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The Strangers – Opfernacht

The Strangers – Opfernacht
Originaltitel: The Strangers – Prey at Night
Aviron Pictures, thefyzz, White Comet Films, Bloom, Rogue Pictures, USA, 2018
Universum Film, München, 26. Oktober 2018, 1 DVD im Amaray, Horror/Thriller, EAN: 4061229086400, ca. 82 Min., 12,99 €, FSK 16
Regie: Johannes Roberts, Drehbuch: Bryan Bertino, Ben Ketai, Darsteller: Christina Hendricks, Martin Henderson, Bailee Madison, Lewis Pullman, Damian Maffei, Emma Bellomy, Lea Enslin, Musik: Adrian Johnston
www.universumfilm.de

Bevor die aufmüpfige Teenagertochter Kinsey (Bailee Madison) für das nächste Schuljahr auf ein Internat wechselt, will die Familie, sprich Mum und Dad (Christina Hendricks, Martin Henderson), noch einen Abstecher in den Trailerpark von Tante und Onkel machen und dort einige Tage Familienzeit verbringen. Beim Eintreffen präsentiert sich das Gelände menschenleer, lediglich ein Zettel auf dem Rezeptionstresen weist den Neuankömmlingen den Weg zu ihrer Unterkunft. Ein etwas verunglückter Smiley macht dem Zuschauer deutlich, dass das alles andere als entspannte Ferien werden. Die familieninternen Reibereien geraten schon bald ins Hintertreffen, als sich die Familie drei maskierten Killern gegenübersieht, die von Psychoterror schnell in den brutalen Tötungsmodus wechseln.

10 Jahre hat es gedauert, bis Bryan Bertinos boshafter Terrorstreifen The Strangers, der zum Auslöser einer ganzen Armada von Home-Invasion-Schockern wurde, eine Fortsetzung bekam. Die Besonderheit war damals, dass es zwischen dem von Dollface, Pinup und Man in the Mask terrorisierten Pärchen gehörig knirschte und sie sich gegen die plötzliche Bedrohung zusammenraufen mussten. Auch in der Fortsetzung herrscht alles andere als Friede, Freude, Eierkuchen. Die Eltern sehen sich gegenüber den Eskapaden ihrer Tochter hilflos. Die »Verbannung« ins Internat scheint das letztmögliche Mittel zu sein, das Mädchen wieder auf die Spur zu bringen. Gehörig angefressen und allseits frustriert, soll man nun die folgenden Tage auf engstem Raum verbringen. Dass es soweit gar nicht kommt, wird schnell deutlich, spätestens als Kinsey und ihr Bruder Luke (Lewis Pullman) die verstümmelten Leichen von Tante und Onkel entdecken. Was folgt, hat man zwar schon dutzende Male gesehen, doch erlaubt sich Opfernacht auch keine gravierenden Schwächen und Durststrecken. Im Gegenteil verströmt das Setting des verlassenen Trailerparks richtiges Geisterstadtflair, das durch aufziehenden Nebel und die gelblichen scheinenden Natriumdampflampen noch unwirklicher erscheint. Perfide – neben den bizarren Masken der Täter – wirken auch die »unpassenden« Songs der 1980er, die zu den tödlichen Angriffen der Strangers laufen.

Insgesamt erfindet Opfernacht das Genre bestimmt nicht neu, funktioniert aber tadellos und überzeugt durch sein souveränes Erzähltempo, die guten Produktionswerte und einige Highlights, die der Film tatsächlich für sich verbuchen kann, wie zum Beispiel die Swimmingpool-Szene. Auch vor der Kamera gibt es keine Schwächen und Christina Hendricks (Mad Men) erweist sich als würdige Nachfolgerin für Liv Tyler, um sogar etwas Klasse in den Streifen zu bringen.

Regisseur Johannes Roberts, der mit 47 Meters down einen kleinen Überraschungshit landete, hat einiges an Schelte einstecken müssen, weil Opfernacht mehr die konventionelle Slasher-Schiene bedient, als den Psychoterror des Vorgängers zu wiederholen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass auch Bryan Bertino selbst, zum Beispiel mit seinem The Monster, nicht mehr an The Strangers anknüpfen konnte. Es entsteht der Eindruck, dass viele den Film einfach nicht mögen wollen. Zugegeben müsste der Streifen auch nicht unbedingt unter dem The Strangers-Label laufen.

FAZIT:
Es lässt sich trefflich streiten, ob Opfernacht ein würdiger Nachfolger des Originalfilms von 2008 ist. Für den schnellen Slasher-Abend ist der Streifen allemal mehr als gut geeignet.

(eh)

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