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Gold Band 3 – Kapitel 4.3

Friedrich Gerstäcker
Gold Band 3
Ein kalifornisches Lebensbild aus dem Jahre 1849
Kapitel 4.3

Ordentliche Wege zu den verschiedenen Minen von hier ab – die einzige Hauptstraße ausgenommen – existierten, wie schon erwähnt, nicht, und die Karren mussten sich gewöhnlich ihre Bahn durch den Wald suchen, so gut oder so schlecht das eben gehen wollte. Gar nicht selten geschah es aber, dass sie dabei auf eine oder die andere Art zu Schaden kamen. So fanden unsere Wanderer auch die Trümmer eines kleinen Karrens, der da erst ganz kürzlich zusammengebrochen sein musste. Das Meiste davon war auch wohl schon ins Tal geschafft worden. Das Vorderteil desselben mit einem Rad lag aber noch dort, gerade hinter dem Stumpf eines gefällten Baumes.

Lanzot, in fröhlicher, fast mutwilliger Laune, griff das Rad auf. Sich zu seinem Begleiter wendend, sagte er: »Was meinen Sie, Doktor, sollen wir das Ding einmal in Gang bringen?«

»Rollen Sie es nicht fort«, warnte aber Doktor Rascher, »denn der Eigentümer wird jedenfalls wieder hierher zurückkehren, um es abzuholen.«

»Dann kommt es ihm vielleicht entgegen«, gab Lanzot lachend von sich. »Überdies war es von jeher eine meiner Hauptleidenschaften, Steine einen steilen Hang hinabzurollen. Es sieht zu prachtvoll aus, wenn sie zu Tal springen.« Damit gab er dem kleinen Rad einen Schwung und ließ es bergab laufen. Anfangs rollte es auch ganz prächtig den nicht zu steilen Hang hinab. Durch das Wellenförmige desselben kam es aber mehr und mehr in Schwung. Statt rechts oder links abzubiegen und sich dann zu überschlagen und liegen zu bleiben, sauste es plötzlich in langen und hohen Sätzen zu Tal, sprang über ein paar niedere Büsche hinweg und verschwand endlich hinter diesen.

Die beiden Männer waren, Lanzot eigentlich von seinem ganz unerwarteten Erfolg überrascht, stehen geblieben und horchten dem Poltern des springenden Rades, das noch immer aus der Tiefe zu ihnen herauftönte. Plötzlich geschah ein Schlag, und gleich darauf gellte ein lauter Aufschrei an ihr Ohr.

»Alle Wetter!«, rief Lanzot erschreckt, »wenn ich am Ende gar mit meiner albernen Spielerei ein Unglück angerichtet hätte!«

»Das wollen wir nicht hoffen«, sagte der alte Mann bestürzt, »vielleicht ist nur irgendein armer Teufel heftig erschreckt worden. Jedenfalls müssen wir aber hinunter und nachsehen.«

»Gewiss!«, rief der junge Mann rasch, »habe ich eine Torheit begangen, muss ich auch dafür büßen. Ein Glück nur, dass hier keine Glaswarenhandlungen sind, in die das Rad hätte hineinspringen können. Für einen Topfmarkt passte solch eine Überraschung ebenfalls vortrefflich. Wenn nur wenigstens kein Mensch zu Schaden gekommen ist.« Hastig, ohne dass von nun an weiter noch ein Wort zwischen ihnen gewechselt worden wäre, folgten die beiden ihren Weg den Hang hinab.

An diesem Morgen hatten auch der Justizrat und der Assessor wie gewöhnlich ihre Arbeit am Bergbach beginnen wollen. Schon die Aufregung im Lager machte sie aber stutzen. Als sie die Rüstungen bemerkten, drüben die Mexikaner mit der Fahne sahen und dann noch von einem eben aus den Hügeln zurückkommenden Landsmann hörten, dass der Wald von bewaffneten Indianern schwärme, beschlossen sie sehr vernünftigerweise, an diesem Tag lieber ruhig in ihrem Zelt zu bleiben und erst einmal abzuwarten, wie sich die Sache erledigen würde. Ihren Händen und Armen schadete es überdies nichts, wenn sie einmal selbst einen Wochentag rasteten. Der Justizrat drehte auch ohne Weiteres gleich wieder um. Am Zelt angekommen, stopfte er sich aufs Neue seine Pfeife, setzte sich auf seinen gewöhnlichen Platz am Feuer, auf einen niederen Klotz, den Rücken an eine junge Eiche lehnend, und sagte: »Können paar Stück Holz auflegen, Assessor. Heute Klöße kochen.«

