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Der Wolfmensch Band 3

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Elbsagen 36

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

36. Das Erdmännchen und der Schafhirt

Im Jahre 1664 hatte sich in einem Dorf nahe bei Dresden Folgendes zugetragen. Es saß ein Schäferjunge im Felde bei seiner Herde und sah von ungefähr, wie ein mäßig großer Stein in seiner Nähe sich von selbst einige Male in die Höhe zu heben schien. Dies hatte ihn gewundert. Er sah sich den Stein an und hob ihn endlich von seinem Platz weg. Siehe, da hüpfte ein kleines Kerlchen aus der Erde hervor, stellte sich vor ihn hin und sagte, er sei bis zu diesem Augenblick dahin verbannt gewesen und begehre nunmehr von ihm Arbeit. Er müsse ihm etwas zu tun geben.

»Nun gut«, antwortete der Junge bestürzt, »hilf mir meine Schafe hüten« Dies tat das Erdmännchen auch flugs. Am Abend aber, als der Junge sein Vieh ins Dorf treiben wollte, da hatte das Männchen mitgewollt.

Der Junge aber entschuldigte sich und sagte; »In mein Haus vermag ich dich nicht mitzunehmen, denn ich habe einen Stiefvater und dazu noch Geschwister. Mein Vater würde es mir sehr verübeln, wenn ich ihm noch einen anderen mitbrächte.«

»Ja, so musst du mir anderswo Herberge verschaffen, du hast mich einmal angenommen«, sprach das Männchen.

»Geh hin zu unserem Nachbar«, entgegnete der Junge, »denn der hat keine Kinder.«

Dies ist auch richtig geschehen, aber der Nachbar hat ihn nicht wieder loswerden können.

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