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Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 20

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Posaunenton eines hochberühmten Okulisten, Operateurs, Leib- und Wundarztes

In Hessen zog 1789 ein Operateur umher, der sich selbst einen hochberühmten Okulisten, Operateur, Leib- und Wundarzt nannte, der in verschieden Königreichen und berühmten Hauptstädten (jetzt war er mit Dörfern zufrieden) viele hundert Menschen kuriert hatte und jederzeit glücklich gewesen war. Er rühmte von sich, dass er die meisten Blindheiten in einer Viertelstunde kuriert habe. Wörtlich hieß es in seinem Zettel so: »Er heilt auch alle offenen Schäden oder Salzflüsse an Armen und Beinen, Hasenscharten oder um sich fressenden Krebs, Gewächse, Kolik, güldene Ader, Reißen in den Gliedern, Rückenschmerzen, welche erschreckliche Steinschmerzen in der Blase, auch Sand und Gries haben, und das Wasser nicht halten können, hat er ein Arcanum in 24 Stunden Hilfe zu schaffen, meistenteils ohne Einnehmen, bloß äußerlich usw.

In der erbaulichen Vorrede zu seinen Prahlereien sagte er aber selbst: »Ein unerfahrener Arzt ist ein heimlicher Totschläger. Darum nehme jeder die Warnung in Acht. So er Arznei brauchen will und muss, so gehe er zu einem gelehrten und erfahrenen Arzt, der seine Kunst aus dem Fundament gelernt hat! Den Stand eines reisenden Arztes hat Christus so sehr geliebt, dass er uns denselben gebahnt und zu reisen befohlen, indem er selbst ein Arzt des Leibes und der Seele gewesen, da er Matthäus 6 des Hauptmanns Knecht, den Aussätzigen heilte usw.«

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