»Das ist ein gescheiter Gedanke, Herr Justizrat!«, rief da der gutmütige Assessor, indem er, mit der Gefahr, seine Brille zu verlieren, ein schweres, gestern Abend mühsam aus dem Wald geholtes Stück Holz in das Feuer zerrte, ohne dass der Justizrat auch nur ein Glied gerührt hätte, ihm zu helfen. »Ein ganz vortrefflicher Gedanke. Wenn wir uns heute ordentlich ausruhen, können wir morgen dafür so viel schärfer arbeiten. Verlust ist doch nicht bei der Sache.«

»Bewahre«, sagte der Justizrat, rauchte dann noch eine Weile und schlief endlich, an den Baum gelehnt, sanft ein, während der Assessor mit unermüdlichem Fleiß die Vorbereitungen zu ihrem Mittagsessen betrieb.

Die übrigen Deutschen, Lamberg, Binderhof und Hufner waren heute ebenfalls von ihrer Arbeit ferngeblieben, weil ihnen die Bewegung der Indianer gerade so wenig gefallen hatte, wie dem Justizrat. Trotzdem aber nahmen die beiden Ersteren doch wenigstens an den Vorgängen im Paradies teil und interessierten sich für den Erfolg der Amerikaner, dieser Masse von Mexikanern gegenüber.

Nur an dem Justizrat und Assessor gingen jene regen lebendigen Szenen spurlos und vollkommen unbeachtet vorüber. Der Justizrat schlief vollkommen und hörte nur manchmal im halben Traum den Lärm der Gongs und Trommeln sowie die gellenden Töne des Yankee-Doodle, ohne auch nur den Kopf danach umzudrehen. Ebenso wenig beachtete der Assessor diese Bewegung, die ihn, seiner Meinung nach, nicht das Geringste anging. Das war Sache der Beamten. Ja, wäre er selbst hier Assessor gewesen, so würde er augenblicklich den ganzen Fall haben untersuchen und protokollieren lassen. Die schuldigen Ruhestörer hätten dann schon gehörig brummen sollen. Aber heute Mittag hatte er Klöße zu kochen, mit einem delikaten Stück Rindfleisch dazu, das der Sheriff, Mr. Hale, selbst gestern ausgeschlachtet hatte. Es lag ihm besonders daran, den Justizrat mit seiner Kochweise zufrieden zu stellen.

Wer sich auch außerordentlich wenig um Amerikaner und Mexikaner bekümmerte, war Herr Hufner, denn weit wichtigere Dinge gingen ihm heute im Kopf herum.

Heute konnte die Schwiegermutter vielleicht schon den Brief bekommen, und was, um Gotteswillen, was würde sie sagen? Schon den Postmann, der allmonatlich einmal nach San Francisco ging, Briefe dort abzuliefern und mit dem Postdampfer gekommene wieder heraufzubringen, hatte er heimlich, aber himmelhoch gebeten, wenn ihn eine Dame fragen würde, wie es ihm hier oben ginge, nur zu sagen: »Ganz entsetzlich schlecht.« Nun saß er, überdies heute unbeschäftigt, vor seinem Zelt und wusste gar nicht, was er beginnen, wie er sich der trüben Gedanken erwehren solle.

Was die Amerikaner heute für einen entsetzlichen Spektakel machten – was nur los war? Binderhof und Lamberg waren hinunter gegangen, sich die Sache mit anzusehen. Er hatte andere Dinge im Kopf. Endlich sprang er auf – er hielt es nicht länger aus – und beschloss, einmal hinüber zum Justizrat zu gehen, diesen und den Assessor um ihre Meinung zu fragen, was er in der Sache tun könne, falls die Schwiegermutter etwa gar hier heraufkäme. In ihr Zelt konnte er sie doch nicht nehmen. Binderhof ließ ihn überdies schon den ganzen Tag keine Ruhe. Und was sollte dann geschehen? Wie war sie zu beschwichtigen?

