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Rainer Zuch – Thronos

Rainer Zuch
Thronos
Goblin Press

Bereits in den frühen neunziger Jahren gab es Self Publisher. Mit dem Unterschied, dass man das ganze damals eben tatsächlich auf Deutsch eben Selbstverlag genannt und das große A damals noch keine Rolle gespielt hat.

Einer dieser frühen Selbstverlage im Horrorbereich ist Jörg Kleudgens Goblin Press. Früheste Veröffentlichungen sind aus dem Jahr 1992 datiert. Einige davon werden heute unter Sammlern zum Teil zu horrenden Preisen auf Portalen wie Booklooker gehandelt. Zwischen 2004 und 2011 pausierte der Kleinverlag. Seit seinem Neustart veröffentlicht dieser jährlich mindestens 2 Titel pro Jahr, zumeist Horrornovellen. Viele heutige namhafte Autoren wie Tobias Bachmann oder Uwe Vöhl haben in diesem kleinen Verlag schon die eine oder andere kleine Rarität zu Beginn ihres Schaffens veröffentlicht. Heute ist der Kleinverlag vor allem eine Möglichkeit für frische und unbekannte Autoren, um auf sich aufmerksam zu machen. Einer davon ist Dr. Rainer Zuch. Vom gebürtigen Frankfurter stammt der aktuelle Titel Thronos.

Hauptfigur Marc Thorbergs Aufgabe ist es, das Vermächtnis des Künstlers Arthur Retalier zu katalogisieren und mithilfe des Nachlassverwalters Hubertus Grevenstein der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Um dessen Schaffen besser verstehen zu können, stöbert Marc Thorberg in der Vergangenheit des Künstlers. Er erkundet das Haus, in dem Retalier tätig war, findet immer wieder neue Kunstwerke und fördert auch Kunstwerke mit Inhalten von Retaliers theosophischen und okkulten Ansichten ans Tageslicht. Dabei sind ihm die Tochter des Künstlers Anna und Herfried von Mühlwegen, der Sohn eines von Retailers einstmals engsten Vertrauten, behilflich. Immer mehr zeigt sich im Laufe seiner Recherchen, dass Retalier einem Kreis von Okkultisten angehörte, dessen Ansichten so speziell, dass sie selbst den dem Okkulten zugetanem Regime des Dritten Reiches zu abwegig waren.

Je mehr Thorberg in die Geheimnisse Retaliers eintaucht und seinem Wirken neben der Kunst Stück um Stück näher kommt, umso mehr wird er selbst von Alpträumen und mysteriösen Gedankengängen geplagt, die er sich zunächst nicht erklären kann. Die Spur zu den Antworten, die Marc Thorberg sucht, deuten auf einen ungewöhnlichen Werkstoff hin, den der Künstler benutzte, um seine Werke zu etwas wahrhaft Besonderem zu machen.

Rainer Zuch hat sich wie viele andere vor ihm am lovecraftischem Horror versucht. Er hat es in den Augen des Rezensenten mit Bravour geschafft, Motiven, wie man sie von HPL kennt, mit etwas ganz Eigenem anzureichern. Eine Verbeugung vor Lovecraft, ohne ihn einfach nur kopieren; ein Stück kosmischen Schrecken, ohne sich einfach nur beim Cthulhu-Mythos zu bedienen. Bereits in Der Außenposten (erschienen im TES Verlag) war ihm eine Hommage an die Berge des Wahnsinns gelungen. Hier liefert Rainer Zuch eine Novelle ab, die so eigen ist, das man sie jedem ans Herz legen möchte, der auf der Suche nach etwas Ungewöhnlichem im Bereich Schrecken und Horror ist.

Beziehen kann man Rainer Zuchs Novelle direkt bei Jörg Kleudgens Goblin Press. Entweder unter joerg@the-house-of-usher.de oder bei einem Besuch der beiden Veranstaltungen Marburg-Con oder BuCon in Dreieich. Wer mehr über die Veröffentlichungen der Goblin Press erfahren will, dem sei die Facebook-Präsens des Verlages nahegelegt.

(kr)