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Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 51

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Rosenfeld hat die Schlüssel des Paradieses und das Buch des Lebens mit sieben Siegeln verschlossen.

Rosenfeld fing im Jahr 1762, als er 31 Jahre alt war, eine herumstreifende Lebensart an. Er hatte Wohlleben, Gemächlichkeit etc. immer geliebt. Wo er nur hinkam, fing er an, von Religionssachen zu sprechen, gab sich für einen Propheten, der in der Bibel verkündet sei, endlich für den Heiland der Welt, den wahren Messias, für Gott selbst aus. Er fand viel Glauben, Beifall und Anhang und trieb dieses Werk, um sich füttern zu lassen, Geschenke zu bekommen, Jungfrauen zur Erfüllung seines Wunsches zu bereden und fand darin große Bereitwilligkeit. Eltern selbst brachten ihm ihre Kinder, an ihnen seine Lust zu büßen. Junge verheiratete Männer ließen ihm das Recht der ersten Nacht.

Wegen dieser seiner ausgelassenen Schwärmerei, wodurch er auch andere verrückt machte, kam er auf zwei Jahre, von 1769 bis 1771 ins Irrenhaus zu Berlin, aber seine Anhänger fuhren fort, an ihn zu glauben und ihm ergeben zu sein. Eine Mutter brachte ihm ihre gerade 15 Jahre alt gewordene Tochter in Begleitung eines Mannes und einer anderen Frau dahin. Unterwegs sagte man dem Mädchen, sie müsse alles glauben, was Rosenfeld ihr sage, und alles tun, was er verlange.

Rosenfeld sagte, er wolle nun das Mädchen zur Braut Christi machen und tat darauf in Gegenwart der Mutter und der Übrigen an ihr, was er vorher schon an anderen getan hatte. Nach Verlauf jener zwei Jahre kam Rosenfeld wieder frei, streifte noch eine Zeitlang herum und kam 1775 im Alter von 44 Jahren wieder nach Berlin, sich da zur Ruhe zu setzen und seine Lust gemächlicher zu büßen. Daher schrieb er einen Zirkelbrief an seine Anhänger, worin er ihnen eröffnete, er habe die Schlüssel des Paradieses, bei ihm liege das Buch des Lebens mit 7 Siegeln verschlossen. Um es zu entsiegeln, brauche er 7 Jungfrauen. Wer ihm seine Tochter nicht gäbe, über den würden alle Seelen ach und weh schreien. Sogleich wurden ihm die Mädchen geschickt, aber der kaltherzige heilige Wollüstling behandelte sie schlecht. Nur eine hatte seine Gunst ganz. Bei ihr brachte er Nächte zu, und sie wurde schwanger. Die anderen rief er auch zur Befriedigung seiner Lust, aber sie mussten vom frühesten Morgen bis in die späte Nacht Wolle spinnen und ihn damit ernähren. Er prügelte diese sechs Mädchen, ließ sie hungern und behandelte sie wie Gefangene und Sklaven. Sie durften weder untereinander noch mit ihren Eltern reden. Er quälte sie unaufhörlich mit Fragen, fluchte und drohte zuweilen schrecklich. Vorzüglich war die eine, die Schwester seiner Beliebtesten, ein Gegenstand des Hasses dieser Letzteren, und daher auch des Rosenfeld. Von Hunger und Verzweiflung überwältigt, entlief sie endlich zu ihrer Mutter. Aber auf Drohung des Heiligen, dass sie nicht zu den sieben glücklichen Jungfrauen gehören und ewig verdammt werden sollte, wenn sie nicht wiederkäme.

Sie kam zurück, sagte aber zu einer ihrer Unglücksgefährtinnen: »Meine Schwester und Rosenfeld haben mir schon das Mark aus den Knochen gesogen. Nun geht es aufs Herz los, das wird bald auch abgefressen sein.«

Sie starb kurz darauf bei Rosenfeld und eine andere bald nach ihrer Rückkehr zu ihren Eltern. Drei andere konnten es nicht aushalten und flohen, aber nichts empörte die Eltern.

 

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