Der Justizrat schlief noch. Der Assessor getraute sich auch nicht, ihn zu wecken. Im Begriff aber, recht leise an ihm vorüber zu gehen, blieb er mit dem Fuß in einen dort liegenden Stück Holz hängen und stolperte dermaßen, dass der Justizrat erschrocken in die Höhe fuhr.

»Bitte tausendmal um Entschuldigung«, sagte der Assessor.

Der Justizrat murmelte etwas zwischen den Zähnen durch, was sein rücksichtsvoller Kompagnon glücklicherweise nicht verstand, und zog dann an der Pfeife. Diese war aber schon vor anderthalb Stunden ausgegangen und kalt und musste deshalb erst wieder frisch angezündet werden. Nun machte sich auch Herr Hufner bemerkbar und kam nach kurzer Einleitung auf den Zweck seines Besuches und den Grund seiner Befürchtungen: die Schwiegermutter, die wie ein rächendes Phantom vor seiner Seele stand. Und doch war er sich ja keiner Schuld bewusst.

»Unsinn«, sagte aber der Justizrat, »Schwiegermutter … Pappendeckel … selbst herkommen und graben versuchen … Kunst, Gold zu finden. Schwiegermutter ist willkommen … hat vielleicht mehr Glück.«

»Ja, aber denken Sie sich, Herr Justizrat, wenn sie nun wirklich käme.«

»Ja, Herr Justizrat«, stimmte ihm da der Assessor bei, der in diesem Augenblick unwillkürlich an die Frau Siebert dachte, »das wäre wirklich schrecklich.«

»Alte Weiber«, brummte jedoch der Mann des Gerichts zwischen einzelnen Dampfwolken durch, »will nichts wissen davon … Klöße fertig?«

»Jawohl, Herr Justizrat, im Augenblick«, sagte der Assessor, der die größte Mühe mit seiner Brille hatte, die jedes Mal anlief, wenn er sich über den dampfenden Kessel beugte, den darin befindlichen Inhalt zu prüfen. Endlich fischte er einen der betreffenden Klöße mit einem selbst gefertigten hölzernen Löffel heraus, prüfte ihn, indem er ein Stückchen mit seinem Messer abschnitt, und fand ihn vortrefflich.

»Mitessen?«, fragte der Justizrat zu Herrn Hufner, indem er die eben ausgerauchte Pfeife beiseite setzte.

»Ich danke Ihnen herzlich, Herr Justizrat«, erwiderte mit einer halben Verbeugung der Mann. »Mir ist der Appetit vergangen und ich habe seit jener Nachricht kaum einen Bissen über die Lippen gebracht.«

»Narrenpossen«, erwiderte jener lakonisch, »anfangen, Assessor.« Er nahm den letzten Teller, den ihm sein Kompagnon gab, mit der Gabel auf die Knie und sah erwartungsvoll zum dampfenden Topf hinüber. Der Assessor wollte diesen nun mit der bloßen Hand vom Feuer nehmen, aber der dünne Draht Henkel war entsetzlich heiß geworden. Er musste erst ins Zelt, einen Lappen dafür zu holen. Der Justizrat würde sein Taschentuch genommen haben.

