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John Sinclair Band 2015 – Sturm auf den Schwarzen Dom

Ian Rolf Hill
John Sinclair Band 2015
Sturm auf den Schwarzen Dom

Grusel, Heftroman, Bastei, Köln, 21. Februar 2017, 68 Seiten, 1,80 Euro, Covermotiv: Timo Würz
www.bastei.de

 […] Kilometerhohe Bauwerke von kolossalen Ausmaßen, die so hoch emporragten, dass ihre Enden in der tintenschwarzen Wolkendecke verschwanden, die den Himmel wie eine Decke überzogen. Doch nicht nur das Firmament wurde von Finsternis dominiert, alles hier war einfach nur schwarz. Schwarz, düster und bedrohlich. Die kantigen Gebäude wuchsen aus pechschwarzen Gestein stufenweise, kegelförmig oder in mehrfach gezackten Spitzen in die Höhe und glänzten dabei als würde unablässig Teer darüber fließen. […]

Die erste Schlacht mit den dunklen Eminenzen und ihren Soldaten in den Shropshire Hills ist geschlagen. Mit Sedonia gibt es ein erstes Opfer zu beklagen. Ausgerechnet Bill Conolly hat die atlantische Prinzessin unter dem Einfluss einer Vision lebensgefährlich angeschossen. Bill und Myxin weihen Suko und die Powellsche Abteilung bei Scotland Yard in die Ereignisse ein, wo die Idee geboren wird, den Spuk um Hilfe zu bitten, der mit dem Täufer noch eine Rechnung offen hat.

Währenddessen lockt die zur Vampirin geworden Cathy Reynolds den Abt Basil und Bruder Anselm von St. Patrick nach Peelham, die aufgrund der Abwesenheit des Sinclair-Teams auf sich allein gestellt sind.

[…] Seine Hände zitterten, als er die Waffen zog. Die Beretta mit der rechten, die Golden Pistole mit der linken Hand. Er war nicht attackiert worden, ja, hatte nicht einmal ein Lebewesen gesehen, bis auf die gestaltlosen Fratzen in dieser Nicht-Flüssigkeit. Dennoch fühlte er sich bedroht und immer wieder drehte er sich um seine eigene Achse, suchte nach einem Ziel und hoffte fast schon auf einen Angriff, nur damit das Warten endlich ein Ende hatte. […]

In den Räumen des Scotland Yard-Gebäudes gibt es immerhin eine kleine Verschnaufpause für Bill und Myxin, bevor die Reise ins Reich des Spuks weitergeht. Dies sind dann auch die Szenen, die den Roman in besonderem Maße prägen. Die Besuche in der gewaltigen Leichenstadt und der Schlucht der jammernden Steine bringen das Geschehen nicht weiter, erzeugen jedoch in ihrer ruhigen Ausführlichkeit eine ungeheuer dichte Dark Fantasy-Atmosphäre und erweisen sich als die buchstäbliche Ruhe vor dem Sturm. Es scheint, als wolle der Herr dieser Welt seine Besucher zunächst abklopfen und ihnen seine Macht demonstrieren, bevor er seine Hilfe gegen den Täufer in Form eines schier unendlichen Heeres an Echsenkriegern zusichert. Eine Armee, die sich in der finalen Szene in bester und gewaltiger Herr der Ringe-Blockbustermanier durch einen »Dimensionsdurchbruch« in Richtung des Schwarzen Doms ergießt. Der Spuk hat noch vier weitere Asse im Ärmel, die Suko, Bill, Kara und Myxin in der kommenden Schlacht unterstützen sollen und die man bestimmt nie aufseiten des Sinclair-Teams erwartet hätte.

John selbst wurde vom Täufer in den Schwarzen Dom gebracht, Todes- und Geburtsstadt, Basis und Kerker des Täufers, und ist seinem Feind, in einem Altar gefangen, hilflos ausgeliefert. Es wird angedeutet, dass es sich um einen von Luzifers Erzdämonen handelt, der einst gegen seinen Herrn rebelliert hat und daraufhin in den Schwarzen Dom verbannt wurde.

Ian Rolf Hill führt die im letzten Band noch so ruhig begonnen Geschichte zu einem neuen Höhepunkt. In der Dimension des Spuks kann auch der Leser noch einmal staunend Luft holen, bevor es in die Schlacht gegen den übermächtig erscheinenden Feind geht, der neben Phorkys‘ Kreaturen, Mantikoren und Dinosauriern auch einen gewaltigen Drachen aufbietet.

Trotz gewaltiger Szenen verliert Ian Rolf Hill das große Ganze nicht aus dem Auge. Alles ist rund und folgerichtig miteinander verwoben und hat eine bemerkenswerte Dichte. Lediglich die Nebenhandlung in Peelham gerät dabei etwas unter die Räder.

Die Leserbriefseite im Mittelteil bestreitet diesmal ein emotionaler Fan-Brief von »Alt-Fan« Michaela alias »Sheila Conolly«, welche schildert, wie sie den einschneidenden »Tod« ihrer Lieblingsfigur in Band 2001 empfunden und sich doch wieder mit den Neu-Autoren versöhnt hat.

Fazit:
Epischer Mittelteil der Täufer-Trilogie in bester Tradition der klassischen Sinclair-Mehrteiler.

(eh)