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Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 58

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Einige schändliche Taten

Des Julius Malavacca, eines Korporals Ehefrau wurde bei schwangerem Leib umgebracht. Nach drei Tagen wurde die Tat ruchbar und ihr Körper geöffnet, welches an eben dem Tag geschah, an welchem ihr Mann von einer Reise zurückkam. Kaum hörte er die schreckliche Tat, so eilte er ganz außer sich in die Stube, wo seine erschlagene Frau auf dem Tisch lag. Aber welch ein Unglück für den armen Mann. Die Ermordete fing bei seiner Gegenwart an, aus der Nase zu bluten. Jedermann glaubte nun, dass er der Mörder derselben sei. Vergebens beteuerte er seine Unschuld, leugnete, eine so schändliche Tat begangen zu haben, und versuchte sich durch seine Abwesenheit zu verteidigen und zu rechtfertigen. Er wurde gefoltert. Da er die Qualen nicht aushalten konnte, so bekannte er eine Tat, die er nicht begangen hatte, da er dann auf Befehl der Obrigkeit gehängt wurde.

In der Gegend von Witkow starben einem polnischen Edelmann die Ochsen. Der Verdacht fiel auf eine siebzigjährige Bäuerin, welche als Hexe eingezogen wurde. Der Henker aus Gnesen musste ihr die Nase entzweischlagen, um aus dem Blut über ihre Schuld zu urteilen. Dies bestätigte den Verdacht. Nun kam sie auf die Tortur. Von Schmerzen zur Verzweiflung gebracht, gab sie noch eine andere Frau als Hexe an. Der ging es ebenso. Man stellte noch mit ihnen die Wasserprobe an. Sie schwammen oben und wurden nun zweifelsfrei für Hexen gehalten. Sie wurden gebunden auf Schleifen gesetzt und, obwohl sie gleich auf eine rührende Art ihre Unschuld beteuerten, zum Scheiterhaufen gefahren. Hier waren aus acht Schuh dickem Holz Stöße sechs Fuß hoch ins Geviert so errichtet, dass in der Mitte ein Loch war. Die Unschuldigen wurden mit dem Gesicht nach unten auf die Erde geworfen und ihnen Hände und Füße auf dem Rücken zusammengebunden. In jedes Loch der Scheiterhaufen wurde ein Bund Stroh gesteckt, die Unglücklichen hinaufgewunden auf dem Bauch gelegt und das Stroh angezündet. Das Geprassel der Flammen, das Geschrei der Elenden, das Geächze der Zuschauer und das Arbeiten der Körper, die sich gern losmachen wollten und ins Holz bissen, gab mit dem Dampf, Gestank und Rauch ein entsetzliches Schauspiel, welches alle, die anwesend waren, lange nicht vergessen konnten.

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