»Das da unten ist der neue Alkade«, sagte in diesem Augenblick Herr Hufner zum Justizrat. »Es scheint, als ob er hier vorbei wollte, dann werden sie in deutlich sehen können. Es ist ein Amerikaner und soll ein außerordentlich tüchtiger Mann sein.«

»Nun, meinetwegen«, lautete die Antwort des hungrigen, »Assessor … Donnerwetter, wo bleiben Sie denn?«

»Einen Augenblick, Herr Justizrat«, rief der Assessor, der geschäftig mit einem, unter seinen Sachen hervorgesuchten und sorgfältig von San Francisco mitgebrachten Wischlappen herbeigesprungen kam. »Jetzt werden wir gleich sehen, wie sie sich machen, wenn sie nur gar genug sind.«

Er beugte sich eben über den Topf, ihn gut und sicher anfassen zu können, als dicht über ihnen am Berghang ein wunderbares polterndes Geräusch laut wurde. Alle drei sahen unwillkürlich hinauf. Sowohl Herr Hufner als auch der Assessor behielten aber kaum Zeit, aus dem Weg zu springen, als das von der Höhe niedersetzende Rat, von einem kleinen Stein ab in die Höhe prallend, einen kurzen Bogen beschrieb und ordentlich pfeifend in Kraft und Schnelle mitten auf den seinem Geschick verfallenen Kessel schlug.

Einen Augenblick war alles in Verwirrung. Der Assessor schrie laut auf, der Justizrat sprang in die Höhe und ließ Messer und Teller fallen. Im Feuer zischte die heiße Brühe und warf Funken, Rauch und Asche hoch in die Luft hinein. Das Rad aber, dass nun eine andere Richtung bekommen hatte, schnellte noch einmal nach vorn, drehte sich jedoch, überschlug sich seitwärts ein paar Mal und schob dann langsamer, noch durch seine frühere Kraft getrieben, an dem Alkalden dicht vorüber, bis es von einem kleinen strüppigen Busch aufgehalten wurde und liegen blieb.

Hetson, vor dessen Augen dies alles vorging, befand sich allerdings nicht in der Stimmung, gerade über irgendetwas zu lachen. Trotzdem war die ganze Szene, mit dem wie aus den Wolken gefallenen Rad so äußerst komisch, dass er ein Lächeln kaum unterdrücken konnte und nun die paar Schritte noch bergan stieg, um zu sehen, ob irgendjemand von den Leuten zu Schaden gekommen wäre. Hatte er doch auch den Justizrat sowie Herrn Hufner, beides kann jetzt Passagiere der Leontine erkannt von denen der Letztere wenigstens, wie er wusste, etwas Englisch sprach. Hier aber fand er, während Hufner sowie der Assessor sprachlos vor Schreck und Bestürzung neben den Trümmern ihres Mittagessens und Kessels standen, den Justizrat in den höchst möglichsten Grad der Entrüstung, indem er eine Menge von abgebrochenen, selbst seinen Landsleuten unverständlichen Verwünschungen und Zornausdrücken hervorsprudelte. Hetson übrigens, dessen scharfes Auge nirgends am ganzen Hang einen Menschen erkennen konnte, schloss ziemlich richtig, dass der ganze Schaden mehr durch einen mutwilligen Zufall als wirklich durch die bösartige Absicht eines Einzelnen entstanden sei, und suchte nun dies dem Justizrat begreiflich zu machen. Aber lieber Gott, er hätte ebenso gut zum Rad selbst reden können. Der Mann hörte und sah nicht. Er stampfte mit den Füßen, warf mit den Händen um sich. Nur einzelne Worte wie Kriminalprozess, Klöße, Halunken, Kalifornien und Aufhängen ließen sich daraus unterscheiden.

Hetson wollte es auch aufgeben, sich verständlich zu machen und ihn vor allen Dingen austoben lassen, als er zwei Männer den schrägen Hang niederkommen sah, die ihre Lasttiere am Zaun führten. In diesem musste er jedenfalls die Täter vermuten. Da er eine heftige Szene zwischen den verschiedenen Parteien zu verhindern wünschte, blieb er stehen, um sie zu erwarten. Kaum aber waren sie etwas näher gekommen, als er in dem einen seinen alten Freund, den Doktor Rascher, erkannte und mit einem ordentlichen Jubelruf ihm entgegeneilte.

