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Oberhessisches Sagenbuch Teil 66

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Kroppenhans

Von einem Platz vor Burggemünden, die lange Gasse genannt, erzählt das Volk, dass dort viel ungerechte Heller vergraben lägen und auch der Kroppenhans umgehe. Die Totenfrau des Ortes kam einmal im Sommer vor Mitternacht dort vorüber und sah von Weitem etwas ganz Helles im Gras leuchten, als wären es Johannisgleimchen (Johanniswürmchen). Als sie aber näher trat, war es ein großer Haufen Goldstücke, feurig glänzend, als wären sie eben frisch geprägt worden, sonst aber allesamt so dünn wie Fischschuppen. Sogleich trat aber auch der Kroppenhans hinzu. Es war ein spindeldürrer Kerl mit einem langen Geisbart und spitzer Nase, auf dem Kopf eine hohe Kappe mit langer, ritzeroter Feder. Der hielt ihr ein abgeschlagenes Buch entgegen.

»Schreib deinen Namen hinein«, sagte er zu der Totenfrau, »so wird das alles hier dein!«

Allein diese, die den rechten Bescheid von der Sache kannte, wollte nicht, sondern fing beherzt an zu beten: »Ich glaube an Gott, den Vater, und an Jesum Christum«

Wie sie das Wort sprach, verschlang mit einem Ruck die Erde das viele, viele Geld vor ihren Augen. Der Kroppenhans fuhr in die Luft und um sie her gab es ein greuliges Geschrei und solch einen Wind, als wären alle Bäume im Wald auf einen Schlag umgefallen. Sie aber eilte, von Grausen erfasst, heimwärts.