum Beispiel die Insignien der Beschwörer erläutern, die Insel Krakoa und das Arak-Riff anhand einer Karte visualisieren sowie lexikalische Einträge zu Krakoa und Hordeculture aufweisen.

Das kühle, futuristische Design der ersten Ausgabe wurde beibehalten. Selbst auf den Seiten mit den Credits oder den Schlussbemerkungen finden sich immer wieder kleine Hinweise, mal mehr, mal weniger offensichtlich, teils in einer eigenen Symbolsprache abgefasst.

Wer auf der neuen Insel, die vermutlich den Namen Arakko trägt, einem Anagramm aus Krakoa, gemeinsame Sache mit dem Beschwörer macht und sich nur im Dunkel zeigt, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Auf jeden Fall handelt es sich um eines der mächtigsten Wesen im Marvel-Universum.

Spaß haben mir die alten Ladys mit ihrem losen Mundwerk gemacht. Ihr Auftritt entbehrte nicht einer gewissen Originalität. Leider sind Ziele des Damen-Quartetts alles andere als originell, sondern gipfeln in der Dezimierung der Menschheit und dem Erlangen der Weltherrschaft, um die Erde in einen unverdorbenen Zustand zurückzuführen. Erreichen wollen die Wissenschaftlerinnen dies mithilfe genetischer Manipulationen.  Schien es sich im ersten Moment um, wenn auch radikale, Umweltaktivistinnen zu handeln, entpuppt sich Hordeculture als reaktionäre Gruppe mit faschistoiden Zügen.

Ich hoffe, dass sich diese Entwicklung nicht fortsetzt, nämlich mit jedem Heft einen neuen übermächtigen Gegner präsentiert zu bekommen.

Ich fände es interessant, mehr über die Mutanten auf Krakoa zu erfahren: die dortigen gesellschaftlichen Gegebenheiten; wie geht die übrige Weltbevölkerung mit der Mutantennation und deren Bewohner*innen um …

Klar, Action muss sein, aber Konflikte dürfen nicht um ihrer selbst willen inszeniert werden – siehe zum Beispiel die völlig unnötige Eskalation durch das Geschenk, welches Cable dem Beschwörer macht, nämlich eine Thermogranate! Ich denke nicht, dass sich Cable so dumm und verantwortungslos verhalten würde. Die Szene fand ich sehr aufgesetzt und diente wohl nur dazu, ein paar Bestien angreifen zu lassen, was den X-Men wiederum die Möglichkeit für ein paar Splattereinlagen gab.

Grundsätzlich macht das ganze Kreativteam dieser neuen X-Men-Serie einen guten Job.

Ein kritisches Augenmerk schadet jedoch nicht und ein bewusstes Lesen ist angeraten.

(stb)