»Doktor!«, rief er dabei, die Hand nach ihm ausstreckend. »Sie sendet mir in diesem Augenblick der Himmel, und ich weiß nicht, wessen Gesicht ich auf der weiten Gotteswelt gerade jetzt lieber sehen möchte, als das Ihre.«

»Mein lieber Mister Hetson«, rief der alte Mann ebenso freundig aus. »Es tut meinen alten Augen gut, sie so gesund und lebensfrisch mir entgegenkommen zu sehen. Nur sehr blass sind Sie noch, entsetzlich blass. Die Bergluft hat noch nicht lange genug auf Sie einwirken können, aber bald werde ich ja wohl die Freude haben, Sie vollkommen wiederhergestellt zu sehen.«

»Doktor, ich habe Ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen.«

»Einen Augenblick, mein lieber Herr, stehe ich Ihnen zu Diensten. Ihre Frau ist doch wohl und munter?«

»Vollkommen.«

»Gott sei Dank, so erlauben Sie mir den Ihnen hier vor allen Dingen einen lieben Freund von mir, den Baron von … ja so … den Mister Landzot vorzustellen, der sich allerdings nicht gleich auf die beste Weise bei Ihnen einführt, denn ich sehe, das von ihm in tollem Mutwillen herabgerollte Rad hat da unten einige Verwirrung angerichtet. Hoffentlich nicht in Ihrem Zelt.«

»Nein«, gab Mister Hetson lächelnd von sich, »aber es sind Schiffsgefährten von uns, denen sie das Mittagsessen verdorben haben. Unter anderen jener komische Kauz mit der ewigen langen Pfeife, den sie den Jus, wie war der Name gleich justice

»Oh, der Justizrat?«, sprach der Doktor, »nun werden wir versuchen müssen, ihn zu besänftigen, was ja doch wohl nicht so schwer halten wird. Lieber Lanzlot, ich habe das Vergnügen, Ihnen hier den wackeren Mister Hetson vorzustellen. Sie erinnern sich wohl, dass wir über ihn und seine liebenswürdige Gattin sprachen, als ich ihr damals die junge Spanierin als Begleiterin empfahl.«

»Mister Hetson«, sagte der junge Mann, sich leicht vor dem Amerikaner verbeugend, während ein tiefes Rot seine Wangen färbte, »ich bin erfreut, Sie kennen zu lernen und bedaure nur, dass es mit solcher Einführung geschieht.«

»Sie werden sich mit ihren Landsleuten wohl darüber verständigen können«, sagte freundlich der Amerikaner. »Darf ich Sie jetzt bitte, lieber Doktor.«

»Sie scheinen in Eile, Freund, aber erst müssen wir doch hier die Sache regulieren, denn mir als alten Schiffskameraden und sonst ruhigen, gesetzten Mann werden Sie wohl leichter glauben, dass dem angerichteten Unglück kein bösartiger Mutwille zu Grunde gelegen hat, noch dazu, da wir gern bereit sind, jeden etwa erlittenen Schaden zu ersetzen.«

Hetson musste sich dem schon fügen, und die Männer stiegen nun gemeinschaftlich zum empörten Justizrat hinunter, der anfangs aber nicht einmal den ruhigen Vorstellungen des alten Doktors und Schiffskameraden Gehör geben, sondern die Sache absolut zu einem Kriminalprozess treiben wollte. Das Anerbieten, ihm den erlittenen Schaden zu ersetzen, machte ihn dabei noch böser. Erst, als er sich in allen Grimm eine frische Pfeife gestopft hatte, schien sich sein Ärger etwas zu legen.

Das Mittagsessen war freilich total in die Asche gefallen und keine Möglichkeit, auch nur einen Teil desselben zu retten. Der Assessor aber versprach in seiner unverwüstlichen Gutmütigkeit, augenblicklich für anderes zu sorgen. Herr Hufner lief fort, indessen einen Kessel herbeizuholen. Der Justizrat wurde endlich wirklich dahin gebracht, dem jungen Lanzlot die Hand zu geben.

»Schön … Dummheiten … Rad bergunter rollen«, sprach er dabei. »Beinahe Pfeife zerbrochen … verdammte Kalifornien.« Als die drei sie verlassen hatten, setzte er hinzu: »Maulaffe … Kessel zerbrochen … Hand schütteln … Tür hinauswerfen« und qualmte ärger als je zuvor.

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